Osnabrücker Marketing-Chef

"Die Kirche hat mir viel gegeben"

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Foto: Stadt Marketing

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Alexander Illenseer ist im Ehrenamt Chef des SKM Osnabrück.

Er wirbt für Osnabrück, organisiert Großveranstaltungen: Alexander Illenseer ist Chef der städtischen Marketing Gesellschaft. Im Ehrenamt kümmert er sich um Menschen, die nicht in dieser Hochglanzwelt auftauchen. Er ist Vorsitzender des Vereins für Soziale Dienste (SKM), der unter anderem Obdachlosen hilft.

Über Langeweile kann Alexander Illenseer nicht klagen. Mit seinen 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern organisiert der Geschäftsführer der Marketing Osnabrück Gesellschaft Großveranstaltungen wie die Maiwoche, den Weihnachtsmarkt oder den Tag der Niedersachsen im vergangenen Jahr. Ebenfalls 2025 hat er der Stadt inklusive Stadtverwaltung ein neues Logo und Markenbild verpasst. Illenseer muss dafür sorgen, dass Unternehmen, Arbeitnehmer und Touristen auf die Stadt jenseits der großen Ballungsräume aufmerksam werden. Seine berufliche Mission beschreibt er so: „Ich bin eigentlich immer nur Hochglanz unterwegs.“ 

Doch Alexander Illenseer kennt auch eine andere Seite: Er ist seit Mai letzten Jahres ehrenamtlicher Vorsitzender des katholischen Vereins für Soziale Dienste (SKM). 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat der SKM in Osnabrück. Er bietet Schuldnerberatung, Jugendhilfe, Arbeitsmarktqualifizierungen und Hilfen für Wohnungslose an. Menschen, die oft so gar nicht in ein werbewirksames Stadtbild passen wollen. „Obdachlose gehören eben auch zu einer Stadt in der Größe Osnabrücks. Wir sind ja keine Puppenstube“, sagt Illenseer. 

"Obdachlose gehören auch zu einer Stadt wie Osnabrück."

„Mir geht es beruflich und privat gut. Wenn man gesellschaftliche Funktionen hat, sollte man sich auch für die Gesellschaft engagieren.“ Vom Auszubildenden in der Stadtverwaltung hat sich Illenseer über die Geschäftsführung der CDU-Fraktion im Rat zum Büroleiter des damaligen Oberbürgermeisters Wolfgang Griesert hochgearbeitet und wechselte schließlich 2019 in die Führung des städtischen Tochterunternehmens. Mit Oberbürgermeisterin Katharina Pötter verbindet ihn ein Vertrauensverhältnis, das schon aus gemeinsamen Zeiten in der Jungen Union stammt. In der CDU Osnabrücks ist er gut vernetzt. Eine Vernetzung, die dem Ehrenamt sicher nicht schadet. 

Mehrere Stunden pro Woche investiert Illenseer in den SKM. Für Sitzungen, Telefonate, E-Mails, Kontaktpflege. Der dreiköpfige Vorstand bestimmt die Strategie des Verbandes, trifft Grundsatzentscheidungen und fungiert als Aufsichtsrat für die hauptamtliche Geschäftsführung.

„Bei aller Kritik – die Kirche macht viel Gutes.“ 

Seit der Kindheit ist Illenseer der katholischen Kirche eng verbunden. Seine Großmutter war Pfarrsekretärin in der Pfarrei Heilig Geist in Osnabrück. Pfarrer und andere Geistliche gingen bei der Familie zu Hause ein und aus. Von der katholischen Kita über die Erstkommunion ging es für Alexander Illenseer in die Jugendarbeit. Er engagierte sich als Gruppenleiter, Ferienlagerbetreuer und Lagerleiter, Lektor, Firmkatechet und Mitglied im Kirchenvorstand. So durchlief er das volle katholische Programm. 

„Die Kirche hat mir viel gegeben“, sagt er. Nicht nur Möglichkeiten, sich zu entwickeln und zu engagieren, sondern auch Halt in Lebensfragen. „Bei aller Kritik – die Kirche macht viel Gutes.“ Der Glaube ist für ihn ein „Ankerpunkt, mit dem sich Krisen bewältigen lassen.“ Auch im Blick auf den Tod: „Es ist gut, die Hoffnung zu haben, dass danach noch etwas kommt.“  

Der SKM wirbt mit dem Slogan „Miteinander – füreinander“. Der Verein will dazu beitragen, dass Menschen in Not Hilfe finden, Menschen zum sozial-caritativen Dienst befähigt werden und sich die sozialen Bedingungen verbessern. Infos: skm-osnabrueck.de

 

Ulrich Waschki