Norbert Böhmer möchte die Menschen inspirieren

Beseelt mit Musik

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Norbert Böhmer liebt Musik
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Foto: Thomas Osterfeld

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Seine Botschaft von Vertrauen und Nächstenliebe bringt Norbert Böhmer gerne musikalisch rüber.

Nobert Böhmer ist überzeugt: Musik kann religiöse Momente einfangen. Mit Gitarre, Mundharmonika und gut ausgewählten Songs bereichert der Osnabrücker nicht nur die Gottesdienste in seiner Heimatkirche.

„True colors“ – wahre Farben. Für Norbert Böhmer ist dieser Song von Cyndi Lauper mehr als nur ein Hit in den Charts. Die Botschaft begeistert den Osnabrücker: „Zeig mir deine wahren Farben. Du brauchst dich nicht zu verstellen. Sei, wie du bist.“ Lächelnd betont er: „Das ist doch hochgradig religiös!“

Musik beseelt Norbert Böhmer. Sie ist ein wichtiger Teil seines Lebens – und seines Glaubens. Der 65-Jährige spielt Gitarre, Klavier und Mundharmonika. Er textet und singt. Gerne auch christlich motivierte Popmusik. Denn auch diese Songs zeigen, worum es ihm geht: Nächstenliebe, Vertrauen, Hoffnung, Gemeinschaft, praktisches Tun. 

Band "All You Can Beat"
Mit der Band "All You Can Beat" bereichert der passionierte Musiker das Gemeindeleben. Foto: privat

Songs dazu gibt es reichlich. Mit seiner Band „All you can beat“ spielt Böhmer sie gerne in Gottesdiensten seiner Heimatkirche Heilig Kreuz in Osnabrück, die sie oft musikalisch begleiten. „You´ll never walk alone“, „Hinterm Horizont geht’s weiter“, „Count on me“ – am Ende kommt immer ein Lied, „das nachklingt“.

Norbert Böhmer ist katholisch. Die Konfession hat ihn geprägt. „Ich wurde da reingeboren, das gehört zu mir“, erzählt er. Religiöse Erfahrungen sammelte er in der Familie und im Zeltlager. Bereits mit 18 Jahren leitete er Lager mit 100 Kindern. Immer mit dabei: seine Gitarre. Er ist überzeugt: Musik kann religiöse Momente einfangen. Im Zeltlager, so sagt er heute, „habe ich Erfahrungen fürs Leben gesammelt. Das hat mich geprägt – wie ich arbeite, wie ich heute bin.“

Nach dem Abitur machte Böhmer zunächst eine Ausbildung zum Tischler, später wurde er Berufsschullehrer. Mehr als 30 Jahre lang unterrichtete er an der BBS Bersenbrück im Osnabrücker Land die Fächer Holztechnik und Religion. Studiert hatte Norbert Böhmer zwar katholische Theologie, in seinem Unterricht saßen jedoch junge Menschen aller Konfessionen und Religionen bis hin zu konfessionslosen Schülern. 

Das Fach Religion war für sie nicht verpflichtend. Abmeldungen gab es in Bersenbrück dennoch kaum. Das lag auch an Norbert Böhmer. Der mittlerweile pensionierte Lehrer erzählt: „Wir haben uns ausgetauscht über Fragen zum Leben und zum Glauben.“ Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist sinnvoll an mir, an meiner Arbeit? Die Antworten taten einfach gut. 

Ruhe, Nachdenken, Sinnfindung im Schultrubel. Das war Norbert Böhmer in seinem Beruf stets wichtig. Bekannt war er auch für seine „Meditationen unterm Fensterkreuz“, das in jedem Klassenzimmer zu finden war und für das der gelernte Tischler natürlich ein Auge hatte. Auch hier oft mit dabei: seine Gitarre und seine Musik.

Christsein, das hat für Norbert Böhmer auch viel mit Menschen zu tun, mit dem sozialen Zusammenleben. Dementsprechend engagiert ist er. Der dreifache Familienvater betont: „Der Glaube unterstützt mich, zeigt mir Wege, wie ich mich verhalten kann. Die Bibel ist ein guter Ratgeber.“ In der Coronazeit begann er mit einem alten Jugendfreund einen Podcast: „Die Bibel mit Böhmer und Brand“. Er erzählt: „Die Kirchen waren zu, es fehlte der Zugang zu den biblischen Texten.“ So fing er zunächst über WhatsApp an, Freunden und Verwandten die Lesungen und das Evangelium des Sonntags über das Smartphone vorzulesen. Seine Zuhörer waren begeistert, auch er selbst findet es spannend, sich mit den Texten zu beschäftigen. Es entstand der wöchentliche Podcast auf YouTube, der bis heute läuft und bei dem natürlich auch Musik nicht fehlen darf.

Norbert Böhmer ist ein aufgeschlossener, positiver Mensch. Angesichts der Missstände hadert der Katholik jedoch derzeit oft mit seiner Konfession, fragt sich: Kann ich ohne Kirche Christ sein? Seine Antwort: „Ja, schon. Aber die Menschen hier, die müsste ich dann aufgeben. Das möchte ich nicht.“ Er ist überzeugt: „Wenn ich in einer Gemeinde positive Erfahrungen mache, dann kann ich auch zum Glauben kommen.“ 

Norbert Böhmer ist aktiv, packt mit an – beim Gemeindefest, als Lektor, im Familienkreis, in der Band. Der Entertainer ist überzeugt: „Glaube muss erlebbar sein.“ Mit seinem Engagement und der Musik möchte er seinen Teil dazu beitragen. Das Repertoire seiner Band ist gut ausgewählt. Mit dabei ist auch der unter anderem von Josh Groban interpretierte Song „You Raise Me Up“ (Du baust mich auf). Böhmer: „Damit kann man die Leute gut nach Hause schicken."

Astrid Fleute