Große Gastfreundschaft, tiefe Gläubigkeit

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Blick auf die Muttergottes.
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Foto: Torben Knaak

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Ein erhabener Moment: der Blick auf die Muttergottes.

Unter dem Dach der Mecklenburger Pfarrei Heilige Edith Stein und des Klosters Nütschau gingen junge Erwachsene auf Pilgerfahrt zur Muttergottes von Guadalupe in Mexiko.

Die Strahlkraft der Muttergottes von Guadalupe, einem Stadtviertel von Mexiko-Stadt, fasziniert gläubige Katholiken weltweit. Vor fast 500 Jahren wurde dort eine Marienerscheinung bezeugt, die noch heute Menschen in ihren Bann zieht und die zu Tausenden dorthin pilgern. Aus dem Erzbistum Hamburg machte sich Ende März eine 13-köpfige Pilgergruppe junger Erwachsener auf den Weg, flog 12 Stunden übers Meer und wurde von der Heilig-Geist-Gemeinde in der an die Metropole angrenzende Stadt Nezahualcóyotl beherbergt – unweit der Basilika, wo das Gnadenbild angebetet wird.

Ein Teil der Reisegruppe aus dem Erzbistum war gerade in der Basilika, während die anderen mit ihren Gastgebern einen Ausflug ins Grüne machten. Foto: Torben Knaak

Die Idee für die vom Bonifatiuswerk und einem Programm für internationale Jugendarbeit geförderten Reise entstand bereits vor vier Jahren, als einige aus der Gruppe das Hamburger Partnerbistum Iguazú besuchten, sagt Torben Knaak. Er fungierte  mit seinem Bruder und mit Bruder Lukas Boving vom Kloster Nütschau als Reiseleiter. Konkret wurden die Pläne Mitte 2025.

Mehrere Diözesen in Mexiko hätten sie angeschrieben, so Knaak. Dass sich die Gemeinde aus Nezahualcóyotl meldete, hat ganz viel mit dem dortigen Pater Benjamin zu tun. Der hatte in Österreich studiert und so eine Verbindung zur deutschen Sprache. „Es war sehr amüsant zu hören, wie ein Mexikaner Deutsch mit österreichischem Akzent spricht“, erzählt der Boizenburger. Sogar ein paar österreichische Lieder wurden gesungen.

Mit dabei waren übrigens auch zwei junge Leute aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Bis sich die Sicherheitslage in Mexiko zu sehr verschärfte, waren immer wieder Freiwilligendienstleistende von dort aus nach Mittelamerika gereist, um in Gemeinden der Diözese zu unterstützen und den Austausch zu pflegen.

Am Strand von Cancún feierte die Gruppe einen Gottesdienst mit Bruder Lukas. Foto: Torben Knaak

Begeistert berichtet Knaak von der Gastfreundschaft der Einheimischen, „die echt unbeschreiblich ist.“ Je zu zwei, drei Personen wurden sie privat in den Familien untergebracht. Tanz, Gitarrenmusik, Gesang, große Feste und Gottesdienste: Reihum kamen die Gäste aus Deutschland mit Jugendlichen und Gemeindemitgliedern zusammen. Auch die Sehenswürdigkeiten wurden natürlich besucht.

Mit Bruder Lukas einen Priester dabei zu haben, sei „ein großer Segen“ gewesen, sagt Knaak, „weil wir täglich die heilige Messe feiern konnten“. Für die jungen Katholiken aus der Diaspora sei es auch besonders gewesen, in die verschiedenen Gebetsformen eintauchen zu können: „Rosenkranz, eucharistische Anbetung, Beichte und tägliche Messe, das war schon was, was uns sehr getragen hat.“ Hinzu kamen die Gespräche – Spanisch-Grundkenntnisse und die Übersetzung per Handy waren sehr hilfreich – und der vertiefte Einblick, wie die Menschen vor Ort ihren Glauben leben und was er für sie bedeutet.

„Tief beeindruckender Moment“ beim Besuch der Basilika

Da auch die Heimsuchung durch „Montezumas Rache“ zu den Erfahrungen nahezu aller Mexiko-Reisenden gehört, musste die Fahrt zum großen Platz mit der neuen Basilika, wo „Unsere liebe Frau von Guadalupe“ verehrt wird, und der daneben liegenden alten Basilika in zwei Gruppen an unterschiedlichen Tagen erfolgen. Ein „tief beeindruckender Moment“ sei dieser Besuch für ihn persönlich gewesen, so Knaak, der viele nachhallende Eindrücke mitgenommen hat. Nach sieben Tagen im Zentrum des Landes schloss sich noch ein zweitägiger Aufenthalt in Cancún am Golf von Mexiko an, des Rückflugs wegen. Knaak ist von Beruf Flugbegleiter, was für die Planung einer solchen Reise ganz sicher nicht von Nachteil war.

Marco Heinen