Lebensretter Mensch und Hund

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Nach einem Jahr Corona-Pause hat der Neubrandenburger Dreikönigsverein jetzt wieder den Siemerling-Sozialpreis verliehen. Ausgezeichnet wurden Beate und Gabriel Fibinger aus Kleeth – und mit ihnen die Rettungshundestaffel „Vier Tore“.

Nach einem Jahr Corona-Pause hat der Neubrandenburger Dreikönigsverein jetzt wieder den Siemerling-Sozialpreis verliehen. Ausgezeichnet wurden Beate und Gabriel Fibinger aus Kleeth – und mit ihnen die Rettungshundestaffel „Vier Tore“.
Verleihung des Siemerling-Preises vor dem Neubrandenburger Dreikönigshospiz. In der Mitte, neben dem Vereinsvorsitzenden Rainer Prachtl, die Preisträger: Beate und Gabriel Fibinger. Foto: Bernd Lasdin

In jedem Jahr ehrt der Neubrandenburger Dreikönigsverein Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern, die sich für soziale Ziele einsetzen. In diesem Jahr war es anders. Der Preis ging nicht nur an Menschen, sondern auch an Hunde. Ohne sie und ihre Spürnasen gäbe es die „Rettungshundestaffel Vier Tore“ nicht. Bei der Preisverleihung, in der der Bürgerbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Crone, die Laudation hielt, erschienen nicht nur die namentlich genannten Preisträger, sondern auch sechs vierbeinige Mitglieder dieser Staffel. 

Offizielle Preisträger sind zwei Menschen: Gabriel Fibinger, der Vorsitzende der Rettungshundestaffel, und seine Frau Beate. Die Staffel, das sind aber noch mehr als 20 andere Retter mit ihren Hunden. 

Seit Anfang der 2000er Jahre engagiert sich Gabriel Fibinger in der ehrenamtlichen Arbeit mit Rettungshunden – anfangs in der Rettungshundestaffel des DRK, die er 2002 gründete. Ein Jahr später folgte die Rettungshundestaffel (RHS) „Vier Tore“, die seitdem auch Mitglied des Bundesverbandes Rettungshunde (BRH) ist.

Die Staffel ist im Einsatz, wenn Menschen vermisst oder verschüttet sind. Einige Einsätze führten sogar ins Ausland, etwa auf die Philippinen, nach Nepal oder im vergangenen Jahr nach Haiti. Zu 20 bis 30 Einsätzen im Jahr werden die Retter gerufen, hauptsächlich im Nordosten Deutschlands. Dahinter aber steckt harte und geduldige Arbeit, nämlich die sorgfältige Ausbildung der Hunde und regelmäßiges Training auf dem Übungsgelände, auf dem die Hunde und ihre Besitzer die Suche nach Menschen einüben. Mitglieder der Staffel sind auch anderweitig aktiv, zuletzt bei einem Hilfskonvoi in die Ukraine.

„Die Rettungshundestaffel steht schon lange im Fokus der Dreikönigsstiftung“, sagte Rainer Prachtl, der Vorsitzende des Neubrandenburger Dreikönigsvereins. „Die beiden Fibingers setzen gerade in diesen bedrohlichen Zeiten Zeichen einer weltumspannenden Solidarität im Katastropheneinsatz und sind somit auch hervorragende Botschafter unseres Landes. Ihnen gebührt höchster Respekt.“

Der Siemerlingpreis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird seit 1994 jährlich verliehen. Nur im Jahr 2021 fiel die Nominierung wegen der Coronapandemie aus.

Text: nkz