75 Jahre TAG DES HERRN
Aus dem Leben einer Zeitung
Was waren das für Zeiten! Es erstaunt mich bis heute, dass ich am 27. Mai 1951 das Licht der Welt erblickte und auf den wohlklingenden Namen TAG DES HERRN getauft wurde. Denn die Stimmung in meiner ostdeutschen Heimat war – man kann es nicht anders sagen – kirchenfeindlich. Der Zweite Weltkrieg war noch nicht lange vorbei, die beiden deutschen Staaten positionierten sich langsam in der Weltordnung des Kalten Krieges. Wenn ich meinen jungen Zeitgenossen, den Medien von heute, Instagram und TikTok von damals erzähle, blicke ich in ungläubige Gesichter. Lange ist das alles her, und vieles hat sich seitdem verändert. Manches zum Guten, manches zum weniger Guten. Zumindest ich bin über all die Jahre eine Konstante geblieben, erschien mal wöchentlich, mal zweiwöchentlich, aber immer regelmäßig – bis heute.
Im Mai werde ich also schon 75 Jahre alt! Seit bald zwei Jahren erscheine ich im neuen Format als Zeitschrift und muss sagen: Ich sehe jünger denn je aus. Doch mein jugendliches Aussehen bereitet mir auch Sorge: Ob die Redaktion – die Jungspunde – an meinen Geburtstag denken wird, wo mir doch das stattliche Alter nicht anzumerken ist? Eine große Feier wünsche ich mir gar nicht, doch ein paar kleine Rückblicke auf mein bewegtes Leben wären – in aller Bescheidenheit – doch ganz nett. Hoffentlich lässt sich das Redaktionsteam eine Überraschung einfallen…
Liebe Leserinnen und Leser,
wie könnten wir den runden Geburtstag unseres TAG DES HERRN vergessen? Natürlich möchten wir ihm seinen Wunsch erfüllen und im Jubiläumsjahr auf sein Bestehen zurückblicken. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe!
Viele Menschen begleitet der TAG DES HERRN schon seit Jahren oder gar Jahrzehnten und immer wieder hören wir schöne Anekdoten: Zum Beispiel von einem Leser, der auch mit über 100 Jahren jeden Tag einen Beitrag liest, bis nach zwei Wochen eine neue Ausgabe im Briefkasten liegt. Oder von der jungen Frau, die seit Jahren aus dem Elternhaus ausgezogen ist und in ihrem alten Kinderzimmer immer noch liebevoll ausgeschnittene Artikel vorfindet, wenn sie zu Besuch kommt. Oder von dem Ehepaar, das am wochenendlichen Frühstückstisch in ritualisierter Weise davon begleitet wurde, die Zeitung in der Mitte zu teilen und irgendwann einmütig die Hälften zu tauschen. Das neue Format machte da leider einen Strich durch die Tradition.
Im Jubiläumsjahr möchten wir noch mehr Anekdoten sammeln und mit Ihnen teilen:
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Was ist Ihre früheste Erinnerung an den TAG DES HERRN?
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Was war der schönste, erstaunlichste oder lustigste Beitrag, den Sie in der Zeitschrift gelesen haben?
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Welche besonderen Geschichten oder Legenden über den TAG DES HERRN gibt es in Ihren Familien?
Liebe Leserinnen und Leser,
um unserer Zeitschrift ein würdiges Jubiläum zu ermöglichen, möchten wir Sie bitten, uns bis Mai solche oder ähnliche Anekdoten zu schicken:
per Mail an tdh@st-benno.de
per Post an TAG DES HERRN Redaktion
Stammerstraße 9-11
04159 Leipzig
Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen und das gemeinsame Jubiläumsjahr!
Ihre TAG DES HERRN-Redaktion