Abt Mauritius Wilde übernimmt Führung für die Abtei in Maria Laach

Maria Laach – Bestimmungsort für Abt Mauritius Wilde

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Ein Mann im Vordergrund, im Hintergrund ein Kloster mit Wald
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Fotos: wikicommons/Karbohut, Edmund Deppe; KI-generiert

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Elf Jahre hat die Suche nach einer neuen Führung für die Abtei in Maria Laach gedauert. Abt Mauritius Wilde hat nun übernommen.

Elf Jahre hat die Suche nach einer neuen Führung für die Abtei in Maria Laach gedauert. Abt Mauritius Wilde hat nun übernommen. Trotz Herausforderungen
schaut er positiv in die Zukunft seiner Abtei. Die Kirche in Deutschland könne viel von Ordensleuten lernen, ist er überzeugt.

Elf Jahre war die Abtei Maria Laach ohne Führung. Abt Mauritius Wilde hat nun sein Amt angetreten. Zuvor war er Prior des Klosters San Anselmo in Rom. „Die Mitbrüder haben sich sehr bemüht, jemanden zu finden. Aber ohne Erfolg“, erzählt er. Es gab in den vergangenen Jahren immer nur temporäre Lösungen, nichts Beständiges. Schließlich hat der Heilige Stuhl ihn mit Pater Maximilian Krenn als seinen Stellvertreter nach Maria Laach gesandt. Letzterer lebte zuvor im Stift Göttweig in Österreich.

Ein Mann steht vor einem Kloster
Abt Mauritius Wilde schaut positiv in die Zukunft seiner Abtei. Foto: Edmund Deppe

Das Duo zeigt sich trotz Herausforderungen zuversichtlich, die Abtei, deren Geschichte bis ins Jahr 1093 zurückreicht, sicher in die Zukunft zu führen: „Die Mönche haben mich und den neuen Prior sehr gut angenommen. Es ist vor allem eine gute Kommunikation nötig, in alle Richtungen. Das gemeinsame Beten hilft, das in den letzten Jahren nie vernachlässigt wurde, aber auch das gemeinsame Feiern, Planen und der Austausch über Themen, die alle angehen“, sagt Wilde. Zur Abtei gehören derzeit 25 Benediktiner. Auch die wirtschaftliche Situation ist nicht einfach. „Besonders der Unterhalt der Immobilien, die unter Denkmalschutz stehen, stellt uns vor Herausforderungen. Wir sind dabei, manche Abläufe und Produktionen in der Abtei so in Ordnung zu bringen, dass sie auch wieder profitabel sind. Ein Kloster erhält ja keine Gelder aus der Kirchensteuer.“

Ich habe gemerkt, dass mir diese gut tut und mir auf meinem geistlichen Weg hilft.

Dabei stand Mönch gar nicht auf Wildes Berufswunschliste. „Eigentlich wollte ich Priester im Bistum Hildesheim werden“, erzählt er. „Aber ich mochte es schon immer ein bisschen radikaler und dachte bei mir: ‚In Hildesheim direkt, da ist alles so gut eingesessen, so gewachsen katholisch. Ich will 
die richtige Diaspora kennenlernen und dort arbeiten‘“, erinnert er sich. So plante er ein Praktikum in der Lüneburger Heide. Doch kurz vor Beginn hatte er einen  Fahrradunfall und konnte nicht anfangen. „Da gab mir ein Seelsorger den Rat: ‚Fahr doch mal in die Abtei nach Münsterschwarzach.‘ Das habe ich gemacht und das Klosterleben hat mich wahnsinnig fasziniert. Danach habe ich mich entschieden, in der Ordensgemeinschaft zu leben. Ich habe gemerkt, dass mir diese gut tut und mir auf meinem geistlichen Weg hilft.“

Über Münsterschwarzach, Nebraska und Rom nach Maria Laach

Der Benediktiner hatte genau das gefunden, was er in seinem tiefsten Inneren gesucht hatte. Und so wurde aus Guntram Wilde der Benediktinermönch Mauritius. In Erinnerung an seine Heimatkirche St. Mauritius in Hildesheim hat er diesen Namen gewählt. Über Münsterschwarzach, Nebraska und Rom ist er nun in Maria Laach gelandet.

