50 Jahre St. Ursula Alten- und Pflegeheim in Haselünne
Mit den Menschen tief verbunden
Foto: Anna Solbach
Aktiv für das Alten- und Pflegeheim St. Ursula in Haselünne: Schwester Magdalene Lohe und Heimleiterin Gabrielle Kuhl.
Eine der ersten Ordensfrauen dort war Schwester Magdalene Lohe, die noch heute vor Ort lebt und arbeitet. Sie verweist auf das Vermächtnis der Ursulinen-Gründerin Angela Merici: „Und wenn es sich gemäß der Zeiten und Bedürfnissen ergeben sollte, etwas neu zu ordnen oder etwas anders zu machen, tut es klug und nach guter Beratung.“ Nach dieser Anweisung haben sich auch die Ursulinen von Haselünne gerichtet, als sie 1972 ihre Schule an den Kreis Meppen verkauften und am Paulusweg in Haselünne ein neues Kloster mit Altenheim bauten. 1973 war der Baubeginn und zwei Jahre später zogen 43 Schwestern, zwei Lehrlinge, eine Haushaltshilfe, ein Priester mit Haushälterin und bald die ersten Heimbewohner in das neue Haus ein.
Schwester Magdalene Lohe selbst stammt aus Lotten bei Haselünne, wuchs als eine von sechs Kindern in einer landwirtschaftlichen Familie auf. Nach ihrem Eintritt ins Kloster 1968 wurde sie 1973 in den Konvent aufgenommen und legte 1978 ihre ewige Profess ab. Sie hat vor allem als Lehrerin an der Don-Bosco- Schule in Haselünne gearbeitet – und dies über 40 Jahre von 1973 bis 1993.
Enge Verbundenheit mit Haselünne
Ihre enge Verbundenheit mit Haselünne spürt man deutlich. Sie erinnert sich gern an das Leben im alten Kloster und die Anfänge im neuen Haus: „Es hatte 58 Plätze.“ Das Gebäude am Paulusweg war seinerzeit eine echte Innovation: Einzelzimmer mit Bad, eine kleine Küche im Vorraum, eine Gegensprechanlage für den Kontakt zu den Bewohnern sowie eine Radioanlage, die Gottesdienste aus der Kapelle und der Pfarrkirche übertragen konnte.
Im Laufe der Jahre wuchs das Alten- und Pflegeheim stetig. Schwester Paula Heege war die erste Oberin und Heimleiterin (1975–1979), gefolgt von Schwester Ursula Lustig (1979–1997). Schwester Magdalene Lohe wurde 1997 zur Oberin gewählt. In all den Jahren ihres Klosterlebens half sie im Altenheim als stellvertretende Heimleitung. Sie machte Pläne für die Mitarbeiter, begleitete den Bau, Veränderungen im Haus und im Kloster und sorgte für die alten Schwestern mit. Heute ist sie die letzte aktive Ordensfrau im Haus und Oberin der Ursulinen in Haselünne, hält aber Kontakte zur Föderation durch gemeinsame Konferenzen, Anrufe und Besuche. „Klösterliches Leben ist anders geworden“, sagt sie. Seit 2010 arbeitet sie in der Sakristei und seit 2013 zusätzlich als religiöse Begleitung im Altenheim. Ihr Lebensmotto lautet „Zur richtigen Zeit das Richtige tun.“
1998 entschlossen sich die Ursulinen, die Trägerschaft des Altenheims an den Bischöflichen Stuhl zu übergeben. Seitdem liegt die Leitung in anderen Händen. Von 1998 bis 2014 wurde Sabine Ahaus die Heimleiterin. Seit 2015 trägt Gabrielle Kuhl die Gesamtverantwortung für den Betrieb und die Qualität der Betreuung der Bewohner. Neben der Einrichtung einer Tagespflege mit der St. Elisabeth Pflege GmbH wurde eine neue Klausur für die Ordensschwester errichtet, eine betreute Wohnanlage gebaut und das Hauptgebäude kernsaniert. „Seit einem halben Jahrhundert ist St. Ursula ein Ort, an dem Fürsorge, Gemeinschaft und Glauben gelebt werden – mit viel Engagement, Herzenswärme und Weitblick“, sagte die Heimleiterin Kuhl bei der Jubiläumsfeier. Mitgefeiert wurde auch das 25-jährige Bestehen der betreuten Wohnanlage am Piusweg.
Zum 50-jährigen Jubiläum gratuliert unter anderem Generalvikar Ulrich Beckwermert. Er erinnert an die jahrhundertealte Tradition der Ordensschwestern in Haselünne - von den Klarissen (1652–1812) bis zu den Ursulinen. Mit dem Kloster und dem Gymnasium setzten die Ursulinen ab 1845 Maßstäbe in der Mädchenbildung, die weit über die Region hinaus bekannt wurde. „Diese Geschichte ist nicht nur die Geschichte der Ursulinen, sondern auch ein bedeutender Teil der Geschichte des Bistums Osnabrück“, betont der Generalvikar.
Auch Haselünnes Bürgermeister Werner Schräer findet wertschätzende Worte für die Ursulinen und das Team von St. Ursula. Pfarrer Ulrich Högemann hebt in seinem Grußwort die Gründerin des Ursulinenordens, die heilige Angela Merici, hervor - eine mutige Frau mit einer wegweisenden Biografie. Sie wurde 1474 in Desenzano am Gardasee geboren. Schon in den jungen Jahren kümmerte sie sich mit anderen ehelosen Frauen um die Bildung und Erziehung junger Mädchen, die damals noch keine Bildung erhielten. Ihr Wirken sei stets geprägt gewesen von Weitblick, gelebter Gemeinschaft und einem klaren Gegenpol zur Vereinzelung