Neuer Frauenkonvent in Heiligenstadt

Eine Chance für beide Seiten

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drei afrikanische Ordensfrauen stehen in einer Gruppe von Menschen
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Foto: Katholische Altenpflegeheime Eichsfeld

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Von links: Schwester Sabina, Schwester Lydia und Schwester Ines beim Pontifikalamt zur Gründung des Konvents in Heiligenstadt.

Drei Schwestern aus Tansania haben einen Konvent ihres Ordens „Immaculate Heart of Mary Sisters of Morogoro" in Heiligenstadt gegründet. Wie kamen sie ins Eichsfeld? Und was sind ihre Pläne dort?

In Heilbad Heiligenstadt gibt es seit Juni einen neuen Konvent: Immaculate Heart of Mary Sisters of Morogoro – Tanzania (auf deutsch: Schwestern vom unbefleckten Herzen Mariens aus Morogoro – Tansania). Er besteht aus drei Schwestern, die im Altenpflegezentrum „Hospital zum Heiligen Geist“ der Katholischen Altenpflegeheime Eichsfeld (KAPHE) arbeiten: Schwester Sabina Kileau, Schwester Lydia Mhina und Schwester Ines Kilian.

Beim Pontifikalamt im Rahmen der Gründung trugen sie ihre Schwesterntracht: Tiefblaue Kleider und hell-lilafarbene Kopftücher. Sie sangen Lieder, schwangen im Takt eine Rassel, ab und an hörte man Triller der Zustimmung. „Afrikanische Lebensfreude“ nennt das Andrea Stützer, Geschäftsführerin der KAPHE, die begeistert ist von den Schwestern: Sie brächten nicht nur ihre fachliche Kompetenz in die Pflege ein, sondern auch „ihre Lebensfreude, die nun spürbar den Alltag im Haus bereichert: Herzlichkeit, Musik, Humor und eine tiefe, geerdete Spiritualität.“

Wie kam es zur Gründung des Konvents im Bistum Erfurt? Schwester Sabina hatte vor 13 Jahren in Bayern Hebamme gelernt und in dem Beruf gearbeitet. Häufiger besuchte sie das Kloster Vierzehnheiligen, wo sie den Franziskanerbruder Daniel kennenlernte. Er stammt aus dem Eichsfeld und machte sie mit Pfarrer Thomas Münnemann aus Niederorschel bekannt.

2022 – Schwester Sabina war wieder in Tansania – kündigte ihre Generaloberin an, in Deutschland einen Konvent zu gründen. Für diese Mission wählte sie Schwester Sabina aus. Diese erkundigte sich, wo eine Gründung sinnvoll wäre und schließlich war es Pfarrer Münnemann, der sie mit der KAPHE bekannt machte. „Ich habe sofort gespürt, dass dies eine Chance für beide Seiten ist“, erinnert sich Andrea Stützer. Es folgten viele Behördengänge und Gespräche, bis es losging.

„Wir essen scharf“

Schwester Sabina ist seit einem halben Jahr in Heiligenstadt, ihre Mitschwestern kamen vor zwei Monaten. Sie leben sich langsam ein, mögen Kartoffelknödel, Sauerkraut, Schweinebraten, sagt Schwester Sabina. Von zu Hause vermissten sie manches Essen, denn: „Wir essen scharf!“ Noch fehle ihnen die Möglichkeit, sich vor Ort zu bewegen. Zu einem Gottesdienst nach Wachstedt wurden sie mitgenommen. Solche Hilfe erlebten sie oft. Deshalb sagt Schwester Sabina auf die Frage, was bislang am schönsten war, sofort: „Die Menschen!“ Sie seien sehr freundlich und helfen ihnen weiter.

Ein Drittel ihrer Einkünfte senden die Schwestern ans Mutterkloster in Tansania. Dort gibt es keine Kirchensteuer, aber viel zu tun. Die 400 Schwestern führen eine Krankenstation, ein Waisenhaus, eine Schule und versorgen sich selbst.

Drei weitere Schwestern in Morogoro lernen gerade schon Deutsch und sollen noch dieses Jahr zur Ausbildung nach Heiligenstadt kommen. Durch die Konventsgründung übernimmt der Bischof des Bistums Erfurt die Verantwortung für die Schwestern.

Julia Reinard