Wahlen zum PGR und Kirchenvorstand am 7. und 8. November

Der Wähler und die Urne

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Ein Stapel mit Werbung für die Gremienwahl
Nachweis

Foto: Dom Medien

In den Bistümern Hildesheim und Osnabrück wird fleißig Werbung gemacht für die Wahlen zu den Laiengremien. Jetzt ist die Frage: Was können Gemeinden tun, damit die Gläubigen wählen gehen?

Am 8. November ist Wahlsonntag – es geht um die Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände in den Bistümern Hildesheim und Osnabrück. Welche Wege können Gemeinden gehen, um möglichst viele ihrer Mitglieder in die Wahlkabinen zu bekommen?

Kirchengemeinden leben vom Engagement ihrer Mitglieder. Das weiß auch Detlef Brückner, der seit Jahrzehnten in seiner Heimatgemeinde Heilige Engel in Hannover aktiv ist. Im Vorlauf der Gremienwahl im Bistum Hildesheim arbeitet er besonders daran, möglichst viele Menschen in seiner Gemeinde zur Stimmabgabe zu motivieren. Immerhin soll die Wahl den Ehrenamtlichen den Rücken stärken und nicht zu einer rein formalen Angelegenheit verkümmern. Aber auch in der Pfarrei Heilige Engel war die Beteiligung in der vergangenen Wahlperiode niedrig: Nachdem sich gerade genug Personen gefunden hatten, um die Gremien zu füllen, habe sich niemand mehr viel Mühe gemacht. „Wir hatten genug Kandidaten und zack, ist die Wahl gelaufen“, sagt Brückner. Das soll nicht wieder vorkommen.

Nach Rückmeldungen aus der Gemeinde setzt Brückner darauf, die Kandidaten und die anstehende Wahl sichtbarer zu machen. Wie? „Es wird eine Sonderausgabe unserer Pfarrnachrichten geben, in der die Kandidaten persönlich vorgestellt werden“, sagt Brückner. Außerdem werden die vorläufigen Kandidatenlisten ausgehängt und im Internet verfügbar gemacht. Zusätzlich verweisen der gemeindeeigene Newsletter und ausgehende Pressemeldungen regelmäßig auf die Wahl.

Eine ähnliche Strategie wird auch in einer Pfarrei im Bistum Osnabrück verfolgt. Die Gemeinde Christus König in Osnabrück plant eine Wurfsendung an alle katholischen Haushalte, in der die Kandidaten mit Bild zu sehen sind. „Per QR-Code kommt man auf die Homepage, wo jeder Kandidat in 180 Zeichen seine Motivation für die Mitarbeit schildern kann“, sagt Peter Klösener, der zum Kreis der Ehrenamtlichen gehört. Auf die Wahlen aufmerksam zu machen, ist auch ihm wichtig: „Um zu zeigen, dass es in der Kirche demokratische Prozesse gibt.“

In Ostfriesland bieten Gemeinden auch Briefwahl an

Die Gemeinde hat auch gute Erfahrungen damit gemacht, Werbestände auf dem Wochenmarkt aufzustellen. „Vielleicht gibt es auch wieder das externe Wahllokal vor dem Einkaufsladen“, sagt Klösener über Ideen am Wahlwochenende. Mit den Urnen dorthin zu gehen, wo die Menschen sich tatsächlich aufhalten, habe in der Vergangenheit gut funktioniert.

In Ostfriesland setzt die Pfarreiengemeinschaft Neustadtgödens, Aurich, Wiesmoor und Wittmund in diesem Jahr auf Briefwahlen: „Wir wollen das, wie bei den Kommunalwahlen, möglichst niedrigschwellig gestalten“, sagt Dennis Pahl, pastoraler Koordinator. Die Unterlagen zur Briefwahl werden am Wochenende vor der Wahl nach den Gottesdiensten ausliegen und können direkt vor Ort ausgefüllt werden.

Neben den Vermeldungen im Gottesdienst nutzt die Pfarreiengemeinschaft für die Wahlwerbung auch ihre Whatsapp-Community. Man erreiche damit zwar auch nicht jedes Gemeindemitglied, „aber immerhin diejenigen, die vielleicht nur einmal im Monat in der Kirche sind“, sagt Pahl. So sollen die Informationen an möglichst viele Wahlberechtigte gelangen.

In Hannover hat Detlef Brückner, der auch beruflich im Vertrieb mit Pfarrbriefen zu tun hat, noch weitere Tipps für eine langfristigere Vorbereitung einer guten Gremienwahl: „Wir haben praktisch schon vor einem Jahr angefangen, auf die Wahl aufmerksam zu machen.“ Über ihre Pfarrnachrichten, die Engelsposaune, habe die Gemeinde die Wahl immer wieder in Erinnerung gerufen und auch den Pfarrgemeinderat und den Kirchenvorstand besonders vorgestellt. Denn: „Die Gemeinde verinnerlicht, dass sie durch ehrenamtliches Engagement getragen wird.“

Frauke Mählmann

Informationen zur Wahl in Osnabrück gibt es unter: www.gremienwahl-bistum-os.de