Katholische Öffentliche Büchereien
Hygieneregeln auch für Bücher
Auch für die Mitarbeiter von Katholischen Öffentlichen Büchereien sind die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht überstanden. Besondere Vorsichtsmaßnahmen sind nach wie vor nötig. Leseabende und Buchausstellungen können nur unter Auflagen stattfinden.

Viele katholische öffentliche Büchereien sind in Gemeindehäusern oder Kindertagesstätten untergebracht – Gebäude, die im Frühling wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wochenlang geschlossen waren. Unter Auflagen haben die Büchereien jetzt wieder geöffnet. Aber es ist immer noch wichtig, sich an die Corona-Regeln zu halten.
„AHA“-Regeln einhalten
Nach wie vor gelten in und vor den Gebäuden die sogenannten „Aha“-Regeln. Dabei steht die Abkürzung „Aha“ für den Dreiklang Abstand, Hygienemaßnahmen und Alltagsmaske. Das bedeutet für die Katholischen Öffentlichen Büchereien, dass Besucher den nötigen Abstand zueinander und zu den Mitarbeitern halten müssen:1,5 bis zwei Meter, je nach Bundesland. Darüber hinaus gibt es bestimmte Hygieneregeln und alle Besucher sollen eine Alltagsmaske, also eine Mund-Nase-Bedeckung, tragen.
Abstandsgrenzen markieren
Damit die Besucher dem Team nicht zu nahe kommen, sollte man auf dem Fußboden die Abstände markieren. An der Ausleihestation kann man darüber hinaus einen Tisch zwischen Besucher und dem Platz schieben, an dem die Büchereimitarbeiterin am Computer sitzt, damit der Abstand wirklich gewahrt wird. Eine Plexiglasscheibe schützt vor Tröpfcheninfektionen. Unter der Scheibe sollte genügend Platz sein, um ein Buch durchzuschieben. Das Buch wird eingescannt und dem Leser mitgegeben. Weil viele Büchereiräume sehr klein sind, empfiehlt es sich, dass immer nur eine Person beziehungsweise eine Familie (aus einem Haushalt) die Bücherei betreten darf. Die anderen warten solange draußen vor der Tür.
Hygieneauflagen
Voraussetzung, damit Besucher die Bücherei betreten dürfen, ist ein umfassendes Hygienekonzept. Es beinhaltet, dass alle, die die Räume betreten, Alltagsmasken tragen und zuvor die Hände waschen und desinfizieren. Deshalb ist es sinnvoll, dass eine Büchereimitarbeiterin, die draußen auf die Abstände achtet, den Besuchern zeigt, wo sie ihre Hände waschen können. Das Desinfektionsmittel sollte im Eingangsbereich zur Bücherei bereitstehen. Bevor geöffnet wird und zwischendurch können Türklinken und andere Oberflächen geputzt und desinfiziert werden.
Ruhefrist für Rückgaben
Bücher, die zurückgebracht werden, dürfen laut Vorschrift nicht sofort wieder verliehen werden. Sie müssen für 72 Stunden, also drei Tage, zwischengelagert werden und können erst dann wieder ins Regal gestellt werden. Oder man desinfiziert sie mit einem Reinigungsmittel (muss 70 Vol % Alkohol enthalten).
Lieferservice
Einige Leser und Leserinnen sind nach wie vor vorsichtig und wollen die Bücherei nicht selbst aufsuchen. Ihnen könnte man einen Lieferservice anbieten: Sie können anrufen oder, wenn das Büchereisystem BVS bereits entsprechend eingerichtet wurde, den Bestand der Bücherei von zu Hause aus mit Computer oder Smartphone einsehen. Bei der Auslieferung könnten andere Ehrenamtliche helfen, zum Beispiel aus den Jugendgruppen.
Veranstaltungen
Eine Lesung zu veranstalten, bei der Neuerscheinungen vorgestellt werden, ist möglich, wenn ein großer Saal genutzt werden kann, in dem die Gäste mit Abstand zueinander sitzen. Getränke und Snacks anzubieten, geht nur dann, wenn das ungeöffnete Mineralwasser und die einzeln verpackten Kekse schon am Tisch bereitliegen. Keinesfalls dürfen offene Schalen mit Knabbersachen herumgereicht werden, auch Büffettsituationen sind nicht erlaubt. Während der Veranstaltung müssen die Gäste in den meisten Bundesländern einen Mund-Nase-Schutz tragen. Es ist sinnvoll, für solch einen Leseabend eine Anmeldungsliste zu führen.
Problematisch sind Veranstaltungen für Kinder, bei denen gebastelt wird. Hier müsste man jedem Kind eigenes Material, eine eigene Schere und einen eigenen Klebestift zur Verfügung stellen.
Leseabend per livestream
Manche Gemeinden haben während der Corona-Krise ihre Gottesdienste per Livestream auf Youtube gestreamt. So könnte man auch eine Lesung mit zwei oder drei Akteuren vor der Videokamera veranstalten und live übertragen. Dabei ist zu bedenken, dass wegen des Urheberrechts und der GEMA-Gebühren zuvor die Verlage um Erlaubnis gebeten werden müssen.
Buchausstellungen
Im Herbst organisieren viele Büchereiteams traditionell eine Buchausstellung, oft verbunden mit einem Kuchenbüffett. Doch gemütliches Kaffeetrinken und Plaudern ist in Corona-Zeiten nicht möglich. Es müsste eine Tischbedienung organisiert werden, die Gäste müssten sich in Namenslisten eintragen und weit voneinander entfernt sitzen. Also bräuchte man für die Cafeteria einen großen Saal sowie einen weiteren für die Ausstellung.
Die Buchausstellung selbst kann nicht wie früher organisiert werden. Unter den geltenden Hygieneregeln könnte nur eine begrenzte Anzahl Besucher in den Raum gelassen werden; diese dürften die ausgestellten Bücher nicht in die Hand nehmen und durchblättern.
Andrea Kolhoff