Briefmarkensammler Heinz-Bernd Diekhoff
Alles rund um Adolph Kolping
Foto: Anton Kensbock
Heinz-Bernd Diekhoff, Vorsitzender der Sammlergilde St. Gabriel, zeigt eine Pluskarte mit besonderer Briefmarke.
Seine Schätze zeigt er gerne, sie sind flach und etwa postkartengroß: Es sind Umschläge und Karten mit besonderen Briefmarken und Poststempeln. Heinz-Bernhard Diekhoff aus Ostercappeln sammelt Marken und Stempel mit christlichen Motiven. Zum Beispiel den Stempel „50 Jahre Kolpingsfamilie Welver“ aus dem Jahr 2007 und die Briefmarke der Deutschen Bundespost mit dem Porträt von Ludwig Windthorst – abgestempelt in Meppen 1991. Er besitzt auch einen Brief mit der eindrucksvoll gestalteten Marke zum Gedenken an die Lübecker Märtyrer, abgestempelt 2018 in Osnabrück. Der Poststempel nennt drei der vier Märtyrer beim Namen, Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller, denn diese drei wurden im Dom zu Osnabrück zum Priester geweiht. Auf den Umschlag gedruckt ist das Stichwort „59. Osnabrück-Börse/Sammlergilde St. Gabriel e.V“. Diekhoff, Rufname Bernd, ist Mitglied in dieser Gilde und wurde im September 2025 zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Bernd Diekhoff sammelt Postwertzeichen, seit er als Schüler ein Briefmarkenalbum geschenkt bekam. „Als Kind sammelt man einfach bunte Bildchen“, sagt er. Später kam bei ihm das Interesse an besonderen Marken mit christlichen Motiven auf. Diekhoff, der schon früh der Kolpingjugend beitrat, sammelt alles rund um Adolph Kolping. Andere Mitglieder der christlichen Sammlergilde St. Gabriel haben andere Spezialthemen entwickelt. Einer von ihnen sammelt Briefmarken mit Kirchenfenstern, ein anderes Gildenmitglied sammelt alles zu Maria. Und ein weiteres Gildemitglied hat sich auf Briefmarken rund um die Reisen des Papstes Johannes Paul II. verlegt. Klingt alles ziemlich speziell, das weiß auch Bernd Diekhoff. Er schmunzelt und sagt: „Wir sind Exoten, definitiv.“
Das Sammeln von Marken mit christlichen Motiven ist einfacher geworden, seit es die Möglichkeit gibt, selbst eine Themenmarke zu entwerfen und bei der Post im Zwanziger-Bogen mit einem bestimmten Frankierwert zu bestellen. Früher mussten Mitglieder der Sammlergilde St. Gabriel darauf warten, welche Marken die Deutsche Bundespost herausgab, vielleicht den Kölner Dom oder eine andere Kirche. Am ehesten war zu Weihnachten mit einem christlichen Motiv zu rechnen. Heutzutage kann man danach schauen, ob ein Verband oder eine Gruppe eine Sondermarke drucken ließ, vielleicht zu einem Jubiläum. Die Post gibt dazu regelmäßig Verzeichnisse heraus. So besitzt Bernd Diekhoff Briefe mit Stempeln, die an verschiedene Kolpingjubiläen erinnern, zum Beispiel in Kerpen und Bad Homburg-Kirdorf. Denn es geht nicht nur um die Briefmarken, auch die Sonderstempel sind bei Sammlern begehrt.
Alles, was wir sammeln, hat ideellen Wert
Entsprechend entwirft auch der Verein Sammlergilde St. Gabriel Umschläge oder Karten mit einem Sonderstempel und besonderem Aufdruck, diese kommen dann anlässlich der Jahrestreffen heraus. In diesem Jahr fand das Treffen in Leipzig statt und wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Lukaskirche gefeiert. Anschließend versammelten sie sich zur Jahreshauptversammlung mit Neuwahl des Vorstands in der Sakristei – dort fanden alle Anwesenden Platz, denn die meisten Mitglieder waren zu Hause geblieben und hatten schon per Briefwahl abgestimmt. Bei diesen Wahlen wurde Heinz-Bernhard Diekhoff zum neuen Vorsitzenden gewählt. Mit seinen 68 Jahren ist er einer der jüngeren im Verein.
Die Mitglieder der Sammlergilde gehören verschiedenen Konfessionen an. In Leipzig beteten die anwesenden Gildemitglieder gemeinsam das Nicänische Glaubensbekenntnis, das als ganz frühes Zeugnis von Ökumene gilt. Mit dem Gebet schlugen sie den Bogen zu der Pluskarte, die anlässlich ihres Treffens in Leipzig herausgegeben wurde. Auf ihr ist eine Ikone abgebildet, die das erste Konzil von Nicäa im Jahr 325 darstellt und zeigt, wie Kaiser Konstantin den Text des Glaubensbekenntnisses entrollt.
Für den Sonderstempel der Pluskarte wählte die Gilde die Symbole für die Dreifaltigkeit von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist. Für die Briefmarke wurde ein Foto der Leipziger Thomaskirche ausgesucht. Dass man sich eine Postkarte quasi selbst zusammenbasteln kann, ist seit einigen Jahren möglich: Am 16. Februar 2009 wurde die Pluskarte individuell für jedermann eingeführt. Man kann sie im Internet-Postshop in kleiner Auflage bestellen. Philatelisten haben allerdings mehr Möglichkeiten; so hat die Sammlergilde St. Gabriel von ihren Karten „Konzil von Nicäa“ 280 Stück anfertigen lassen. Diese wurden in Leipzig in einen Sonderbriefkasten aus Pappe geworfen, der zur Sonderstempelstelle der Deutschen Post in Weiden geschickt wurde, wo die Karten mit dem Originalstempel der Sammlergilde gestempelt wurden.
Bernd Diekhoff möchte gerne mehr Menschen für christliche Marken und Stempel begeistern. Vielleicht mögen Firmbewerber demnächst das Motto ihrer Firmung als Stempel auf ihre Einladungskarten drucken oder Gruppenleiter eine christliche Briefmarke entwerfen. Reich werden kann man mit diesem Hobby nicht. „Alles, was wir sammeln, hat ideellen Wert“, sagt Diekhoff, „diese Marken will sonst keiner haben.“