Weiterbildung

Es geht um die großen persönlichen Fragen

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Eine Frau lächelt in die Kamera.
Nachweis

Foto: Plümäkers

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Friederike Mizdalski freut sich auf Interessenten, die katholische Religion unterrichten wollen.

Das Erzbistum Hamburg bietet in Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Berlin und der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin den Weiterbildungsstudiengang „Schulpraktische Religionspädagogik“ an.

Katholische Religionslehrinnen und -lehrer werden gesucht, auch wenn sich immer mehr Kinder und Jugendliche vom Religionsunterricht abmelden. Dass es trotzdem zu wenige Lehrkräfte gibt, liegt auch daran, dass sich immer weniger Lehramtsstudenten für das Fach Katholische Religion entscheiden. Im Erzbistum Hamburg gibt es seit fünf Jahren eine alternative Ausbildungsmöglichkeit für das Fach. Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte, die erst im Laufe ihres Berufsalltags feststellen, dass sie gern das Fach Religion unterrichten möchten. „Denn nur in Religion geht es um die großen persönlichen Fragen der Kinder und Jugendlichen und übergreifende Kompetenzen wie Toleranz und Dialogbereitschaft können angebahnt werden“, sagt Friederike Mizdalski, Leiterin des Referats Religionspädagogik in Schulen, die im Erzbistum für das Weiterbildungsangebot zuständig ist.

Doch Religion kann nicht fachfremd unterrichtet werden. Voraussetzung für die „Missio Canonica“ (Sendung) durch den Bischof ist das Studium der Katholischen Theologie und die abgeschlossene Lehramtsausbildung. Lehrkräfte, die den Weiterbildungsstudiengang „Schulpraktische Religionspädagogik“ absolviert haben, sind berechtigt, die Missio Canonica zu beantragen und Religion als zusätzliches Fach zu unterrichten. „In den zurückliegenden Ausbildungsjahrgängen haben 18 Lehrkräfte ihren Abschluss gemacht. Diese unterrichten nun im Erzbistum Hamburg das Fach Katholische Religion im Kirchendienst oder können im Staatsdienst im Religionsunterricht eingesetzt werden. Von den Unis im Norden kamen im selben Zeitraum etwa genauso viele neue Lehrkräfte“, sagt Friederike Mizdalski.

Religionsunterricht ist für die meisten Schüler ein freiwilliges Fach

Die Weiterbildung ist ein Teilzeitstudium das modular aufgebaut ist. Es läuft über vier Semester mit sogenannten E-Learning-Phasen, Online-Studientagen und drei Blockveranstaltungen in Berlin oder im Kloster Nütschau. „Das Besondere ist, dass die Teilnehmenden nicht nur im Selbststudium lernen, sondern untereinander im Austausch bleiben, da die Online-Studientage interaktiv gestaltet sind“, so Friederike Mizdalski. Die Studenten bekommen Einblicke in die verschiedenen Felder der Theologie und in die praktische Gestaltung des Religionsunterrichts. Im letzten Semester führen sie an ihrer Schule ein Praxisprojekt durch, das sie im Abschlusskolloquium vorstellen.

„Das Studium dient der Auseinandersetzung mit Glaubensgrundsätzen und fördert die Sprachfähigkeit in Bezug auf religiöse Fragestellungen“, so Friederike Mizdalski. Denn der Religionsunterricht hat in den vergangenen Jahren einen starken Wandel erlebt. Für die meisten Schüler ist das Fach Religion freiwillig und nicht alle Teilnehmer sind katholisch. „Heute geht es nicht mehr nur um die Inhalte des katholischen Glaubens. So schaut die Religionslehrkraft zuerst auf die Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen und hört ihre Fragen. Im Religionsunterricht findet oftmals eine Erstbegegnung der Lernenden mit religiösen Fragestellungen statt. Eine gute Ausbildung bereitet die Religionslehrkräfte auf das Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen vor“, erklärt Friederike Mizdalski.

Das Erzbistum Hamburg fördert die Weiterbildung, erstattet die Semestergebühren und übernimmt auch die Kosten für Übernachtungen und Tagungshäuser. Der nächste Ausbildungszyklus beginnt im Oktober 2026. „Der Bedarf ist weiterhin da; wir freuen uns, wenn sich Interessierte bei uns melden“, sagt Friederike Mizdalski.

Katja Plümäkers

Zur Sache

Information und Anmeldung über Friederike Mizdalski, Leitung Religionspädagogik in Schulen des Erzbistums Hamburg, Tel: 040 378636-62, E-Mail: friederike.mizdalski@erzbistum-hamburg.de