Traditioneller Fastenmarsch im Dekanat Emsland-Nord
Gemeinsam Hoffnung schaffen
Foto: Katholisches Jugendbüro Emsland-Nord
Fastenmarsch im Dekanat Emsland-Nord im vorigen Jahr: Auch diesmal kann jeder mitmachen, der mobil ist und Freude an der Bewegung hat.
Jedes Jahr am dritten Fastensonntag versammeln sich Menschen aus der Region, um gemeinsam zu gehen, zu beten, zu informieren – und vor allem, um Solidarität mit Menschen in Ländern des globalen Südens zu zeigen. Auch die Herausforderungen der Corona-Pandemie konnten diese lebendige Tradition nicht brechen: In einem angepassten Sonderformat wurde der Fastenmarsch fortgesetzt.
Am 8. März 2026 wird von 9 bis 18 Uhr der 44. Misereor Fastenmarsch stattfinden. 51 Stationen laden in diesem Jahr dazu ein, sich auf den Weg zu machen: Von Twist-Adorf im Süden bis Brual im Norden des Dekanats. Die Teilnehmenden können sich ihre Route individuell zusammenstellen, die meisten Stationen sind ganztägig besetzt und bieten neben Impulsen und Informationen auch Verpflegung an – von belegten Brötchen über heiße Würstchen bis zu einer kräftigen Suppe.
Im Mittelalter zogen Menschen durch die Regionen, um auf Hunger, Armut oder andere Krisen aufmerksam zu machen und um Hilfe zu bitten. Der Misereor Fastenmarsch im Emsland knüpft an diese Wurzeln an, doch mit einem modernen, globalen Blick: „Wir wollen Bewusstsein schaffen für die Lebenswirklichkeit von Menschen in den Ländern des globalen Südens und gleichzeitig aktiv Solidarität zeigen“, erklärt Maike Schiering, Dekanatsjugendreferentin und eine der zentralen Organisatorinnen des Fastenmarsches. Gemeinsam mit Sabine Hunfeld-Jansen und einem großen Team von Ehrenamtlichen koordiniert sie die aufwändige Vorbereitung und Durchführung der Aktion.
Jedes Jahr wählt das Team des Dekanats in Zusammenarbeit mit Misereor ein konkretes Projekt aus, das durch die Spenden des Fastenmarsches unterstützt wird. In diesem Jahr fließen alle Mittel in die Misereor Fastenaktion „Hier fängt Zukunft an“. Dieses Projekt fördert junge Menschen aus armen Familien in Kamerun, indem es ihnen praxisorientierte Berufsbildung, Existenzgründungsberatung und materielle Starthilfe ermöglicht.
„Es geht darum, jungen Menschen eine Perspektive zu geben, damit sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten können“, sagt Maike Schiering. „Das ist ein wichtiger Beitrag, um Armut nachhaltig zu bekämpfen und die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern.“ Die Teilnehmenden des Fastenmarsches tragen also mit jedem Schritt dazu bei, dass aus Hoffnung Zukunft wird.
Jede Station ist ein kleines, lebendiges Zentrum der Begegnung und Information
Hinter dem Fastenmarsch steckt ein enormes ehrenamtliches Engagement. „Der Fastenmarsch im nördlichen Emsland ist der größte deutschlandweit“, berichtet Maike Schiering stolz. 1982 von Pastor Gerrit Weusthoff aus Papenburg ins Leben gerufen, hat sich die Aktion kontinuierlich vergrößert. Im vergangenen Jahr starteten 1985 Menschen den Fastenmarsch mit 48 Stationen und sammelten 68.302,94 Euro für ein Frauenhilfsprojekt auf Sri Lanka – rund 6000 Euro mehr als im Vorjahr. Auch die Teilnehmerzahl wuchs um mehr als 500 Personen. In diesem Jahr erweitern drei weitere Stationen in Lähden, Bockhorst sowie Ober-/Niederlangen das Angebot.
Die Vorbereitung erfordert eine sorgfältige Planung: Von der Festlegung der Route über die Abstimmung mit Gemeinden, Kirchen und Behörden bis hin zum Einholen der notwendigen Genehmigungen für öffentliche Wege und Versammlungen. „Wir müssen sicherstellen, dass an allen 51 Stationen von 9 bis 18 Uhr Ansprechpartnerinnen vor Ort sind“, erklärt Maike Schiering. Diese Ehrenamtlichen kümmern sich um die Ausschilderung, nehmen die Kontaktdaten der Teilnehmenden auf, stempeln die Fastenmarsch-Hefte ab und sorgen für Verpflegung.
Jede Station ist dabei ein kleines, lebendiges Zentrum der Begegnung und Information. Die Verpflegung ist vielfältig: Von Suppe über Würstchen bis zu Pommes – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Nach dem Marsch sammeln die Verantwortlichen die Spenden ein, rechnen Kilometer und Geldbeträge zusammen und leiten alles an das katholische Jugendbüro in Papenburg weiter.
Erstmals gibt es in diesem Jahr eine digitale Fastenmarschkarte, die per QR-Code oder online unter boje-verbund.de/fastenmarschkarte abrufbar ist. Sie zeigt alle Stationen mit Fotos, Adressen und Kilometerangaben. Die Karte bietet verschiedene Routenvorschläge und Alternativstrecken.
Mitmachen kann jeder, der oder die mobil ist und Freude an Bewegung hat – allein, mit Familie, Freunden oder in Gruppen. Die Länge der Route bestimmt jeder selbst. Im Vorfeld suchen die Teilnehmenden Sponsoren, die einen bestimmten Betrag pro Kilometer oder eine feste Summe spenden. Nach dem Marsch wird mit den Sponsoren abgerechnet, auf Wunsch stellen die beteiligten Kirchengemeinden oder das katholische Jugendbüro Spendenquittungen aus.
„Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen sich jedes Jahr engagieren, wie viel Herzblut und Zeit in diese Aktion fließt“, sagt Maike Schiering. „Der Fastenmarsch ist ein Beispiel dafür, wie wir gemeinsam Hoffnung schaffen und die Welt ein Stück besser machen können.“
Das katholische Jugendbüro in Papenburg steht für Fragen und Anmeldungen bereit:
Telefon 0 49 61/27 57, E-Mail: r.scheffler@bistum-os.de