Katholische Theologin wird Konventualin im evangelischen Kloster
Neuer ökumenischer Glanz
Foto: Kloster Amelungsborn
Dagmar Stoltmann-Lukas ist die erste katholische Konventualin im Kloster Amelungsborn. Sie wurde von Abt Stephan Schaede in ihr Amt eingeführt.
Die Theologin Dagmar Stoltmann-Lukas übt ihre Aufgabe wie alle Mitglieder des Konvents ehrenamtlich aus. Im Hauptberuf ist sie persönliche Referentin des Diözesanadministrators im katholischen Bistum Hildesheim, Weihbischof Martin Marahrens. Die neue Konventualin stammt aus Gesmold bei Osnabrück und studierte Germanistik und Theologie in Münster, Jerusalem und Wien.
Zunächst arbeitete sie als theologische Grundsatzreferentin im Bistum Hildesheim und übernahm dort ab 2007 die Aufgabe der Ökumene-Referentin. 2018 berief sie der damalige Bischof Heiner Wilmer zur persönlichen Referentin – ein Novum in der über 1200-jährigen Geschichte des Bistums. Stoltmann-Lukas ist verheiratet und lebt in Hildesheim. Die Zusammenarbeit der Konfessionen ist für sie ein zentrales Anliegen. „Wir sind nie allein unterwegs“, betonte sie.
Das Kloster Amelungsborn wurde 1135 aus dem niederrheinischen Kloster Altenkamp heraus als Zisterzienserkloster gegründet. Die ursprünglich romanische Klosterkirche St. Marien wurde Mitte des 14. Jahrhunderts gotisch erweitert. 1568 wechselte das Kloster zum evangelischen Bekenntnis, behielt aber die Verbindungen zum katholischen Zisterzienser-Orden bei. Heute ist es Teil der „Gemeinschaft evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland“.
Mönche leben heute nicht mehr in Amelungsborn. Stattdessen gibt es einen ehrenamtlichen Konvent, der von Zeit zu Zeit im Kloster zusammenkommt. Seit 2021 gehören ihm auch Frauen an. Zu der Anlage gehören neben der Klosterkirche eine Bibliothek, Tagungshäuser und ein historischer Klostergarten. (epd)