Die gute Botschaft hören
Märchenabend in Venhaus
Foto: istockphoto/Romolo Tavani
In Märchen stecken viele faszinierende Botschaften. Das werden auch Gäste eines Abends in Venhaus erfahren.
Seit knapp zehn Jahren trägt Martha Löcken im Umfeld der Pfarreiengemeinschaft Spelle im südlichen Emsland bei verschiedenen Gelegenheiten Märchen vor – regelmäßig zum Beispiel ehrenamtlich in Kindergärten, Grundschulen oder bei Gruppen der katholischen Frauengemeinschaft. Die 73-Jährige wohnt in Venhaus nahe Spelle und hat viele Jahre als Erzieherin gearbeitet. In der Kirchengemeinde engagiert sie sich unter anderem als Wortgottesleiterin, Lektorin und in einem Trauercafé.
Märchen gibt es in allen Kulturen
Märchen haben Martha Löcken schon immer fasziniert. Sie staunt darüber, dass auf der ganzen Welt und in allen Kulturen diese Geschichten zu finden sind – oft mit durchaus ähnlichen Handlungen und Leitmotiven. 2017 hatte sie ein Seminar mitgemacht, um mehr über das Thema zu erfahren und zu lernen. Seitdem erzählt sie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bekannte und lieber noch unbekannte Märchen aus verschiedenen Ländern – wobei sie diese nicht einfach aus einem Buch vorliest, sondern die Stücke tatsächlich frei vorträgt.
In Venhaus wird Löcken auf die Suche nach den Botschaften in Märchen gehen und wie diese zu der frohen Botschaft des christlichen Glaubens passen. Sie entdeckt dabei Parallelen. „Es geht in den Geschichten ja oft darum, was ich anderen Menschen Gutes tun kann – was ich zu einem glücklichen und guten Ende beitragen kann. Und dass man durch ein gutes Werk, ein gutes Wort oder ein Lächeln Menschen erreichen und etwas überbringen kann“, sagt sie. Ein anderer Aspekt in Märchen ist ihr ebenso wichtig – Verantwortung für das eigeneLeben zu übernehmen, dabei auch Hilfe anzunehmen. „Man kann nicht einfach auf einem Stuhl sitzen bleiben, sondern muss sich auch selbst auf den Weg machen.“
Auch nach Ansicht von Dominik Witte, Pastoralreferent und Pastoraler Koordinator der Pfarreiengemeinschaft Spelle, lohnt es sich, auf die Botschaften hinter den Geschichten zu hören. „Viele Menschen verbinden Märchen mit der Kindheit und haben damit in jungen Jahren ihre Erfahrungen gemacht. Ursprünglich waren Märchen jedoch Erzählungen für Erwachsene, die Lebensweisheiten und Erfahrungen weitergaben.“ Der Märchenabend greift zudem das Jahresmotto „hörbar“ der Pfarreiengemeinschaft auf. Das bewusste Hören spielt nach seinen Worten sowohl beim Erzählen von Märchen als auch im Glauben eine wichtige Rolle.
Das Buch von Heinrich Dickerhoff „Die Suche nach dem verborgenen Schatz“ bildet laut Witte an dem Abend die Grundlage, "um das Märchen vom Lumpenkind auch mit dem Blickwinkel des Glaubens zu erschließen". Als Übergang zwischen den Märchen wird es instrumentale Klaviermusik geben. Sie soll helfen, "die Märchen nachklingen zu lassen und einen Moment bei sich zu sein, bevor die nächste Erzählung die volle Aufmerksamkeit verdient", so Witte.
Einen guten Gedanken mit nach Hause
Martha Löcken hofft, dass die Gäste in Venhaus einen guten Gedanken, eine Aufmunterung und Hoffnung in den Märchen entdecken und mit nach Hause nehmen. Gibt es eine Geschichte, die sie besonders gern erzählt? Das bejaht sie sofort und nennt dann „Das Geheimnis der bunten Fäden“: ein poetisches Stück mit viel Lebensweisheit von Ulrich Peters. Es geht darum, um wieviel das eigene Leben bunter und reicher wird, wenn man Zeit, Liebe, Zuwendung und Begegnungen an andere weitergibt. Dann passieren Wunder im Alltag.
Die katholischen Kirchengemeinden der Pfarreiengemeinschaft Spelle laden am Mittwoch, 21. Oktober, um 19 Uhr zu einem Märchenabend in das Pastor-Flohre-Haus in Spelle-Venhaus ein.