Fazit zum Kirchengarten der Landesgartenschau in Burg

Unaufdringlich Kirche sein

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Sechs Wochen gestalteten Katholiken aus der Region und dem gesamten Bistum das Programm im Kirchengarten der Landesgartenschau in Burg – mit Erfolg, wie die Verantwortlichen sagen.

Der Burger Pfarrer Jörg Bahrke, Daniela Bethge vom Roncalli-Haus und Miriam Wehle vom Fachbereich Pastoral. | Foto: privat
 
Das Engagement katholischer Christen gemeinsam mit Vertretern anderer Konfessionen auf der Landesgartenschau (LAGA) in Burg hat sich gelohnt. Davon sind Miriam Wehle vom Fachbereich Pastoral und Daniela Bethge von der Heimvolkshochschule Roncalli-Haus überzeugt. Allein die katholische Kirche hatte im Kirchengarten sechs Wochen inhaltlich zu gestalten. Die Schau fand vom 21. April bis 7. Oktober statt.
Rund 17 000 Interessierte hätten den unter dem Motto „Aus der Quelle erfrischt“ stehenden Kirchengarten besucht, zirka 7000 von ihnen dort an Gottesdiensten teilgenommen, so die Theologinnen Wehle und Bethge. Beide hatten gemeinsam mit Pfarrer Jörg Bahrke, Diakon Klaus Lange, Gemeindereferentin Kathrin Feineis und Engagierten der Pfarrei in Burg das Programm zusammengestellt, koordiniert und teilweise selbst mitgestaltet. In ökumenischer Verantwortung fanden insgesamt 430 Veranstaltungen statt. 85 Helfer leisteten an den 170 Tagen der Laga zwischen ein und 44 Einsätzen. Und: 2238 Liter Kaffee wurden an Passanten ausgeschenkt.
„Ein zentrales Anliegen war es, auf der LAGA Kirche in ihrer Vielfalt und Farbigkeit zu zeigen“, sagt Wehle, die im Fachbereich Pastoral Referentin für missionarische Pastoral ist. Dies sei durch die Mithilfe zahlreicher Akteure aus dem Bistum und darüber hinaus gut gelungen. Allein die katholischen Angebote reichten von der Präsenz von Benediktinern der Huysburg über eine Präsentation gewebter Stolen durch Pfarrer Christian Vornewald aus Blankenburg, Achtsamkeitsübungen mit Bernadette Deibele aus Magdeburg bis hin zu Kaffeehausmusik mit dem Dessauer Kirchenmusiker Stefan Nusser.
 
Gastfreundschaft ist zutiefst christlich
Die Atmosphäre im Kirchengarten sei stets „gastfreundlich und einladend“ gewesen, sagt Daniela Bethge. Die promovierte Theologin ist in der Heimvolkshochschule Roncalli-Haus für Angebote für religionslose Menschen verantwortlich. „Wir hatten Sitzplätze,  Schatten, frisches Wasser, Kaffee und Kuchen. Es bestand immer die Möglichkeit zum Gespräch. Aber die Besucher konnten sich auch einfach in einen Liegestuhl setzen und ausruhen.“ „Eine solche Gastfreundschaft“, so Wehle ergänzend, „ist doch zutiefst christlich. Sie ist in Burg wunderbar gelungen. Menschen haben sich geöffnet, es gab tiefgehende Gespräche. Den Zeitgenossen Angebote zum Auftanken zu machen, müsse zu dem gehören, was Kirche leistet, ihnen zu sagen: Du darfst sein, wie du bist, so wie es Jesus selbst auch anderen zugesagt hat.“ Dazu gelte es, Anknüpfungspunkte zu schaffen, die für Menschen wichtig sind: Beziehung, Gesundheit, Hoffnung.
Deutlich geworden sei auch, welche Chancen es bietet, „wenn die Kirche ihre Pfarrhöfe verlässt und sich auf die Logik der säkularen Welt einlässt“. Viele Zeitgenossen kämen mit Kirche eher zufällig und unverbindlich in Kontakt, so Bethge. „Hier liegt ein weites Feld und ein unbekanntes land vor uns.“
„Sehr bereichernd“ sei das „Zusammenspiel von fünf christlichen Konfessionen gewesen“, so Bethge weiter. „Es war besonders bei den Gottesdiensten interessant, die Traditionen der anderen kennenzulernen.“ Zugleich sei man beim gemeinsamen Einsatz zu einer Gemeinschaft geworden, die auch weiterhin gemeinsame Aktivitäten entwickeln will.
 
Gute Ökumene ist unverzichtbar
Besucher aus den alten Bundesländern hätten sich immer wieder beeindruckt von der Qualität des ökumenischen Miteinanders bei uns gezeigt. Wehle und Bethge sind sich einig, dass das gesamte Angebot „ohne den evangelischen Kirchenkreis Elbe-Fläming und dessen finanzieller und personeller Ausstattung des Engagements nicht möglich gewesen“ wäre. Und sie stellen fest: „Solche Aktivitäten bedeuten viel Arbeit und erfordern das Mittun vieler Akteure. Aber es lohnt sich.“
„Es war auch ein Experiment“, sagt Miriam Wehle. „Es ging auch darum auszuprobieren, wie wir uns als Kirche mit unserer Botschaft an einem solchen Ort unter vielen nichtchristlichen Besuchern am besten präsentieren können. Wir sind dabei, die Ergebnisse zusammenzufassen und als Broschüre herauszugeben.“
 
Von Eckhard Pohl