St. Adolf-Stift schickt Hilfe
Von Reinbek aus machte sich kürzlich ein Lkw gefüllt mit Spenden des Krankenhauses Reinbek auf den Weg nach Polen. Der Inhalt ist für hilfsbedürftige Menschen beiderseits der Grenze.

Das St. Adolf-Stift hat sich in den letzten Tagen bei der Hilfe für die Ukraine selbst übertroffen. Nicht nur, dass das Krankenhaus insgesamt für rund 15 000 Euro medizinisches Material und Hygieneprodukte sowie warme Decken gekauft hat, auch die Mitarbeiter haben sinnvolle Sachspenden gegeben. Allein dabei sind 26 Kartons auf vier Europaletten herausgekommen. „Ich bin überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft“, sagte Schwester Luise, Flüchtlingsbeauftragte des Krankenhauses Reinbek, als sie die Bilanz vorstellte.
Kürzlich ging ein Lkw der Firma „Die Hausräumer“ auf die Reise nach Polen. Firmenchefin Cecilie Gryselka hatte auf Anfrage von Torsten Christ, Fachbereichsleiter für Bürgerangelegenheiten in Reinbek, den Transport organisiert und die Kosten übernommen – als Zeichen der Solidarität.
Fünf Paletten der vom Krankenhaus gespendeten Hilfsgüter sollten nach Kolo gehen, die Partnerstadt von Reinbek. Sieben Paletten sind für den Konvent der Elisabeth-Schwestern in Warschau vorgesehen. Sr. Luise: „Von dort werden die Spenden weiterverteilt – innerhalb Polens für die Geflüchteten und natürlich möglichst auch direkt in die Ukraine, solange das noch möglich ist.“ Auf den Paletten sind jeweils Güter, die vor Ort gebraucht werden. So hatte Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer mit seinem polnischen Amtskollegen aus Kolo eine Liste erstellt, auf der neben Wärmedecken auch Wundverbände, Pflaster und Erste-Hilfe-Kits standen. Auch Medikamente waren gefragt. Dazu musste das Krankenhaus Formalitäten zur Ausfuhr klären. Das Krankenhaus hat für beide Projekte noch OP-Masken, Einmal-Handschuhe und Desinfektionsmittel dazu gepackt. Die Hilfsmittel sollten, so der Plan, Anfang der Woche vor Ort angekommen sein.
Die Elisabethschwestern hatten sich neben medizinischem Material auch Kleidung, Hygieneartikel und Windeln gewünscht. Sr. Luise: „Ich stehe im Kontakt mit dem Generalat in Rom, um die Hilfsprojekte für die zwei ukrainischen Ordenshäuser zu koordinieren.“ In Odessa und in Tscherwonohrad leben im Konvent jeweils drei Ordensschwestern aus der Ukraine und Polen. Sie haben engen Kontakt zu den polnischen Schwestern. Alle verfügen über eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeiten sonst in der Krankenpflege, Armenfürsorge, Kinderbetreuung und unterstützen die Pfarrkirchen.
„Die Schwestern in Odessa möchten unbedingt vor Ort bleiben, obwohl ihnen angeboten wurde, nach Polen zurückzugehen. Sie betreuen genau wie die Schwestern in Tscherwonohrad in ihrem Haus aktuell alle Menschen, die um Hilfe bitten“, so Sr. Luise. Und weiter: „Die Schwestern aus den polnischen Konventen fahren regelmäßig in die Ukraine mit Hilfsgütern und nehmen auf dem Rückweg Flüchtlinge mit, die dann eine Unterkunft in den polnischen Klöstern und bei Verwandten der Schwestern finden.“
Konzentration auf Flüchtlinge in Reinbek
Das Krankenhaus sammelt vorerst keine Sachsenden mehr und will sich ab sofort auf die Versorgung von Flüchtlingen in Reinbek konzentrieren. Elisabethschwestern und St. Adolf-Stift haben Zimmer auf dem Krankenhausgelände für Mütter mit ihren Kindern zur Verfügung gestellt. Mitarbeiter vermitteln Wohnraum. Fabian Linke, Kaufmännischer Leiter: „Solange der Versichertenstatus noch nicht geklärt ist, übernimmt das Krankenhaus in Notfällen vollkommen unbürokratisch die medizinische Versorgung von ukrainischen Flüchtlingen. Die ersten waren schon da.
Text u. Foto: Andrea Schulz-Colberg