Gedenkfeier für Corona-Tote

Thuiner Schwester steht für Einzelschicksale

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Mit einer zentralen Gedenkfeier an diesem Sonntag erinnert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die Corona-Toten: Großeltern, Mütter und Vater, Schwestern oder Brüder, die von ihren Angehörigen schmerzlich vermisst werden. Auch im Bistum Osnabrück gibt es Gottesdienste und läuten die Glocken.


Auch im Bistum Osnabrück wird in Gottesdiensten der Verstorbenen
der Pandemie gedacht. Foto: Kirchenbote

Stellvertretend für diejenigen, die mit und am Coronavirus verstorben sind, wird in der Gedenkveranstaltung, die um 13 Uhr im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt beginnt, am Beispiel einzelner Schicksale die Tragweite des Verlustes erkennbar gemacht. Für den Landkreis Emsland steht der Tod von Schwester M. Wilhelmis Flint aus dem Thuiner Orden für all die Leben, die die Pandemie auch im Emsland gefordert hat. Ihr Foto und ihr Lebenslauf werden in einer Reihe mit weiteren Verstorbenen aus dem gesamten Bundesgebiet während der Gedenkfeier zu sehen sein. 

Schwester M. Wilhelmis Flint war eine von mehr als 100 Ordensschwestern der Thuiner Franziskanerinnen, die Anfang Dezember des vergangenen Jahres positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Sie und eine weitere Ordensschwester überlebten die Infektion nicht. Schwester M. Wilhelmis Flint starb am 3. Januar 2021 im Alter von 74 Jahren an den Folgen der Erkrankung. Die gebürtige Lähdenerin (Samtgemeinde Herzlake) legte 1972 ihr Ordensgelübde für immer ab. Ihre Ausbildung zur Erzieherin absolvierte sie an der Fachschule St. Franziskus in Lingen-Laxten und war unter anderem im Jungeninternat St. Antonius in Thuine tätig.     

Die Lebensgeschichte von Schwester M. Wilhelmis Flint ist eine von den vielen Biografien im Emsland, die wegen der Pandemie nicht zu Ende erzählt werden konnte. Sie hätte noch viel vorgehabt“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf. Es bestürze ihn auch, dass viele Hinterbliebene ihre Angehörigen nicht beim Sterben begleiten durften. „Mir tut es unendlich leid, dass ein Abschiednehmen nicht möglich war, um so den Verlust annehmen und in Trauer verarbeiten zu können.“ Die Gedenkveranstaltung mache aber deutlich, dass Hinterbliebene mit ihrer Trauer nicht allein gelassen würden.

Vor dem Hintergrund der Pandemie findet das Gedenken in Berlin in kleinster Teilnehmerzahl und unter strengen Schutzauflagen statt. Das ZDF überträgt den Gedenkakt live. Im Vorfeld wird es ab 10.15 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin geben, den die ARD live überträgt.

 

Gedenken im Bistum Osnabrück am Sonntag, 18. April

Bischof Franz-Josef Bode gedenkt um 19 Uhr im Osnabrücker Dom in einem Gottesdienst der Verstorbenen in der Corona-Pandemie (ohne Live-Übertragung).

Von 16.55 bis 17 Uhr werden die Glocken der Kirchen in Nordhorn, Neuenhaus und Veldhausen geläutet. In der Samtgemeinde Schüttorf läuten die Kirchenglocken von 18 bis 18.15 Uhr, in der Samtgemeinde Emlichheim von 18.52 bis 19 Uhr und in der Samtgemeinde Uelsen von 19 bis 19.10 Uhr. Nach dem Glockenläuten kann in den Fenstern zu Hause ein Licht zum Gedenken entzündet werden. 

Zu einer öffentlichen Online-Veranstaltung lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordhorn (ACK) ein. Die „Klagezeit“ beginnt um 17 Uhr und kann über die Internetseite oder Youtube live verfolgt werden. In den Wietmarscher Kirchen wird während der Sonntagsgottesdienste insbesondere für die Opfer aber auch für die helfenden und politisch handelnden Personen gebetet.

Das Dekanat Emsland-Süd schließt sich diesem Gedenken mit einer Andacht an und möchte Gelegenheit zur Besinnung und zum Abschiednehmen geben und in der Hoffnung bestärken. Das Dekanat Emsland-Süd lädt Trauernde und Anteilnehmende zu dieser Andacht ein, um 17 Uhr in der Kirche St. Alexander in Schepsdorf (Ludgeristraße 57, Lingen).