Caritas-Kampagne macht auf Armutsgefährdung aufmerksam
"Die Altersarmut wird zunehmen"
Sozialverbände in Niedersachsen machen auf eine wachsende Gefahr aufmerksam: Immer mehr Menschen werden nicht genug zum Leben haben, wenn sie alt sind. Das betrifft auch jene, die heute noch jung sind.

Gefahr der Altersarmut aufmerksam zu machen. Foto: Stefan Jäkel
Mit einer Demonstration, der man sich nur im Internet anschließen kann, will der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen auch in Corona-Zeiten Stimmen gegen Altersarmut sammeln. Der SoVD-Landesvorsitzende Bernhard Sackarendt sagte, viele Menschen wüssten nicht, dass auch sie von Armut bedroht sein könnten. „Gerade Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung sowie jüngere und ältere Menschen tragen ein hohes Armutsrisiko.“
Auch auf politischer Ebene werde noch immer zu wenig dagegen getan. „Mit der Demo geben wir dem frühzeitigen Kampf gegen Armut ein Gesicht“, sagte der niedersächsische Verbandschef in Hannover. „Wir müssen den Politikerinnen und Politikern zeigen, dass sie jetzt endlich handeln müssen.“ Wenn es um die Frage nach sozialer Gerechtigkeit und Frieden gehe, stehe die Bekämpfung von Armut an zentraler Stelle, heißt es beim SoVD. Der Verband will deshalb den Finger in die Wunde legen. Und deutlich machen, dass Corona die Lage zwar verschärft habe, das sie aber auch vorher schon prekär war.
Mehr Menschen suchen Hilfe in der Beratung
Auch beim Osnabrücker Diözesan-Caritasverband weiß man um die problematische Entwicklung der Altersarmut. „Wir blicken mit Sorge darauf. Denn wir müssen davon ausgehen, dass sich dieses Problem mittel- und langfristig verschärft“, so Pressesprecher Roland Knillmann auf Anfrage des Kirchenboten. Die hohe Quote von Menschen, die aktuell ein geringes Einkommen haben, werde zu einer hohen Quote von Menschen werden, die von ihrer Rente nicht leben könnten. „In unseren Beratungsstellen verzeichnen wir eine Zunahme von Ratsuchenden, wenn es um Fragen der allgemeinen sozialen Beratung geht. Das ist ein Indikator für eine Verschärfung der Situation rund um die Altersarmut“, so Knillmann.
Wer sich an der Demonstration im Internet beteiligen will, kann sich neben einer roten Figur mit der Aufschrift „Wie groß ist dein Armutsschatten?“ fotografieren lassen und das Bild dann online stellen. Die Figuren machen zurzeit an verschiedenen Orten in Niedersachsen im Zuge einer Kampagne auf die Armutsgefährdung aufmerksam. (pe/epd)
Infos zur „Demo“: www.demo.armutsschatten.de
Kontakt zu Beratungsstellen der Caritas im Bistum Osnabrück: www.caritas-os.de