Osnabrücker Bischof
Klare Grenze gegen Antisemitismus
Foto: Bistum Osnabrück
Bischof Dominicus setzt sich dafür ein, gegen Antisemitismus klare Grenzen zu ziehen.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckten die Nationalsozialisten in Deutschland Synagogen in Brand, schändeten jüdische Friedhöfe und verwüsteten jüdische Geschäfte und Wohnungen. 88 Jahre danach erinnert Bischof Dominicus Meier OSB an die Opfer und ruft zur Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus heute auf.
„Auch in diesem Jahr erinnern wir uns an die Pogromnacht vom 9. November 1938 und an die Verbrechen, die Deutsche an jüdischen Bürgerinnen und Bürgern begangen haben. In diesem Jahr kann ich es nicht bei einem Appell belassen, dass so etwas nicht wieder geschehen darf oder dass Antisemitismus in Deutschland keinen Platz hat.
Ich stelle mit großer Sorge fest, dass Antisemitismus in Deutschland immer weiter um sich greift. Rechtsextreme und völkische Ideologen, linksextreme Aktivisten oder islamistische Akteure nutzen uralte Klischees oder aktuelle politische Entwicklungen, um den Hass auf unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schüren.
An die politisch Verantwortlichen appelliere ich: Tun Sie alles, was in Ihrer Macht steht, um Antisemiten klare Grenzen zu ziehen.
Wir können jedoch auch alle dem Antisemitismus die Stirn bieten. Dafür ist es wichtig, Mut zu finden, die richtigen Argumente parat zu haben und zu wissen, dass man nicht allein ist. Dies wird zum Beispiel in den Kursen „Demokratie stärken – Argumentieren gegen Stammtischparolen“ vermittelt, die Kirchengemeinden und Verbände seit vielen Jahren bei der Katholischen Erwachsenenbildung und beim Sozialen Seminar im Bistum Osnabrück abrufen können und die seit Kurzem auch auf ökumenischer Basis angeboten werden.
Ich lade alle Kirchengemeinden und katholischen Verbände sehr herzlich und dringend ein, dieses Angebot anzunehmen und Gemeindemitglieder und alle Interessierten mit diesem Kurs zu unterstützen.“
Eine Übersicht über Gedenkveranstaltungen im Norden finden Sie hier.
Mehr zum Programm „Demokratie stärken – Argumentieren gegen Stammtischparolen“ findet sich unter https://bistum-osnabrueck.de/demokratie-staerken.