Grußwort von Bischof Wolfgang Ipolt
„Ein Markenzeichen für die Diaspora“
TAG DES HERRN – tatsächlich hätten sich die Begründer der Kirchenzeitung meiner Meinung nach im Jahre 1951 keinen besseren Titel einfallen lassen können. Was damals wahrscheinlich noch selbstverständlich verstanden wurde, bedarf heute nach einem dreiviertel Jahrhundert einer Erklärung: Nämlich, dass mit dem Titel unserer Kirchenzeitung der Sonntag gemeint ist – eben der Tag, der dem Herrn gehört und darum von Christen geheiligt wird durch die Mitfeier der heiligen Messe und die Zeit für Erholung und Familie, in der Regel durch die Freiheit von der normalen Alltagsarbeit.
Wenn die Kirchenzeitung heute auch in veränderter äußerer Form erscheint, so hat sie in den ostdeutschen Bistümern diesen Titel behalten. Der TAG DES HERRN ist ein Markenzeichen für die Diaspora. Inzwischen erfahren wir aus dem erweiterten Magazin auch viel aus dem kirchlichen Leben anderer Bistümer Deutschlands. Das ist eine Bereicherung und Horizonterweiterung gerade für die Leser aus den vielen kleinen Pfarreien Ostdeutschlands.
Manchmal werden mir als Bischof verwunderte Fragen oder auch kritische Bemerkungen zugetragen über die Kirchenzeitung und ihren Inhalt. Es ist nicht immer einfach für jeden Leser, die Buntheit und das spannungsreiche Miteinander in unseren Gemeinden und der Kirche, das der TAG DES HERRN spiegelt, anzunehmen.
Dennoch: Der TAG DES HERRN hat auch in der digitalen Welt, in der wir heute selbstverständlich leben, ein Alleinstellungsmerkmal. Mit seinem jetzt größeren Umfang und der dadurch gewachsenen Vielfalt im Inhalt kann er zum Beispiel zu einer Sonntagslektüre in der Familie werden. Eine Zeitung in der Hand zu halten, darin zu lesen oder daraus vorzulesen, ist ein nicht zu unterschätzender Weg der Verbreitung der Botschaft unseres Glaubens.
Mit diesem Grußwort zum Jubiläum unserer Kirchenzeitung ermutige ich auch neue Leser, sie kennenzulernen. Übrigens: Man muss nicht katholisch sein, um den TAG DES HERRN zu lesen – aber man kann durch ihn mit der Kirche und mit unserem Glauben in Berührung kommen.
Ich danke aus Anlass des 75-jährigen Jubiläums allen heutigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Redaktion für Ihre Mühe in der Vorbereitung jeder neuen Ausgabe, wünsche Ihnen Gottes Segen und die Gaben des Heiligen Geistes für diesen Dienst der Verbreitung der christlichen Botschaft.