Papst in Barcelona
Weihe des höchsten Kirchturms der Welt
Foto: kna/Vatican Media/Romano Siciliani
Messe mit Papst Leo XIV. in der Basilika Sagrada Família in Barcelona (Spanien) am 10. Juni 2026
Mit der Weihe des Christusturms der Basilika Sagrada Família, des höchsten Kirchturms der Welt, hat Papst Leo XIV. am Mittwochabend seinen Besuch in Barcelona abgeschlossen. Mit 172,5 Metern überragt die Kirche den bisherigen Rekordhalter, das Ulmer Münster, um rund elf Meter. Die Weihe erfolgte zum 100. Todestag von Antoni Gaudí (1852–1926), Baumeister des Wahrzeichens der katalanischen Hauptstadt.
Vor der eigentlichen Weihe hatte Leo XIV. eine Messe in der Basilika gefeiert, an der auch das spanische Königspaar Felipe VI. und Letizia sowie Ministerpräsident Pedro Sánchez teilnahmen. Zudem besuchte er die Krypta mit dem Grab Gaudís. In seiner Predigt sagte er, das Gotteshaus sei ein „sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes, zu dessen Ehre ihre Türme emporragen“.
Werben für Verständigung
Zuvor hatte sich der Besuch in der Hauptstadt der autonomen Region Katalonien vor allem um die Themen Verschiedenheit und Verständigung gedreht. Beim Besuch des Bergklosters Montserrat, das für die katalanische Identität eine wichtige Rolle spielt, warb Leo XIV. in einem Gebet auf Katalanisch dafür, von verletzenden Worten und Verleumdungen abzusehen und auch politische Debatten „in Liebe“ zu führen. Dabei ging er nicht explizit auf Separationsbestrebungen der Region ein.
Am Vormittag hatte Leo XIV. eine Justizvollzugsanstalt bei Barcelona besucht. Dabei sprach er den Insassen Mut zu und erinnerte an ihre unverlierbare Menschenwürde. „Es gibt keine Situation, die den Herrn dazu veranlassen würde, seinen Blick von uns abzuwenden“, sagte der Papst. Auch inhaftierte Straftäter dürften daran denken, dass „die Fehler im Leben nicht die Identität eines Menschen bestimmen“. Am Nachmittag fand ein Treffen mit kirchlichen Hilfs- und Sozialdiensten statt.
Mit dem Besuch in Barcelona endet der Reiseteil auf dem spanischen Festland. Am Donnerstag wird der Papst auf die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln weiterreisen, wo besonders viele Bootsmigranten aus Afrika anlanden. Auf Gran Canaria und Teneriffa trifft er Geflüchtete und Engagierte von Caritas und weiteren Organisationen. Am Freitagabend wird Leo XIV. in Rom zurückerwartet.
Hoffnung auf Papstbesuch in Deutschland
Während der am Samstag begonnenen einwöchigen Reise Leos XIV. äußerte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer in Barcelona Hoffnung auf einen Papstbesuch auch in Deutschland. „Der Papst ist bei uns herzlich willkommen“, sagte der parteilose Staatsminister dem Kölner Online-Portal domradio.de.
Er wünsche eine Visite „in dieser Legislaturperiode“; konkrete Planungen seien aber „vor allem eine Sache der Kirche“, sagte Weiner. Der Papst in seiner Rolle als Staats- und Kirchenoberhaupt unternimmt Auslandsreisen gewöhnlich auf Einladung der betreffenden Staatsspitzen und der örtlichen Bischöfe. Auf Nachfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) hatte Leo schon auf dem Hinflug nach Madrid bekräftigt, einen Besuch in der Bundesrepublik zu planen. Konkrete Vorbereitungen dafür gebe es derzeit aber noch nicht.