„Ich habe das Gefühl, dass ich an meinem Bestimmungsort angekommen bin. Die Abteikirche ist einfach eine traumhaft schöne romanische Kirche mit großartigen Proportionen. Das Kloster hat eine reiche Tradition, vor allem was die Liturgie angeht“, schwärmt Wilde. Er erklärt, dass Maria Laach wichtig für die liturgische Reform in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war. Dort wurde eine der ersten Messen versus populum, mit dem Gesicht des Priesters zum Volk, gefeiert.

Deshalb sind wir sehr zuversichtlich, was die Zukunft angeht.

Abt Mauritius Wilde ist positiv gestimmt. Im Vergleich zu anderen Orden seien die kontemplativen Orden wie die Benediktiner besser dran. „Bei uns in Maria Laach haben wir das große Glück, die große Gnade, dass wir einige junge Mönche haben. Deshalb sind wir sehr zuversichtlich, was die Zukunft angeht“, sagt er. Der Abt hat den Eindruck, dass Kloster und Kirche allgemein bei jungen Menschen wieder beliebter geworden seien, gerade bei denen, die bislang keine Beziehung zu ihr hatten. „Es gibt eine Sehnsucht der Menschen nach Besinnung auf Wesentliches. Das habe ich schon in Rom gespürt. Ich sehe da eine Welle, die Hoffnung macht. Eine Welle, kein Tsunami!“, sagt der Benediktiner.

Im Vordergrund ein See, im Hintergrund ein Gebäude mit Wald
Die Abtei Maria Laach am Rande der Vulkaneifel wurde zwischen 1093 und 1216 erbaut und liegt an der Südwestseite des Laacher Sees. Foto: wikicommons/Karbohut

Für ihre Zukunft könnte die katholische Kirche viel von den Erfahrungen der Ordensleute lernen. „Das ist die Synodalität, weil wir von Anfang an immer synodal waren; das ist die Befähigung zum Gemeinde- oder Gemeinschaftsleben; das ist das Schöpfen aus den Gebeten, aus der Liturgie. Und es ist die Freiwilligkeit der Hingabe.“ Die Zukunft würde sehr stark bei den Ehrenamtlichen liegen. „Das heißt, du gibst einfach was in die Gemeinde, ohne dass du jetzt unbedingt ganz viel zurückerwartest. Auch da kann man sich die Ordensleute zum Vorbild nehmen, denn die geben ja ihr Leben sozusagen dem Reich Gottes jetzt und hier in Fülle. Das kann ein Laie, wenn er eine Familie hat, nur begrenzt tun, aber vom Prinzip her ist das auch ein Vorbild aus dem Kloster“, betont der Ordensmann.

Blick ins Innere eines Klosters
Mehrmals am Tag kommen die Benediktiner in der Klosterkirche zusammen. Sie gilt als eines der am besten erhaltenen romanischen Baudenkmäler in Deutschland. Foto: Edmund Deppe

Auch das benediktinische Prinzip von „ora et labora“, „bete und arbeite“, könne jeder und jedem helfen. Das Gebet stehe für eine gute Beziehung zu Gott und der labora-Teil bedeute, dass man sich in dieser Welt bewährt, zurechtkommt, lebt. „Es geht darum, diese beiden Sachen miteinander zu verbinden. Ich halte das für ein geniales Lebensmotto, was die Benediktiner schon seit 1500 Jahren leben“, so der Abt. Kirche muss sich verändern, ist sich der Ordensmann sicher. „Davor habe ich auch keine Angst, denn Kirche hat im Laufe der Geschichte immer wieder radikal ihre Gestalt verändert und das wird sie auch weiterhin tun. Doch die Zeiten, in denen die Menschen in Scharen in die Kirchen strömten, sind vorbei.“ Wilde sieht einen besonderen Auftrag darin, als Kirche in die Gesellschaft hineinzuwirken, zu den Menschen zu gehen und die Frohe Botschaft zu verkünden: „Das Evangelium hat uns auch heute noch viel zu sagen.“ 

Theresa Breinlich