Leserinnen- und Leser-Aktion
Wir suchen Ihre Sternsinger-Geschichte
Matthias Petersen
Eröffnung der Sternsinger-Aktion 2026 für das Bistum Osnabrück in Hagen am Teutoburger Wald
„Wir kooommen daher aus dem Mooorgenland, wir kooommen geführt von Gottes Haaand.“ Na, haben sie auch gleich die Melodie dazu im Kopf? Dann waren Sie wohl – genau wie ich – auch einmal Sternsinger in Ihrer Kindheit. Diese Zeit im Jahr bleibt vielen von uns ehemaligen Sternsingern in Erinnerung: wie wir die richtige Eingangstür eines Hauses suchten und dabei kreuz und quer durch den Garten einer Familie trampelten. Die zahlreichen Kleidungsschichten unter unseren Gewändern, die das Bewegen eher schwer machten. Das Gefühl, wenn langsam unsere Finger, Nasen und Zehen wieder auftauten, während wir gemeinsam auf dem Boden des Pfarrzentrums saßen und die Süßigkeitenberge aufteilten (niemand wollte damals die Schnapspralinen haben).
Erzählen Sie uns Ihre eigenen Geschichten vom Dreikönigstag
Seit 1959 machen sich Kinder auf den Weg, um zum Dreikönigstag Spenden zu sammeln. Vielleicht waren Sie auch einmal dabei, in all diesen Jahren? Wir sind neugierig und möchten Ihre persönlichen Geschichten erfahren: Wie war das damals, als Sie als Sternsinger durch die Straßen zogen? Mit wem waren Sie unterwegs? Was haben Sie erlebt? An welche lustigen Situationen erinnern Sie sich? Schreiben Sie uns gerne oder rufen Sie uns an, die Geschichten veröffentlichen wir dann in der ersten Januarausgabe 2027.
Die Sternsinger-Aktion ist heute vielerorts ein ökumenisches Projekt. Die Ursprünge und die Hauptorganisation liegen jedoch in der katholischen Kirche. Als Kind bin ich mit der Geschichte meiner Mutter aufgewachsen, die aus einem protestantischen Dorf (ohne Sternsinger-Aktion) in das katholische Nachbardorf zu meinem Vater gezogen war. Nachts kamen meine Eltern von einem Skiurlaub zurück, morgens wurden sie plötzlich wachgeklingelt. Da standen Kasper, Melchior und Balthasar vor der Tür und meine Mutter war überfordert – was war das denn?! Mein Vater fand währenddessen noch ein zerquetschtes Hanuta in der Reisetasche und suchte panisch nach Bargeld. Heute wäre diese Suche überflüssig. Die Sternsinger gehen mit der Zeit und haben nun auch einen QR-Code dabei, mit dem Menschen auch bargeldlos spenden können.
Sternsinger gehen mit der Zeit
Wie Traditionen angepasst werden, zeigt auch die Geschichte der Sternsinger auf Norderney. Sie bekommen dort Verstärkung von Kindern, die ihre Weihnachtsferien auf der Nordseeinsel verbringen. „Wir bekommen meistens zwei bis drei Gruppen zusammen“, erzählt Diakon Markus Fuhrmann. Das reiche, um die angemeldeten Haushalte und auch Ferienhäuser abzulaufen. Die Insel-Sternsinger sind meist etwas früher unterwegs als die Kinder auf dem Festland. Weil die Ferienzeiten auf Norderney etwas anders sind, wandern sie am ersten Wochenende des neuen Jahres von Haus zu Haus. Bei der Messe am Tag der Aktion kämen Urlaubsfamilien und Einheimische zusammen, berichtet Diakon Fuhrmann. Einige von ihnen würden sich die gesegneten Sticker für den Türrahmen auch mit nach Hause nehmen.
Die Sternsinger sind dabei nicht nur für diejenigen da, die sich bewusst die Zeit für sie nehmen: „Wenn die Gruppen über die Insel laufen, bekommen das manchmal auch Passanten mit. Die erinnern sich dann oft daran, dass sie das früher auch gemacht haben und freuen sich. Manchmal spenden sie dann spontan“, erzählt Diakon Fuhrmann.
Erinnern Sie sich auch noch an Ihre Sternsinger-Zeit? Dann rufen Sie uns an unter Telefon 0541 318-622 oder schreiben Sie uns eine E-Mail: redaktion@kirchenbote.de