Aktion der Seebrücke Osnabrück

Beim Leid nicht mehr wegsehen

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Statue von Ludwig Windthorst mit verbundenen Augen
Nachweis

Foto: Seebrücke Osnabrück

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In der Innenstadt wurde zum Beispiel die Statue von Ludwig Windthorst mit einer roten Binde versehen. Auf der anderen Seite des Doms traf es Justus Möser sowie den Löwenpudel.

Die Seebrücke Osnabrück, an der auch die Kirchen beteiligt sind, hat eine neue Aktion für mehr Solidarität gestartet. „Nicht wegsehen!“ will dazu motivieren, sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung jeglicher Art einzusetzen.

Am vergangenen Freitag wurden 25 Skulpturen auf öffentlichen Plätzen die Augen mit orangem Stoff verbunden. Das sollte neugierig machen und dazu anregen, eine Botschaft zu lesen, die auf den zweiten Blick bei den Figuren zu entdecken war.

„Mehr als 2400 Menschen sind 2026 bei ihrer Flucht über das Mittelmeer und im Atlantik gestorben. So viele, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Doch wen interessiert das noch? Deutschland und Europa sehen weg.“ So beschreibt Renate Heise von der Seebrücke Osnabrück die aktuelle Situation. Geflüchteten und Migranten werde seit Jahren ihre Menschlichkeit abgesprochen. „Mit dabei sind leider auch die christlichen Parteien CDU/CSU“, so Heise weiter.

Das hat laut Seebrücke die AfD genutzt und weiter angeheizt. Immer mehr Menschen würden ausgegrenzt und diskriminiert – Bürgergeldempfänger, Behinderte, queere Menschen, Bettler und Drogenabhängige sowie politisch Andersdenkende. Ihnen werde die Schuld an allen Problemen unserer Gesellschaft gegeben.

Heise: „So werden unversöhnliche Feindbilder produziert, die immer mehr Menschen ausgrenzen.“ Die Seebrücke ruft deshalb auf, hinzusehen und Partei zu ergreifen für die, die keine Lobby haben. Die Seebrücke trifft sich jeden ersten Montag im Monat um 19 Uhr im Haus der Jugend. Mehr dazu hier auf der Homepage.