Auf Plattdeutsch über den Rosenkranz
"Däi Kopp bett un däi Mensk kann tou Ruhe komen"
Foto: istock/Pawel Kajak
Weltweit gibt es viele verschiedene Rosenkränze und Gebetsketten. Wer sie nutzt, findet darin oft Ruhe und Kraft.
Däi Rousenkranz un annere Gebettsketten
Meist oale Religionen kännt Gebettsketten. Säi bünt ut verscheden Soaken moakt: moal äin Tau met Knüppen, moal Ketten ut Soatkapseln of Steinkes, moal met Holt- off Glasperlen off Edelstein. Oale bünt Hölpe bi dat Tellen van Gebette.
Däi katholschke Rousenkranz (lat. Rousenhäge, Rousengoarn, -kranz) häff ein Krüß an dän Anfang un 5 Perlen, dann 5 Sätze met je 10 Perlen. Met de 4 Tüssenperlen makt dat dann 59 insgesamt. Met däi 5 Gesätze van dän Rosenkranz (däi freudenreiche, däi lichtreiche, däi schmerzhafte, däi glorreiche, un däi trostreiche) verehrt däi Katholiken Maria, däi Mutter Jesu. Bi däi Rousenkranz hören dat Glaubensbekenntnis un däi Gebette: „Vater unser“, „Ave Maria“ und „Ehre sei dem Vater“. Rousenkranz is däi Noam vör däi Kette un dat Gebett. Et is äin katholschke Bruuk, dat häi met dän Doden in dät Graff kump/kömp.
Dai Juden häbbt ain Käppi, däi „Kippa“, däi „Tallit“, dän Gebettsschal un dai „Tefillin“, ain Gebettsreimen ut twäi Däile: däi Arm-Tefillin un
däi Kopp-Teffilin. Däi Reimen verbind Kopp, Hätte un Hand un söll sorgen, dat däi Verstand, dat Gefeul un dat Doun touhope werkt. Säi bünt ock Teiken doavan, dat Gott däi Kinner Israels ut däi Sklaverei in Ägypten fräi moakt häff. Däi Riemen häff 33 Perlen. Säi stoat vör dat Wegnähmen van 33 Oarten van Problemen.
"Mala" und "Misbaka"
In dän Buddhismus hätt dai Gebettskette „Mala“, säi häff 108 Perlen un aine grötere Perle „Guru-Perle“, „Sameru-“ of „Binduperle“. Däi 108 stoaht vör däi 108 Bände van däi versammelten Lehren van Buddha. In dän tibetanischken Buddhismus däilen Perlen däi Mala in 4 Affschnitte vör däi 4 Himmelsrichtungen. In dän Hinduismus hätt däi Kette ock „Mala“. Däi Zahl 108 staiht vör dai 108 Gottheiten van däi Hindus. (1 is dat Göttliche off dat Universum, 0 is däi Leere un 8 is vör dät Unändlicke). Dat Word „Mala“ is Sanskrit un hätt „Meditationskranz“.
In dän Islam hätt däi Gebettskette „Misbaka“ ( Misbaha of Masbaka) of „Tasbih“ bi däi Türken. Tasbih hätt „Lobpreisung“. Däi Kette kännt 3 Affschnitte met je 33 Perlen: Noa jedet Gebett woard 33 Moal „Gepriesen sei Allah“, 33 Moal „Dank gib Allah“ un 33 Moal „Allah ist größer“ säggt. Bi däi 100. Perle hätt dat dann „Es gibt keinen Gott außer Allah“.
Oale Gebettsketten häbt Goudes: Däi Finger tellt, däi Kopp bett un däi Mensk kann tou Ruhe komen.
Hildegard Pool
Die Übersetzung in Hochdeutsch:
Der Rosenkranz und andere Gebetsketten
Fast alle Religionen haben Gebetsketten. Sie sind aus verschiedenen Materialien gefertigt: Mal ein Tau mit Knoten, mal Ketten aus Saatkapseln oder kleinen Steinen, mal mit Holz- oder Glasperlen oder Edelsteinen. Alle Formen sind als Hilfe zum Zählen von Gebeten gedacht.
Der katholische Rosenkranz (lat. Rosenhecke, Rosengarten, -kranz) hat ein Kreuz am Anfang und fünf Perlen, dann fünf Sätze mit je zehn Perlen. Mit den vier Zwischenperlen sind es dann 59 Perlen insgesamt. Mit den fünf Sätzen (auch Gesätz genannt) des Rosenkranzes (der Freudenreiche, der Lichtreiche, der Schmerzhafte, der Glorreiche und der Trostreiche) verehren die Katholiken Maria, die Mutter Jesu. Zum Rosenkranz gehören das Glaubensbekenntnis und die Gebete: „Vater unser“, „Ave-Maria“ und „Ehre sei dem Vater“. Rosenkranz ist der Name für die Kette und das Gebet. Es gibt den katholischen Brauch, dass er mit dem Toten in den Sarg gelegt wird/ wurde.
Die Juden haben ein Käppi, die „Kippa“, den „Tallit“, den Gebetsschal und den „Tefillin“, einen Gebetsriemen aus zwei Teilen: den Arm-Tefillin und den Kopf-Tefillin. Der Riemen verbindet Kopf, Herz und Hand und soll dafür sorgen, dass der Verstand, das Gefühl und die Hand zusammen arbeiten. Der Riemen ist auch Zeichen dafür, dass Gott die Kinder Israels aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat. 33 Perlen stehen für das Wegnehmen von 33 Arten von Problemen.
Im Buddhismus und im Islam
Im Buddhismus heißt die Gebetskette „Mala“, sie besteht aus 108 Perlen und einer größeren Perle „Guru-Perle“, „Sameru“- oder „Binduperle“. Die Zahl 108 steht für die 108 Bände der Werke der gesammelten Lehren Buddha. Im Hinduismus nennt man die Kette auch „Mala“. Die Zahl 108 steht für die 108 Gottheiten der Hindus. (1 ist das Göttliche oder das Universum, 0 ist die Leere und 8 ist für die Unendlichkeit. Das Wort „Mala“ ist Sanskrit und heißt „Meditationskranz“.
Im Islam heißt die Gebetskette „Misbaka“ (Misbaha oder Masbaka) oder „Tasbih“ bei den Türken. Tasbih heißt „Lobpreisung“. Die Kette ist aufgeteilt in drei Abschnitte mit jeweils 33 Perlen: Nach jedem Gebet wird 33 Mal „Gepriesen sei Allah“, 33 Mal „Dank gib Allah“ und 33 Mal „Allah ist größer“ gesagt. Bei der 100. Perle wird gebetet „Es gibt keinen Gott außer Allah“.
Alle Gebetsketten haben ihr Gutes: Die Finger zählen, der Kopf betet und der Mensch kann zur Ruhe kommen.