Wallfahrten
Drei Pilger-Wochenenden
Foto: Marco Chwalek
Der Wallfahrts-Gottesdienst im Dom zu Schleswig war sehr gut besucht.
Haithabu/Bad Doberan/Ratzeburg Dicke Regentropfen prasselten auf die gut 300 Gläubigen an der Ansgar-Memoria, einem Gedenkort zwischen dem Wikingermuseum Haithabu und der St. Andreas-Kirche in Haddeby. Aus nahezu allen katholischen Kirchengemeinden in Schleswig-Holstein hatten sich am letzten Samstag im August Pilger auf die Spuren des heiligen Ansgar begeben.
Anlass für den Pilgertag war die Missionsreise, die Ansgar vor 1200 Jahren in den Norden unternahm. Nach der ersten Zusammenkunft auf der Wiese mit der Memoria gab es für die Gläubigen mehrere Optionen. Für junge Leute gab es eine Kanutour auf der Schlei, andere machten sich ins nahe Wikingermuseum Haithabu auf und lernten dort etwas über das Leben zur Zeit Ansgars. Die allermeisten begaben sich jedoch auf den etwa dreieinhalb Kilometer langen Ansgarweg. Die Teilnehmer waren eingeladen, durch das Natur- und Denkmalschutzgebiet des Welterbes Haithabu und Danewerk zu pilgern.
Nach einer Mittagspause mit Picknick ging es für die Pilger weiter nach Schleswig. Hier gab neben einer szenischen Lesung über Ansgar auch ein Gespräch über den heutigen Missionsauftrag und Führungen durch den Schleswiger Dom. Prior Bruder Johannes Tebbe aus dem Kloster Nütschau predigte währende des Gottesdienstes und Dekan Christoph Giering erteilte mit einer Reliquie des heiligen Ansgar einen Segen für die Rückfahrt.
Während bei der Pilgerfahrt nach Haithabu und Schleswig Regen vom Himmel fiel, herrschte am Sonntag, 6. September in Bad Doberan allerbestes Pilgerwetter. Eine Teilnehmerin schätzte die Zahl der Menschen, die zum Münster kamen, auf 600. Das Motto lautete: „Selig seid Ihr!“
Wer bis jetzt noch nicht als Wallfahrer unterwegs war, hat noch eine Chance am Sonntag, 13. September bei der Ansverus-Wallfahrt. Um 10 Uhr trifft sich eine Pilgergruppe an der Kirche St. Georg auf dem Berge (Wedenberg 9) in Ratzeburg, wo einst das Kloster stand, in dem Ansverus als Abt wirkte. Nach einer ökumenischen Statio mit der evangelischen Gemeinde gehen die Pilger auf einer etwa fünf Kilometer langen Strecke zum Ansveruskreuz auf dem Rinsberg. Die Ankunft am Ansveruskreuz ist für 11.45 Uhr geplant. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer mag, kann auch direkt zum Ansveruskreuz kommen, wo Erzbischof Stefan Heße um 12 Uhr den Gottesdienst zelebrieren wird. Parallel findet ein Kindergottesdienst statt. Anschließend ist ein gemeinsames Picknick geplant.