Familienwallfahrt nach Wietmarschen

„Wir wollen gute Gastgeber sein"

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Etwa 2000 Menschen kommen jedes Jahr zur Familienwallfahrt nach Wietmarschen. Die Organisation des Tages liegt in Händen eines Festausschusses, zu dem auch Irmgard Klewing und Horst Feltrup gehören. Ihnen liegt die Wallfahrt sehr am Herzen.


Die Wallfahrt liegt ihnen sehr am Herzen: Irmgard Klewing und Horst Feltrup vor der Wietmarscher Kirche. Foto: Petra Diek-Münchow

Klewing und Feltrup stammen beide aus der St.-Johannes-Gemeinde in Wietmarschen – sind mit den Pilgern in ihrem Dorf aufgewachsen. „Ich war auch  als Jugendlicher oft dabei“, erzählt Horst Feltrup (50), der sich schon jahrelang mit um die Organisation kümmert. Was beide an der Wallfahrt besonders schätzen, ist zum Beispiel die Atmosphäre im Stiftsbusch, wo traditionell bei gutem Wetter die Messe gefeiert wird. Wenn sich im Mai das grüne Blätterdach fast wie ein Kuppel über den Gästen und Zelebranten wölbt, ist das laut Irmgard Klewing (53) wie ein Geschenk.

Horst Feltrup hat dort einen Lieblingsplatz: direkt am Hauptweg, über den die Musikkapelle, Priester und Messdiener in langer Prozession einziehen. „Wenn dann die Muttergottes vorbeigetragen wird, ist das immer sehr eindrucksvoll“, sagt er und meint damit das Gnadenbild – eine mit Gold- und Silberblech beschlagene Marienfigur mit dem Jesuskind auf dem Schoß.

Feltrup glaubt, dass solche Tage in unseren hektischen Zeiten immer wichtiger werden. Denn die Wallfahrt birgt seiner Ansicht nach gleich mehrere Schätze: die gemeinsame Glaubenserfahrung in großer Runde bei dem Gottesdienst, die Begegnung beim Mittagessen, die innere Einkehr beim Gebet in der Kirche, das Stillwerden in der Marienkapelle. „Man kommt raus aus dem Trott des Alltags.“

Das scheint allen Gästen gutzutun. Irmgard Klewing erzählt, wie freundlich und entspannt ihr die Menschen begegnen, wenn sie nach der Messe Kaffee und Kuchen ausgibt – 1100 Tassen und 500 Stück bereiten die Frauen vor. „Es freut mich, wenn die Leute zu uns kommen und wir sie ein wenig umsorgen können.“

Immer freundliche Gesichter

Aber vorher hat der Festausschuss mit fast 30 Helfern aus der Gemeinde viel zu tun. „Nach der Wallfahrt ist vor der Wallfahrt“, sagt Horst Feltrup und berichtet, dass einiges schon direkt nach dem Sonntag wieder für das nächste Jahr geordert werden muss. Die „heiße Phase“ beginnt dann meist Januar, wenn die ersten Treffen mit der Gemeinde stattfinden, die die inhaltliche Gestaltung der Wallfahrt übernimmt. Dieses Mal kümmert sich unter dem Motto „Herr, wohin sollen wir gehen?“ die Pfarreiengemeinschaft Haselünne-Lehrte darum. Dort werden auch Plakate und Flyer gestaltet, die 2500 Liedzettel für den Gottesdienst werden dagegen in Wietmarschen gedruckt. Solche und viele weitere Details bespricht der Ausschuss bei mehreren Sitzungen im Frühjahr.

Tatkrätig mitanpacken müssen die Mitglieder direkt vor der Wallfahrt. Dann muss zum Beispiel der Platz, auf dem das Deutsche Rote Kreuz Lohne 750 Portionen Erbsensuppe kochen will, rechtzeitig abgesperrt werden. Am Samstag und Sonntag werden besonders viele Hände gebraucht, um das Areal im Stiftsbusch herzurichten: für den Altarwagen, für Bänke und Stühle, für die Technik und die Lautsprecher. „Es soll alles gut laufen. Wir wollen gute Gastgeber sein“, sagt Feltrup. Irmgard Klewing sorgt mit einem Team dafür, dass im und vor dem Äbtissinnenhaus an der Kirche Tische gedeckt werden, damit sich die Gäste der Wallfahrt nach der Messe stärken können. „Und da sehe ich dann immer freundliche Gesichter.“ (pd)

 

Messe im Stiftsbusch

Am Sonntag, 26. Mai, beginnt die Familienwallfahrt in Wietmarschen um 10.30 Uhr mit Weihbischof Johannes Wübbe im Stiftsbusch. Danach ist Gelegenheit zur Begegnung und zum Mittagessen bei der Kirche. Für Kinder gibt es ein Spielangebot, die Wallfahrt endet mit einer Andacht um 14 Uhr in der Kirche.