Anstoß 23/2026
Lesezeit
Dominikanerkloster Leipzig
Es beschreibt, wie Zeitdiebe die Menschen verführen wollen, keine Zeit zu verschwenden. Sie sollen sie vielmehr sparen, auf Gespräche beim Frisör verzichten, keine Telefonate führen oder Krankenbesuche machen. So sparen wir Zeit. Aber dass die Welt und die Menschen dadurch kälter werden, wird verschwiegen. Das Buch bleibt aktuell.
Ich habe auch Hermann Hesse und seine Bücher verschlungen: Steppenwolf, Narziß und Goldmund, Siddhartha. Bei ihm taucht man ein in eine andere, oft ferne, Welt. Seine Bücher stehen in meinem Bücherregal, alle gelesen.
In der freien Zeit und erst recht im Urlaub gehören Bücher dazu. Ich lese Krimis oder Romane. Vor Jahren habe ich beispielsweise „Die Säulen der Erde“ von Ken Folett gelesen. Es beschreibt spannend das Leben im Mittelalter, die Baukunst, das Ordensleben.
Lesen ist keine verschwende Zeit, sondern eine geschenkte Zeit. Und ich weiß, dass auch heute Eltern und Großeltern den Kindern und Enkelkindern vorlesen. Das bleibt den Kindern in Erinnerung.
Und Bücher zu verschenken, ist nicht nur an Festtagen erlaubt. Es ist ein persönliches Geschenk, dass hoffentlich gelesen wird.
Auch die Bibel gehört dazu und kann den Menschen eine Lebenshilfe sein, an guten und schweren Tagen.
Gerade jetzt, wenn die Tage kürzer werden, ist die Lesezeit eine gute Zeit. Es lohnt sich, sich der schweren und leichten Literatur zu widmen, wissend, dass manche Bücher zu Herzen gehen. Andere erobern die Welt und sind Weltliteratur, auch wenn sie keinen Nobelpreis oder Literaturpreis erhalten.
Möge mein Anstoß allen Lesern Anstoß sein, zu lesen oder wieder mal zu lesen.