"Jesus-Entdecker-Zeit" in der Kindertagesstätte

Katechese mit der Handpuppe

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Glaubensweitergabe
Nachweis

Foto: Hans-Joachim Stoehr

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Die Szenerie für das biblische Geschehen wird von den Kindern zusammen mit Tanja Röbig aufgebaut.

Für Gemeindereferentin Tanja Röbig sind ihre Besuche in Kindergärten mehr als Bespaßung. Es sind Katechesen, Glaubensweitergabe, die die Kinder verstehen können. In Welkers steht die Geschichte vom blinden Bartimäus im Mittelpunkt. Von Hans-Joachim Stoehr


In zwei Kisten bringt Gemeindereferentin Tanja Röbig das Material für ihre „Jesus-Entdecker-Zeit“ in die Kindertagesstätte „Kleine Freunde“. Sie liegt mitten im Wohngebiet des Eichenzeller Ortsteils Welkers. Drinnen, im Turnraum, bereitet Röbig alles vor für die Katechese mit den Kindern. Mit dabei ist auch Eva Zentgraf, die Leiterin der kommunalen Einrichtung.  
Auf das große braune Tuch in der Mitte des Raums stellt Röbig einen Karton, der an zwei Seiten offen ist. Auch einige Holzsteine kommen hinzu – sie stehen für die Häuser der Stadt Jericho. Denn an diesem Morgen geht es um die Geschichte des blinden Bartimäus, der in Jericho auf der Straße bettelt und von Jesus geheilt wird.
Die zwölf Jungen und Mädchen machen es sich auf einem der ausgelegten Mini-Teppiche bequem. Ihre Eltern haben zuvor ihre Zustimmung gegeben, dass die Kinder teilnehmen können. Zu Beginn – ein Ritual – wird von einem der Kinder eine Kerze angezündet. Die Gemeindereferentin greift zur Gitarre und stimmt ein Lied an, das die Kinder kennen.
Regelmäßiger „Gast“ der „Jesus-Entdecker-Zeit“ ist die Handpuppe Frieda. Passend zur Geschichte des Blinden hat die Puppe eine Binde vor den Augen. Röbig leiht ihr die Stimme – und die ist traurig. Die Kinder schauen fasziniert auf die Puppe. Das zunächst laute „Hallo“ für Frieda wandelt sich in Stille. Denn, ist von der Handpuppe/Röbig zu vernehmen: Sie hat eine Fliege ins Auge bekommen und kann deshalb nichts sehen. Doch dabei bleibt es nicht. Die Gemeindereferentin „entfernt“ die Fliege und die Binde – und Frieda lächelt die Kinder an. Als sie dann meint, sie müsse jetzt weiter, ist zu hören: „Ach bleib’ doch noch.“ 
Die Kinder sind jetzt im Thema drin. Röbig erzählt die Geschichte von Bartimäus. Damit die Kinder erahnen können, was es heißt, blind zu sein, schließen sie die Augen. Die Jungen und Mädchen werden in die Erzählung mit eingebunden: Sie stellen kleine Bäume auf, legen Blumen aus. 
Einige Kinder nehmen aus einer der Kisten mehrere Erzählfiguren. Sie stehen für Jesus und seine Jünger, die zu Bartimäus kommen. Als die Gemeindereferentin erzählt, dass Jesus Bartimäus heilt, nimmt sie der Erzählfigur die Binde weg und den Blindenstock.
Die Kinder setzen sich wieder auf ihre Plätze. „Hat euch die Geschichte gefallen?“ fragt die Gemeindereferentin. Nach dem Ja-Ruf der meisten sagt ein Mädchen: „Ich fand es schön, dass die Menschen dem Bartimäus Geld gegeben haben.“ Aber nicht alle sind begeistert. Ein Junge meint, die Geschichte sei „langweilig“. 
Beim abschließenden Gebet spricht Röbig jeweils einen Satz vor, den die Kinder wiederholen. Nach einem Lied lädt die Gemeindereferentin die Kinder ein, beim Aufräumen zu helfen. Und alle machen mit.

 

ZUR SACHE

Drei im Monat

Gemeindereferentin Tanja Röbig ist jeden Monat in drei Kindergärten der Pfarrei St. Peter und Paul in Eichenzell und Löschenrod präsent. Aber nicht nur sie. Ihr Kollege Markus Wüllner besucht ebenfalls zwei Kitas. Alle sind in kommunaler Trägerschaft. Wüllner wechselt jetzt in die Fuldaer Stadtpfarrei. Das heißt für Röbig: Sie übernimmt einen weiteren Kindergarten. „Mehr geht nicht. Ich habe ja noch andere Aufgaben.“ (st)

Mit der Handpuppe Frieda

Eva Zentgraf, die Leiterin der Kita „Kleine Freunde“, ist dankbar für den Einsatz von Tanja Röbig. „Sie macht das toll. Vor allem die Handpuppe Frieda hat es den Kindern angetan, sie weckt gleich Aufmerksamkeit“, sagt Zentgraf. Sie fügt hinzu: „Wenn die Kinder danach aus dem Raum kommen, sieht man an den Gesichtern, dass es ihnen Spaß gemacht hat.“ Und das wiederum komme ja auch dem Kindergarten zugute. (st)

Hans-Joachim Stoehr