An Silvester nicht allein sein

Den Jahreswechsel gemeinsam gestalten

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Silvester
Nachweis

Foto: Archiv

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Der Start in das neue Jahr ist nicht für alle Menschen ein Grund zum Feiern.

Der Jahreswechsel ist für manche Trauernde und Alleinstehende schwieriger zu bewältigen als Weihnachten. Die Stadtpastoral in Meppen (KIM) lädt daher seit vielen Jahren einsame und trauernde Menschen am Silvesterabend ein zu Gespräch und Sekt.

Es sind Stunden mit Austausch und liebevoller Aufmerksamkeit. „Hoffnung ist der Anker der Seele, lass sie nicht los“ ist in diesem Jahr das Motto des Abends, der nach dem Gottesdienst in der Propsteikirche gleich nebenan in den Räumen von KIM beginnt. Schwester Ulrike Diekmann, eine der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen bei der Stadtpastoral, und weitere Ehrenamtliche bereiten das Treffen vor. Schon seit mehreren Jahren gibt es dieses Angebot für Menschen, die sonst zum Jahreswechsel allein zu Hause wären: weil der Partner oder die Partnerin gestorben sind, weil die Familie zu weit wohnt, weil die Herausforderungen in ihrem Leben sie einsam gemacht haben.

Miteinander aushalten und teilen

Der Übergang vom alten ins neue Jahr ist für manche Menschen noch schmerzvoller ist als Heiligabend. Das erste oder ein weiteres Jahr ohne die geliebte Frau oder den geliebten Mann an der Seite – eigentlich würde man ja lieber die vergangene Zeit festhalten. Denn je mehr Zeit vergeht, desto ferner werden die Tage, an denen sie noch lebten. Und für andere Menschen stehen vielleicht die nächsten zwölf Monate vor der Tür, von denen sie nicht wissen, wie es in ihrem Leben gut weitergehen soll. 
Diese Situation miteinander auszuhalten und zu teilen, sich aber auch über gute Momente zu freuen – das bietet die Stadtpastoral den Gästen an. Aus den Impulsen und Gesprächen schöpfen die Teilnehmer Kraft und Zuversicht, die sie mit nach Hause nehmen. Schwester Ulrike sagt: „Es geht nicht darum, am Ende mit einem Lächeln herauszugehen und sagen zu können: Ach, das Leben ist ja gar nicht so schwer“. Sie möchte den Trauernden und Einsamen Zuwendung schenken – möchte mit ihnen in dieser Nacht bleiben, „damit sie den Morgen vielleicht einmal begrüßen können“.

Vielleicht mag auch das kleine Geschenk dabei helfen, dass sie am Ende des Abends mitnehmen dürfen. Die Blume, die im neuen Jahr gehegt und gepflegt werden will. Der Schlüssel, mit dem man vielleicht noch verschlossene Türen im Leben aufschließen kann. Schwester Ulrike, der diese Arbeit für Menschen ein Herzensanliegen ist, fährt danach „beseelt“ wieder nach Hause. Und stellt sich dann mit Wunderkerze und einer Piccolo-Flasche Sekt unter den Kirchturm und freut sich über das Feuerwerk am Himmel.

Petra Diek-Münchow

Die Stadtpastoral „Kirche in Meppen“ (KIM) lädt am Silvester-Abend Trauernde und Alleinstehende ein: ab 19.15 Uhr bis etwa 22 Uhr am Markt 34. Infos bei Schwester Ulrike unter Telefon 01 60/97 76 01 07.