Aussendung in den Gemeindedienst
Neue Seelsorgerinnen für das Bistum Osnabrück
Fotos: Anja Sabel
Motiviert für ihre unterschiedlichen Aufgaben: Sechs Gemeindereferentinnen werden am Samstag, 27. September, in den pastoralen Dienst gesandt.
Lena Bowen
Alter: 29 Jahre
Beruf: Gemeindereferentin
Herkunftsgemeinde: St. Franziskus, Werpeloh
Praktikums-/Ausbildungsgemeinden: Pfarreiengemeinschaft Geeste (Christus König Dalum, St. Antonius Geeste, St. Isidor Osterbrock, St. Nikolaus Groß Hesepe)
Einsatzort seit 1. August 2025: Bundesseelsorgerin der Katholischen Landjugend-Bewegung (KLJB) Deutschland in Bad Honnef bei Bonn
Warum ich beruflich in der Kirche tätig bin:
Ursprünglich hatte ich andere Pläne. Ich habe ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) gemacht und danach begonnen, Grundschullehramt in Hildesheim zu studieren, für die Fächer Englisch und katholische Religion. Doch nach einer Weile merkte ich, dass es nicht das Richtige für mich war. Ich tat mich vor allem schwer damit, Kinder im Fach Religion zu benoten. Als mich die ehemalige Gemeindereferentin meines Heimatortes dann darauf brachte, selbst Gemeindereferentin zu werden, machte es Klick.
Der Glaube spielte in meinem Leben schon früh eine große Rolle. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Kirche und Ehrenamt schon immer wichtig waren. Meine Mutter leitet eine katholische Kindertagesstätte und ist Mitglied im Kirchenvorstand. Mein Vater war einige Jahre im Pfarrgemeinderat und ist im Kolpingvorstand. Meine beiden Schwestern sind derzeit im KLJB-Vorstand. Auch viele andere Verwandte engagieren sich in Vorständen oder Arbeitsgruppen. Ich bin stolz, aus solch einer Familie zu kommen, das hat mir für meinen Weg viele Kompetenzen und Eigenschaften mitgegeben.
Mein Glaube trägt mich im Alltag, vor allem in schwierigen Situationen. Ich bin sehr froh darüber, dass ich glauben kann und darf, da es mir in meinem Leben weiterhilft. Mehr über Lena Bowen
Elisabeth Focks
Alter: 57 Jahre
Beruf: Gemeindereferentin
Herkunftsgemeinde: St. Johannes, Spelle
Praktikums-/Ausbildungsgemeinden: Kirchspiel Emsbüren
Einsatzort seit 1. August 2025: Leiterin des Kolping-Bildungshauses in Salzbergen
Warum ich beruflich in der Kirche tätig bin:
Ich trage eine tiefe Überzeugung in mir: Die Werte der Kirche sind für mich ein kostbarer Schatz – zeitlos, tragend und zutiefst menschlich. Sie bieten Orientierung, Hoffnung und Gemeinschaft. Es erfüllt mich, Menschen in verschiedenen Lebensphasen zu begleiten. Auch wenn ich den Beruf als Gemeindereferentin als solchen nicht weiter ausübe, erfahre ich genau diese Werte weiterhin in der Kolpingsfamilie. Für mich ist es ein Geschenk, mit Herz, Verstand und einer offenen Haltung zu erleben, was in echter Begegnung steckt. Mehr über Elisabeth Focks
Sonja Peselmann
Alter: 51 Jahre
Beruf: Gemeindereferentin
Herkunftsgemeinde: St. Aloysius, Nortrup
Praktikums-/Ausbildungsgemeinden: Pfarreiengemeinschaft im Artland (St. Aloysius Nortrup, St. Marien Badbergen, St. Marien Quakenbrück, St. Paulus Hengelage)
Einsatzort seit 1. August 2025: Pfarreiengemeinschaft im Artland
Warum ich beruflich in der Kirche tätig bin:
Seit meinem Referendariat als Lehrerin war ich hauptsächlich an Schulen in kirchlicher Trägerschaft beschäftigt. Nicht nur der Religionsunterricht, sondern die Gesamtgestaltung der Schulpastoral in ihrer Vielfältigkeit haben diese Zeit bereichert. Eigentlich hat sich nun als Gemeindereferentin nur die Perspektive verändert. Ich muss Menschen nicht mehr bewerten, hechte keinem Curriculum hinterher. Ich darf nun Menschen aller Generationen begleiten. Die Möglichkeit, Glauben zu teilen, Gemeinschaft zu erleben und Kirche vor Ort mitzugestalten, ist für mich ein echter Mehrwert und erfüllt mich mit großer Freude und Sinnhaftigkeit.
Anna Freckmann
Alter: 30 Jahre
Beruf: Gemeindereferentin
Herkunftsgemeinde: St. Josef, Lingen-Laxten
Praktikums-/Ausbildungsgemeinden: Praktika während des Studiums in den Pfarreiengemeinschaften Wallenhorst und Overledingerland, Ausbildung in der Pfarreiengemeinschaft Hasegrund (St. Johannis Alfhauen, St. Vincentius Bersenbrück, St. Johannes Lage/Rieste, St. Paulus Vörden)
Einsatzort seit 1. August 2025: Pfarreiengemeinschaft Wietmarschen-Lohne
Warum ich beruflich in der Kirche tätig bin:
Ich bin in der Jugendarbeit großgeworden. Über zehn Jahre lang bin ich mit ins Messdiener-Zeltlager gefahren – zunächst als Teilnehmerin, später als Leiterin. Schon dort habe ich gespürt: Das ist ein Ort, an dem jeder Mensch einfach sein darf. Ein Ort, der Gemeinschaft lebt und Vielfalt willkommen heißt.
