Von Gebetswache bis Osterwiese
Die Kar- und Ostertage in der Familie gestalten
Foto: Kaja Reichardt/Unsplash.com
Das Osterfest ist reich an Traditionen.
Legen Sie eine Osterwiese an. Dazu brauchen Sie: einen Blumentopf oder eine Schale aus Ton, Blumenerde, Kressesamen, Pinsel und Farben, um die Töpfe zu bemalen. Und so wird es gemacht: Die Kinder dürfen im Vorfeld den Topf oder die Schale mit ihren Lieblingsfarben bemalen. Schön sind österliche Symbole. Wenn die Farbe getrocknet ist, wird der Topf/die Schale mit Blumenerde befüllt. Darauf verteilen die Kinder den Samen und drücken ihn leicht an. Anschließend wird die Erde mit den Samen gegossen. Die Osterwiese kann am Ostersonntag als Tischdeko dienen. Natürlich kann die Kresse auch zum Osterfrühstück gegessen werden.
Backen Sie mehrere Osterbrote und/oder Osterlämmer zum Verschenken. Beim Überreichen an der Tür müssen Sie dann nicht die ganze Abendmahlsgeschichte erzählen, sondern sagen zum Beispiel: „Gründonnerstag ist für uns ein Tag, an dem wir teilen; wir wollten einfach mal danke sagen, dafür dass ihr unsere Kinder in Notfällen immer von der Schule abholt.“ Ein Rezept für ein selbstgebackenes Osterlamm: 100 g Butter oder Margarine, 100 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Prise Salz, 2 Eier, 60 g gemahlene Nüsse, 60 g Mehl, 60 g Speisestärke, 1 ½ TL Backpulver. Die Zutaten zu einem Rührkuchen vermengen und in die eingefettete Form geben. Bei ca. 180 Grad Celsius etwa 40 Minuten backen.
Laden Sie am Gründonnerstag mehrere Leute zum Essen ein und schauen Sie, was passiert. Haben Sie keine Angst, es gibt kein Richtig oder Falsch.
Bekleben Sie leere Streichholzschachteln mit weißem Papier, bemalen sie bunt, beschriftet mit einem schönen Gedanken oder Bibelvers. Ideal zum Weiterverschenken, auch zusammen mit einer Osterkerze.
Setzen Sie sich mit dem Ritual der Fußwaschung auseinander. Dazu brauchen Sie Schüsseln mit warmem Wasser, Seife und Handtücher. In der Antike war eine Fußwaschung so selbstverständlich wie heute Duschen oder Zähneputzen. Das kirchliche Ritual an Gründonnerstag erinnert daran, wie Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung den Jüngern die Füße gewaschen hat. Wer das nicht mag: Die Fußwaschung ist nur ein Beispiel im Johannesevangelium. Dahinter steckt die Idee der Umkehr von Machtverhältnissen. Sie können in kleiner oder großer Runde auch diskutieren: Wie stelle ich die Sichtweise der Welt auf den Kopf? Was kann ich anders machen?
Verabreden Sie sich zu einer gemeinsamen Gebetswache.
Basteln Sie am Karfreitag mit Ihren Kindern Kreuze und suchen Sie dafür Material in der Natur. Sie können auch gemeinsam die Texte in der Kinderbibel lesen und mit Klemmbausteinen das Gehörte nachbauen, zum Beispiel die Kreuzigung. Oder Sie schauen sich kindgerechte Filme an (angeboten von kirchlichen Hilfswerken), die zum Beispiel thematisieren, wo es ungerecht auf der Welt zugeht.
Bauen Sie eine Klagemauer aus Steinen mit der Möglichkeit, Gebets- und Klagezettel zu hinterlassen. Verbrennen Sie die Zettel dann die im Osterfeuer.
Suchen Sie bei einer Radtour Wegekreuze auf oder besuchen Sie Gedenkstätten.
Sammeln Sie Steine bei einem Spaziergang (Karfreitag), gestalten Sie die Steine kreativ (Karsamstag) und verschenken Sie die bemalten Steine als Ostergruß (Ostersonntag, Ostermontag).
Unternehmen Sie am Ostersonntag eine Fahrradtour zu verschiedenen Kirchen und schauen Sie sich die Motive der Osterkerzen an. Oder gehen Sie am Ostersonntag über einen Friedhof mit der Frage: Glaube ich an ein Leben nach dem Tod?
(asa, mit Ideen von Pastoralreferentin Stefanie Lübbers, Haus Ohrbeck)