Anstoß 20/2025

Altersweisheit

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Vor längerer Zeit las ich von einer Umfrage, die ein Professor für Gerontologie und Soziologie mit älteren Menschen gemacht hatte. Ein Ergebnis seiner Umfrage war, dass viele Befragte Folgendes sagten:

Porträt Andrea Wilke
Andrea Wilke
Pressereferentin Bistum Erfurt

„Ich wünschte, ich hätte mein Leben nicht so viel damit verbracht, mir Sorgen zu machen“. Das hat mich überrascht. Denn Sorgen scheinen doch irgendwie zum Leben, zu unserem Alltag zu gehören. Sorgen, die vom eigenen kleinen Lebensbereich bis hin zum Weltgeschehen reichen.

Ich finde es erstaunlich, dass Menschen mit großer Lebenserfahrung sagen, dass es nicht gut war, sein Leben mit so vielen Sorgen zu verbringen. Sie gestehen sich ein, sich zu viele Gedanken um Dinge gemacht zu haben, die nie eintrafen. Mich hat diese Aussage sehr beeindruckt und mir ungeheuren Mut gemacht, die Sorgen sein zu lassen.

Jesus sagt in seiner Bergpredigt: „Sorgt euch nicht. Euer himmlischer Vater sorgt für euch.“ Das meint kein „Hände in den Schoß legen“. Statt mich ständig zu sorgen, soll Vertrauen mein Leben bestimmen. Vertrauen in Gott, in die Gemeinschaft mit anderen. Weg vom kräftezehrenden Grübeln, hin zum Handeln.

Ich glaube Jesus. Mich hat die in gewisser Hinsicht prophetische Aussage dieser älteren Menschen darin sehr bestärkt. Ich kann nun, ganz biblisch, leichter meine Sorgen bei Gott abwerfen. Um mich unbeschwert dem zu widmen, was gerade dran ist. Besonders in Situationen, in denen die Kontrolle darüber nicht in meiner Macht liegt. Gott wird mich in ihnen nicht allein lassen.

Andrea Wilke