Sonnenschein-Preis 2022 für Ehrenamtliche

Ein Dank an die vielen Helfer

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Jedes Jahr stellt die Caritas gute Taten im Bistum heraus. Mit ihrer Stiftung unterstützt sie Projekte von Ehrenamtlichen, die sich um benachteiligte Menschen kümmern. Nicht nur das Geld hilft, auch die Wertschätzung.


Dankeschön: Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung hat vor allem Ehrenamtliche für ihren Einsatz für benachteiligte Menschen ausgezeichnet. Foto: Caritas/Roland Knillmann

Solidarität, Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Respekt sind Werte, die die Caritas in Deutschland seit 125 Jahren verkörpert. Dazu braucht es Menschen, die diese Maxime mit Leben füllen. Wie wichtig dabei die Arbeit von Ehrenamtlichen ist, zeigt sich gerade jetzt in einer Zeit vieler Krisen. Die Osnabrücker Caritas-Gemeinschaftsstiftung zeichnet daher jedes Jahr Menschen aus, die Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen.

Fünf Projekte aus Meppen, Papenburg, Rhauderfehn, Bremen und Haren/Ems wurden jetzt ausgezeichnet. Johanna Sievering, stellvertretende Caritasdirektorin, bedankte sich bei einer Feier in Bersenbrück bei den vielen Tausend Ehrenamtlichen, die sich für Menschen in Not engagieren. Sievering hob hervor, dass immer mehr junge Menschen ein freiwilliges Engagement suchen: „Junge Menschen achten stark auf Werte. Die Bereitschaft, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren, wächst. Das ist supergut!“

Der Stiftungsratsvorsitzende, Weihbischof Johannes Wübbe, hob hervor, dass in vielen der ausgezeichneten Projekte Ehren- und Hauptamtliche eng zusammenarbeiten: „Caritas steht dafür, dass sich Haupt- und Ehrenamt ergänzen, um Menschen zu helfen!“ Wübbe moderierte zusammen mit Ludger Abeln, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, die Preisverleihung. 

Papenburg: Ehrenamtliche im Haus Arche
Im Haus Arche in Papenburg bietet ein Team von haupt- und ehrenamtlich Engagierten für Menschen, die kein Zuhause haben, eine Anlaufstelle. Die besondere familiäre Atmosphäre in der Einrichtung wird vor allem von Ehrenamtlichen geprägt. Sie haben ein offenes Ohr und führen persönliche Gespräche, die die Gäste, oftmals Durchreisende, häufig nicht kennen. Wenn nötig, wird auch ein Besuch im Krankenhaus organisiert. Die Stiftung fördert das Projekt mit 1000 Euro.

Haren: Ehrenamtliches Team „Ukraine-Hilfe“
Das Gut Kellerberg, ein alter Gutshof in Haren, ist ein Standort von „Vitus“, der großen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in Meppen. Auf dem Gut leben seit einiger Zeit neun ukrainische Jugendliche und junge Männer mit geistiger Behinderung. Die Gruppe wird von zwei ukrainischen Müttern begleitet, die Englisch und Russisch sprechen. 
Unterstützt werden die jungen Menschen von einigen hauptamtlichen Vitus-Mitarbeitern, die sich dort in ihrer Freizeit engagieren. Sie helfen den Ukrainern, um ihnen zum Beispiel mehr Stabilität im Kontakt mit anderen Menschen zu geben. Zudem stehen die Ehrenamtlichen den beiden Müttern in der Betreuung insbesondere an Wochenenden zur Seite. Mit der Gruppe unternehmen sie zum Beispiel Ausflüge. Damit die Geflüchteten sich in die deutsche Gesellschaft integrieren können, unterstützen die Engagierten die rechtlichen Betreuer. Zudem kümmern sie sich mit um Einschulungen oder eine Aufnahme in die berufliche Bildung in der Werkstatt von Vitus. Die Stiftung unterstützt das Engagement mit 500 Euro.

Rhauderfehn: Fentjer schenken Fentjern
Ursprünglich sorgten die Ehrenamtlichen der Aktion „Fentjer schenken Fentjern“ in Rhauderfehn in Ostfriesland für ein kleines Weihnachtsgeschenk. Sie überraschten Familien mit Kindern, denen es nicht so gutging, oder ältere und einsame Menschen. Seit der Gründung im Jahr 2004 hat sich die Aktion verändert: Die Zahl der Beschenkten ist um das Zehnfache gestiegen, mittlerweile ist die Aktion das ganze Jahr über aktiv. Die Ehrenamtlichen helfen Flüchtlingen, die Fuß fassen müssen, oder Kindern, denen der Zuschuss zur Klassenfahrt fehlt – und andere Menschen, die in der ostfriesischen Gemeinde in Not sind. Die Stiftung legt 500 Euro für diese Arbeit dazu.

Bremen: Sprachcafé im Übergangswohnheim
Im Übergangswohnheim Bremen-Walle finden traumatisierte Flüchtlingsfrauen Schutz. 19 Plätze stehen für die Frauen und ihre Kinder zur Verfügung. Durch das Sprachcafé lernen die Bewohnerinnen mit Hilfe von Ehrenamtlichen, sich in Alltagssituationen zurechtzufinden. Sie trainieren, wie ein Einkauf in einem Supermarkt funktioniert oder wie ein Arztbesuch abläuft. Zum Angebot gehören auch Exkursionen zu Bibliotheken, Kulturinitiativen und Freizeiteinrichtungen sowie anderen sozialen Einrichtungen im Stadtteil. Die Stiftung honoriert dieses Engagement mit 500 Euro.

Meppen: Ehrenamtliche der Wärmestube
15 Ehrenamtliche sorgen in der Meppener Wärmestube dafür, dass bedürftige Menschen eine Anlaufstelle haben. Zweimal in der Woche können sich dort Menschen in Not Lebensmittel abholen und in Ruhe einen Kaffee trinken. Die Ehrenamtlichen bereiten an jedem Öffnungstag ein warmes Mittagessen zu. Zusätzlich gibt es immer die Möglichkeit für ein vertrauliches Gespräch oder einen kleinen Schnack. Die Stiftung fördert das Projekt mit 500 Euro.

Videos zum neuen Caritas-Song
Im Anschluss an die Verleihung des Sonnenschein-Preises freuten sich die ca. 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ein weiteres Highlight: die Sieger der Lip-Synch-Challenge „Das machen wir gemeinsam“. Bei der Challenge ging es darum, dass Teams zum neuen Caritas-Song mit dem Titel „Das machen wir gemeinsam“ ein Video produzierten und zur Musik des Lieds passend die Lippen bewegten. Sieben Teams erhielten Sonnenblumen, eine Urkunde und eine finanzielle Anerkennung. (cpo/kb)

 

Wer war Carl Sonnenschein?

Zum 14. Mal wurde der Sonnenschein-Preis für ehrenamtliches Engagement in diesem Jahr verliehen. Der Preis wird von der Caritas-Gemeinschaftsstiftung ausgelobt und ist nach Carl Sonnenschein benannt. Der katholische Priester wirkte unter anderem in Berlin als Sozialreformer. Ein wichtiges Anliegen Sonnenscheins war die Förderung sozialen Engagements eines jeden Katholiken. Auch die Zentrale des Diözesan-Caritasverbandes am Knappsbrink in Osnabrück erinnert mit ihrem Namen an ihn. (cpo/kb)