Zu Gast im "HumTaTa"-Museum in Emsbüren
Hier ist überall Musik drin
Foto: Petra Diek-Münchow
Wer Bernhard Gortheil in seinem Museum besucht, bekommt oft eine musikalische Kostprobe.
„HumTaTa“: So hat Bernhard Gortheil sein Museum genannt – inspiriert von der Bildergeschichte, in der Wilhelm Busch mit „Rumbumbaß und Tutehorn“ von der Kirmes erzählt. Das Gedicht passt zu Gortheil. Mit einem schwarzen Bowler auf dem Kopf und einer instrumental-verzierten Weste empfängt er seine Gäste in der Alten Amtsvogtei in Emsbüren. Und spielt ihnen erst mal einen Dreißiger-Jahre-Swing vor. Bei dem Ständchen wippt man gleich mit und ist bestens eingestimmt auf die Führung durch den Raum, in dem über 200 Instrumente, von der Mini-Geige bis zum Schifferklavier, stehen, liegen, hängen. Und dazu gibt es jede Menge historische Notenblätter, Liederbücher, Plattencover, Fotos, Figuren und allerlei mehr Schätze.
Ein ganzer Keller voller Instrumente
Seit drei Jahren gibt es das Museum, aber den Grundstock dafür legt Gortheil schon in Jugendjahren. Als 16-Jähriger gibt er Klarinettenunterricht am St.-Arnold-Gymnasium in Neuenkirchen. Als dort im Keller historische Instrumente entdeckt werden, spart er sich das Geld zusammen und kauft den ganzen Fundus auf. „Danach habe ich immer weiter gesammelt“, erzählt der 68-Jährige, aber erst in der Rente findet er richtig die Zeit, daraus diese Dauerausstellung zu gestalten.
Auch seine Berufszeit ist geprägt von Musik. Als 14-Jähriger lernt er das erste Instrument – für die Feuerwehrkapelle im Ort. Aus diesem Hobby wird ein Weg in die Zukunft. Er studiert am Konservatorium in Osnabrück und unterrichtet danach über 40 Jahre an der Musikschule im südlichen Emsland. „Das war absolut mein Ding, ich habe in den Grundschulen Orchester mitaufgebaut.“ Hunderte Jungen und Mädchen macht er mit Saxophon oder Gitarre, Querflöte oder Posaune vertraut. Sie bedanken sich mit kleinen Figuren, die er heute in einer Vitrine ausstellt: Violine spielende Schlümpfe, trompetende Mini-Teddys oder auch der Minnesänger aus dem Asterix-Universum. „Eine wilde Mischung“, sagt er mit einem Schmunzeln und freut sich, wenn er Schülerinnen und Schüler von damals wieder trifft.
Neben der Arbeit als Pädagoge macht Gortheil auch privat Musik: Früher in einer Band, die in den Sälen zum Tanz aufspielte, und als Leiter eines Blasorchesters. Kurz vor der Rente gründet er zwei neue Ensembles: eines für böhmische Blasmusik, das andere für Dixieland-Jazz. Mit den „Hot-River-Horns“ und den „Ems-Vechte-Musikanten“ tritt er immer mal wieder gerne auf. „Eigentlich mache ich heute selbst fast mehr Musik als früher.“
Flöten aus Russland und Skandinavien
Aber für das Museum in Emsbüren, da nimmt er sich gerne Zeit. Einzelbesucher und Gruppen führt er durch den Raum. Zeigt ihnen Flöten aus Russland und Skandinavien, Saxophone aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, Mandolinen, Trompeten, Tubas, Posaunen und Harmonikas. Und viele dieser Instrumente funktionieren noch, wie er mit einem schnellen Griff mitten in die Sammlung und einem weiteren Ständchen demonstriert.
Gerne erforscht Gortheil die Geschichten der Exponate. Wie von dem Harmonium, von dem er noch herausfinden möchte, wo das mal gestanden hat. Ein wenig Zeit muss man sich schon nehmen, um das alles und jedes Detail im „HumTaTa“ zu hören, zu sehen und auszuprobieren. Wie den „Klimperschrank“, den Ansgar Silies für ihn gebaut hat. Daran haben nicht nur Kinder ihren Spaß.
Das „HumTaTa“-Museum an der Papenstraße 15 in Emsbüren hat jeden letzten Sonntag im Monat geöffnet, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zu Erlebnistouren und Buchungen für Gruppen kann man per E-Mail bekommen: info@vvv-emsbueren.de