175 Jahre St. Martinus in Lahn
Aktive Gemeinschaft für das Dorf
Foto: Anna Solbach
Der Kirchenchor St. Martinus in Lahn feiert im August das 150-jährige Bestehen.
St. Martinus blickt damit auf eine lange Geschichte zurück. Der Vorgängerbau der Kirche war eine Kapelle und diese wurde in der Mitte des landwirtschaftlich geprägten Bauerndorfes von dem Haselünner Architekten Josef Niehaus erbaut. Dazu musste laut der Kirchenchronik ein geeigneter Kirchen- und Schutzpatron überlegt werden. Die Dorfbewohner wählten St. Martinus aus, da Martinus ein Bischof und Almosenspender war und weil das Patronatsfest in eine ruhige Zeit im Herbst fällt. Der erste Priester wurde am 1. November 1850 Kaplan Johannes Janssen aus Werlte.
Heute bildet die St.-Martinus-Kirche in Lahn zusammen mit den Kirchengemeinden St. Clemens in Holte-Lastrup, St. Marien in Lähden, St. Johannes in Ahmsen, St. Antonius in Vinnen und Mariä Himmelfahrt in Wachtum die Pfarreiengemeinschaft „Miteinander“ und wird vom Pfarrer Antony Kallarakkal geleitet. Der promovierte Theologe, der aus Kerala in Indien stammt, ist hier seit Anfang März 2024 tätig. Seine Aufgaben teilt er mit Melwin Kappungal, ebenfalls aus der Halbinsel Kurumbathuruth im Bundesstaat Kerala sowie Diakon Michael Freitag, dem pastoralen Koordinator. Die Gemeindereferentinnen sind Sarah Bentlage und Anne Hüer
Lebendige Glaubenspraxis
Der Pfarrer beschreibt seine Gemeinde in Lahn als lebendige Gemeinschaft. Das bedeutet, dass viele Dorfbewohner aktiv am Gemeindeleben teilnehmen, sich engagieren und den Ort durch verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen beleben. Er betont die Verbindung von Tradition, Gemeinschaft und Glauben – Werte, die die St.-Martinus-Kirche Lahn fest in der Gegenwart verankern und auf eine lebendige Glaubenspraxis und eine starke soziale Bindung innerhalb der Gemeinde hindeuten. Rendantin Hildegard Nannen betont das herausragende Engagement der Gemeindemitglieder als Kennzeichen der Kirche in Lahn: So gebe es seit Jahren eine engagierte Gruppe von Frauen, die Wort-Gottes-Feiern gestalten. Ebenso gelte der Familienmesskreis als wichtiger Baustein des Gemeindelebens. Ein weiteres Zeichen besonderer Liturgieästhetik ist die Innenausstattung mit dem Altar und Taufstein aus grauem schwedischem Sandstein „Anröchter Dolomit“ sowie die eindrucksvolle Weihnachtskrippe, die jedes Jahr in der Adventszeit zahlreiche Besucher in Staunen versetzt.
"Je kleiner der Ort, desto stärker die Gemeinschaft“, sagt Christa Will, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. Um das Jubiläum vorzubereiten, hat sie mit anderen Gemeindemitgliedern einen Festausschuss gebildet. Denn nicht nur die St.-Martinus-Kirche feiert das Jubiläum, sondern auch der Kirchenchor St. Martinus das 150-jährige Bestehen. (Sehn)sucht Frieden - so begrüßt der Kircheneingang die Besucher mit einer weißen Taube an der Außenwand, wo die Chormitglieder nach dem Gottesdienst um 11 Uhr in der St. Martinus-Kirche um 14 Uhr ein Platzkonzert geben werden. Chorleiterin ist Marion Schuckenbrock, die Vorsitzende Petra Schuten und ihr Stellvertreter Bernhard Fortwengel kümmern sich um organisatorische Aufgaben.
Gegründet worden ist der Chor im Jahr 1875 von Lehrer Hermann Köster als Cäcilien-Verein. Er hat sich laut Bernhard Fortwengel, zweiter Vorsitzender des Chores, stets eng mit unserer Kirche St. Martinus verbunden ist. “Wir blicken zurück auf eine gemeinsame Zeit der Hingabe und der Leidenschaft für die Musik. Von Anfang an war der Chor Quelle der Freude, Begleiter der Festgottesdienste und Ausdruck des Glaubens in gesanglicher Form“, sagt er. Unter der Leitung verschiedener Dirigentinnen und Dirigenten - unter anderem Johannes Pohlmann, Hermann Köster jun., Franz Landwehr, Maria Schomaker, Rudolf Schomaker, Stefan Lang, Helmut Eikens, Birgit Hannekamp, Mareike Cloppenburg und die heutige Chorleiterin Marion Schuckenbrock - sei der Chor geformt, inspiriert und immer wieder neu getragen worden.
Die aktuelle Vorsitzende Petra Schuten sowie ihr Stellvertreter Bernhard Fortwengel leiten und kümmern sich um alle sonstigen organisatorischen Aufgaben. Die jetzt 26 aktiven Sängerinnen und Sänger freuen sich, die Gemeinde gesanglich unterstützen dürfen. „Mit diesem Engagement möchten wir zeigen, wie die Musik Brücken schlägt zwischen den Menschen.“
Das Programm der Jubiläen: am 24. August beginnt um 11 Uhr eine Festmesse auf dem Kirchplatz in Lahn. Um 14 Uhr gibt der Chor ein Konzert. Dazwischen und danach gibt es ein buntes Programm.