Neue Sommerserie des Kirchenboten - Teil 3

Mit einem Blick auf die Ems

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Ein Mann steht an der Ems
Nachweis

Foto: Petra Diek-Münchow

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Stiller Lieblingsplatz: Marcel Speker zieht es immer mal wieder an die Emsauen zwischen Geeste und Wachendorf.

Nur ein kurzer Fußmarsch – dann steht Marcel Speker schon an dem Ort, den er jetzt bei gutem Wetter besonders schätzt. Die Emsauen: nicht weit von seinem Arbeitsplatz im Lingener Ludwig-Windthorst-Haus (LWH).

„Wir brauchen nur eine Viertelstunde, dann sind wir schon da“, sagt Marcel Speker und zieht die Bürotür hinter sich zu. Flotten Schrittes marschiert der 50-Jährige, der seit vier Jahren die katholische Akademie im emsländischen Lingen leitet, die Treppe hinunter auf den "Kamp Hoog". Hinaus aus der heute heißen Sonne in den kühlenden Schatten der Eichen und Buchen. Und wird dann ein bisschen langsamer. Zu dieser Stunde um kurz vor 12 Uhr fahren nicht so viele Autos über die schmale Straße. Er genießt das satte Grün rechts und links des Weges, hört die Vögel über sich in den Baumkronen, lässt die letzten Häuser hinter sich und biegt am Ende links ab auf einen unbefestigten Pfad. Steht dann schon auf einer Wiese und am Ufer – auf den Emsauen zwischen Wachendorf und Geeste. An einer Stelle ist das Gras ein wenig plattgedrückt. „Da hat sicher ein Angler gesessen“, mutmaßt Speker.

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Hierhin, wo der Fluss in sanften Schleifen gemächlich durch die flache Landschaft fließt, zieht es den Akademiedirektor immer mal wieder, wenn es seine Zeit erlaubt. In der Mittagspause, zwischen zwei Veranstaltungen, nach Feierabend. Eher zufällig hat er den Platz an der Ems bei einem Spaziergang entdeckt, als er noch der „Neue“ im LWH war. Und hat den Ort gleich gemocht. Weil es hier wunderbar still ist, weil der Blick in den weiten Himmel und auf das Wasser darunter entspannt. „Hier kann ich kurz auftanken und meine Gedanken sortieren“, sagt er. Und das tut in einem oft durchgetakteten Tag zwischendurch richtig gut. Daher kommt er meist alleine.

Zudem erinnert ihn die Aussicht ein bisschen an seine Kindheit. Speker ist in Telgte im Münsterland aufgewachsen. Die Ems schlängelt sich quer durch die Stadt und die Emsauen nördlich davon gelten als besonders malerisch mit ihren Sandbänken, Steilufern und wilden Weiden. Gern denkt er an die Spaziergänge und Entdeckungen dort – fühlt sich damit verbunden, wenn er jetzt nahe am LWH in den emsländischen Emsauen steht.

Diese kleinen Pausen im Alltag sind ihm wichtig. Er versucht, sich zumindest für einen Moment mal herauszunehmen, sich zu besinnen, die einfache Dinge wahrzunehmen und zu genießen.  „Und das muss man ganz bewusst machen, denn sonst macht man es gar nicht“, ist er überzeugt. Gibt es noch einen anderen Ort, den er jetzt im Sommer besonders schätzt? „Unsere Terrasse zu Hause in Bad Bentheim“, kommt die Antwort sofort. Da kann er dann bei einem Kaffee oder einem Glas Wein so richtig „runterkommen“.

Sommerserie 2025

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Entdecken Sie die „Windthorst-Meile“

Auf dem Weg zu den Emsauen geht es ein Stück auch über die „Windthorst-Meile“, die auf 1,6 Kilometern dann wieder zurück in den Garten des LWH führt. Entlang des Weges stehen zehn Infotafeln über den katholischen Parlamentarier und Zentrumspolitiker Ludwig Windthorst, Namensgeber der Akademie. Sie geben Antworten auf Fragen wie: Was hat einen Juristen aus dem Osnabrücker Land veranlasst, sich politisch zu engagieren? Welches Verständnis von Staat und politischen Entscheidungswegen gab es im Königreich Hannover, in Preußen und im deutschen Kaiserreich des 19. Jahrhunderts?  Lassen sich Parallelen oder Ähnlichkeiten zu den politischen Fragen und Entwicklungen der Gegenwart finden?

https://www.lwh.de/