Osnabrücker Domschule mit außergewöhnlichem Projekt
Naturwissenschaft in XXL
Foto: privat
Elemente, die letztlich Grundlage für jedes Leben auf der Welt sind.
Auf 138 Quadratmetern zeigt es 118 Elemente, die – wenn es nach den Chemie- und Physikfachleitungen der Oberschule geht – für die Schüler nun zum allgegenwärtigen Begleiter des Schulalltags werden sollen. Den Verantwortlichen ist es ein Anliegen, naturwissenschaftliches Verständnis zu fördern, wie Physiklehrer Thomas Fleute erklärt: „Es geht hier ja auch um die Ur-Frage: Woraus besteht die Welt? Die Elemente und ihr Zusammenwirken sind letztlich Grundlage für jedes Leben.“ Mit ihrem Projekt wollen sie die Schüler daher dafür sensibilisieren, woraus sie selbst und ihre Umwelt bestehen. Schulleiterin Sabine Müller sagt: „Schöpfung zu bewahren ist ein großes Anliegen. Es wichtig, sie auch zu verstehen. Dazu wollen wir beitragen."
Gold, Silber – bereits während des Aufbaus der ersten Aluminium-Platten durch eine Metallbaufirma suchten viele Jugendliche auf dem Schulhof nach bekannten Begriffen. Denn offiziell im Unterricht eingeführt wird das Periodensystem an der Oberschule erst in den höheren Klassen. Aber auch die jüngeren Schüler werden an der Turnhallenwand bereits fündig: Lithium zum Beispiel kennen sie von den Handy-Akkus. Kohlenstoff und Sauerstoff sowieso. Weniger bekannt sei dagegen zum Beispiel das sehr seltene Element Astat, erklärt Fleute: „Es zerfällt nach ein paar Stunden, entsteht zeitgleich aber wieder neu durch den Zerfallsprozess anderer Elemente.“
Naturwissenschaften sollen begeistern, wieder mehr in den Blick geraten. Das wünschen sich die Verantwortlichen. „Für viele Schüler sind Naturwissenschaften keine einfachen Fächer. Sie nun täglich sichtbar direkt vor Augen zu haben, hilft da sicherlich“, hofft die Schulleiterin und freut sich, dass „dieses tolle Projekt“ nun umgesetzt werden konnte.
Für eine Schule ist ein Periodensystem in diesem Ausmaß eher ungewöhnlich. Anschauungsobjekte dieser Größenordnung hängen sonst eher an Unis oder Forschungseinrichtungen wie an der spanischen Universität in Murcia oder an der Fassade einer naturwissenschaftlichen Fakultät nahe Perth, Australien. Sabine Müller freut sich, dass die Initiatoren auch an der Domschule groß und weitblickend gedacht haben – auch über das eigentliche Projekt hinaus. Denn finanziert wurden die Platten dank vieler Elementpaten, darunter als größter Sponsor die Stahlwerk-Stiftung Georgsmarienhütte. Auch diverse Osnabrücker Geschäftsleute und viele Privatpersonen, denen Bildung am Herzen liegt, haben Element-Patenschaften übernommen. Die Schulstiftung des Bistums Osnabrück als Träger der Domschule verdoppelt nun die eingewobenen Spenden, so dass auch die teilweise in die Jahre gekommene naturwissenschaftliche Sammlung der Oberschule erneuert werden kann – das ursprüngliche Anliegen des gesamten Projekts.
Wer das Periodensystem ganz genau betrachtet, entdeckt übrigens auch einen kleinen altsprachlichen Hinweis auf den Schöpfer zwischen den Elementen. Viel Spaß beim Suchen!
Elementpatenschaften werden weiterhin vergeben. Interessierte finden hier alle nötigen Informationen.