Katholiken in den nordischen Ländern

Ein starkes Bekenntnis

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Gottesdienst kleine Kirche
Nachweis

Foto: Bistum Osnabrück/Thomas Arzner

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Nach einer Stadtführung in Osnabrück feierten die katholischen Studienteilnehmer einen Gottesdienst in der Kleinen Kirche mit dem Bischof von Reykjavik, David Tencer.

In den Ländern Nordeuropas leben die Katholiken in der Minderheit. Die theologische Studienwoche des Ansgar-Werks ermutigt sie im Glauben. Thema in diesem Jahr: Christus – im Lied, in der Spiritualitätsgeschichte, in der Kunst.

Martin Tigges wagt ein musikalisches Experiment. Bevor er das beliebte Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“ auf dem Keyboard anstimmt, schlägt der Diözesankirchenmusikdirektor vor, dass jeder in seiner eigenen Sprache singt. Deutsch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Isländisch: das Sprachgewirr ist perfekt. Und dennoch klingt es harmonisch. Der Glaube verbindet die Menschen aus der Diaspora der nordischen Länder – auch beim gemeinsamen Singen. Und so mancher Lacher ist an diesem Nachmittag zu hören. Etwa, wenn ein Muttersprachler die finnischen Liedzeilen zunächst vorspricht und die anderen sich beim Nachsprechen fast die Zunge verknoten.

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Theologische Vorträge, Bibelarbeit, Gottesdienste und einen länderübergreifenden Austausch: Das schätzen die Katholiken aus der nordischen Diaspora am meisten. Foto: Anja Sabel

„Ich glaube an Jesus Christus“ ist das Thema der 52. Theologischen Studientagung des Ansgar-Werks der Bistümer Osnabrück und Hamburg – in Anlehnung an das Konzil von Nizäa vor 1700 Jahren. Und auf dessen Ergebnis, das Glaubensbekenntnis von Nizäa, worauf sich bis heute alle christlichen Konfessionen berufen. Mehr als 30 Priester, Ordensleute und aktive Laien aus Norwegen, Finnland, Dänemark, Schweden und Island haben sich wieder auf den Weg gemacht ins Bildungshaus Ohrbeck, darunter der Bischof von Kopenhagen, Czeslaw Kozon, und erstmals der Bischof von Reykjavik, David Tencer. 

Das Konzept der Studienwoche ist nach wie vor erfolgreich

„Ich glaube an Jesus Christus“ – dieses Bekenntnis sei Teil unserer christlichen Identität, sagt Mitorganisator Bruder Andreas Brands. „Aber es braucht nicht nur dieses Bekenntnis, sondern auch Taten“, beispielsweise im Umgang mit anderen Menschen. Und Mut. Gerade dort, wo die Katholiken in der Minderheit leben, kostet es oft Überwindung, offen über den Glauben zu sprechen. Die Priester, Ordensleute, Katechetinnen und Katecheten genießen es deshalb, sich auszutauschen und länderübergreifend kennenzulernen, sich theologisch weiterzubilden, sich intensiv mit Bibeltexten auseinanderzusetzen und Gottesdienst zu feiern. Das ermutigt und stärkt sie im Glauben. Das Konzept der Studienwoche, von Spenden für das Ansgar-Werk finanziert, ist nach wie vor erfolgreich.

Dorner
Friederike-Andrea Dorner vom Diözesanmuseum Osnabrück sprach über Christus in der Kunst. Foto: Anja Sabel

Christus im Lied, in der Spiritualitätsgeschichte – und in der Kunst. Ein Grundbedürfnis aller Gläubigen sei es, Gott nahe zu sein und Christus zu begegnen, sagt Kunsthistorikerin Friederike-Andrea Dorner vom Diözesanmuseum Osnabrück. Wie kann Kunst dabei helfen? Dorner bringt die Abbildung eines spätmittelalterlichen Moniles aus der Domschatzkammer mit. Dabei handelt es sich um eine Reliquienkapsel, die als Schmuckstück um den Hals oder am Gürtel getragen wurde. Ein „absolutes Statussymbol“ Endes des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts. 

Die Menschen in dieser unsicheren, von Pest oder anderen Krisen gekennzeichneten Zeit, plagte eine enorme Angst um das eigene Seelenheil. Von einem solchen Monile erhofften sie sich Heil. Körpernah getragen, diente es der privaten Andacht, es wurde berührt und geküsst. Christus ist ungewöhnlich plastisch und lebensecht dargestellt. Kein leidender Christus mit Dornenkrone, sondern der Auferstandene. „Ein Christus zum Anschauen und Anfassen“, sagt Dorner. 

Anja Sabel

Zur Sache

Das Ansgar-Werk ist eine Stiftung, die 1967 vom damaligen Osnabrücker Bischof Helmut Hermann Wittler gegründet wurde. Durch Spenden, Kollekten und persönliche Kontakte fördert das Hilfswerk die katholische Kirche in den nordeuropäischen Ländern.