Mit 21 Jahren begann ich als Teamerin in der katholischen Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth sowie im Schulungsteam Emsland-Süd. Dort wurde mir klar: Dieses Gefühl des „Sein-Dürfens“ wird durch genau diese Arbeit gestärkt. Die katholische Kirche schafft mit ihren pädagogischen Angeboten Räume, in denen junge Menschen sich selbst entdecken und als Gemeinschaft zusammenwachsen können – ganz ohne Bewertung, aber mit einer grundlegenden Wertschätzung.
Besonders berührt haben mich die Juleica-Kurse, in denen Jugendliche mit beeindruckender Leidenschaft und mit Herzblut für ihr jährliches Zeltlager eintreten. Zudem haben mir die inklusiven Freizeiten im Marstall Clemenswerth gezeigt, wie bedeutsam es ist, einen Ort zu gestalten, an dem jede Person willkommen ist – unabhängig von Herkunft, Fähigkeiten oder Lebensweg. Hier wird die christliche Botschaft der Nächstenliebe und der unantastbaren Würde jedes Menschen spürbar gelebt.
Diese Erfahrungen haben mein Menschenbild geprägt und meine Motivation gestärkt, mich beruflich in der Kirche zu engagieren. Ich möchte Räume schaffen, in denen Menschen einfach Mensch sein dürfen – gehört, gesehen und geschätzt. Mein kirchlicher Dienst soll genau das ermöglichen: Begleitung, Begegnung und ein Miteinander, das von Wertschätzung und Würde getragen ist.
Silvia Janzen
Alter: 48 Jahre
Beruf: Gemeindereferentin
Herkunftsgemeinde: St. Johannes der Täufer, Esterwegen
Praktikums-/Ausbildungsgemeinden: Pfarreiengemeinschaft Abraham, Esterwegen
Einsatzort seit 1. August 2025: Pfarreiengemeinschaft Abraham, Esterwegen
Warum ich beruflich in der Kirche tätig bin:
Ich habe mich für einen kirchlichen Beruf entschieden, weil mir der Glaube in meinem Leben immer wieder Halt gegeben hat – besonders in Momenten, in denen vieles unsicher oder schwer war. Dieses tiefe Urvertrauen, dass sich neue Türen auftun, wenn andere sich plötzlich schließen, begleitet mich bis heute. Ich wollte vor allem Kindern und Jugendlichen aufzeigen, dass Kirche mehr ist als Liturgie und Gottesdienst – dass sie ein Raum sein kann für echte Begegnung, für Fragen, für Gemeinschaft und für Hoffnung.
Schwester Siji Poruthukaran
Alter: 40 Jahre
Beruf: Gemeindereferentin
Herkunftsgemeinde: St. Antony’s Church Kodannur im Erzbistum Thrissur, Kerala in Indien. Ich gehöre der Kongregation der Schwestern von der Anbetung des Allerheiligsten Sakraments an. Seit sieben Jahren wohne ich mit meinen zwei Mitschwestern im St. Marien-Konvent in Papenburg.
Praktikums-/Ausbildungsgemeinden: Pfarreiengemeinschaft Immanuel Lathen, Lathen-Wahn, Renkenberge und Wippingen
Einsatzort seit 1. August 2025: Pfarreiengemeinschaft Immanuel
Warum ich beruflich in der Kirche tätig bin:
Vor 19 Jahren habe ich mein Leben ganz in Gottes Hände gelegt und bin Ordensfrau geworden. Mein Beruf als Gemeindereferentin passt genau zu meiner Berufung – ich darf das tun, was meinem Herzen entspricht. Mein Glaube und meine Beziehung zu Jesus geben mir Kraft und tragen mich jeden Tag. Diese Erfahrung darf ich in meinem Beruf weiterleben und weitergeben.
Früher habe ich als Krankenpflegerin gearbeitet und später in der Krankenhausseelsorge Menschen begleitet. Dabei habe ich gesehen, wie verletzlich Menschen sind – nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Viele suchten Halt, hatten aber niemanden, der sie unterstützte. Das hat mich tief berührt und mir die Augen geöffnet. So habe ich mich für einen neuen Weg entschieden.
Ich möchte gerne mit den Menschen zusammen als Suchende unterwegs sein, Brücken bauen, Hoffnung schenken und ein kleines Licht zu den Menschen tragen. Dieser Beruf ist keine bloße Arbeit, sondern eine Hingabe an Gott und an die Menschen. Diese Verbindung schenkt mir immer wieder neue Kraft und Freude – und lässt mich meinen Dienst mit Liebe und Zuversicht tun.
Die Sendungsfeier am 27. September um 10.30 Uhr wird live aus dem Dom im Internet übertragen.