Priesterkandidaten 2026 in den ostdeutschen Bistümern
Viele Wege zu einem gemeinsamen Ziel
Fotos: Johanna Marin/Markus Bien
Theodor Meyer (links), Dennis Jonneilys Castillo Jimenez (Zweiter von rechts), Marco Marini (rechts) sowie Senad Mrkaljevic (nicht auf dem Foto) erhalten am 30. Mai, 10 Uhr, in der Berliner Sankt Hedwigs-Kathedrale ihre Priesterweihe. Karim Gehrmann (Zweiter von links) empfängt sie am selben Tag um 10.30 Uhr in der Dresdner Kathedrale.
Der Weg der vielen kleinen Schritte
Theodor Meyer hat sich Zeit genommen. Zeit, sich den eigenen Zweifeln und dem inneren Zögern zu stellen. Sie waren Teil der persönlichen Wegfindung des 30-Jährigen. Doch letztendlich führten ihn viele kleine Schritte hin zur Priesterweihe.
Seit 2025 ist er als Diakon in der Berliner Pfarrei St. Josef Treptow-Köpenick tätig. Die Stadt ist ihm nicht unbekannt, stammt Meyer doch aus dem nahen Potsdam-Babelsberg. „Ich bin in einer katholischen Familie aufgewachsen, die Gemeinde war mein zweites Zuhause, mein Rückzugsort. Dort habe ich Antworten auf meine Fragen in allen Lebenslagen gefunden“, erzählt er. Im Kontrast dazu stünde die Erfahrung, dass viele Gleichaltrige mit dem Glauben nichts anfangen konnten.
Schon als junger Ministrant stellte er sich die Frage, ob „das was für mich wäre“. In der Abiturzeit tauchte die Idee immer mal wieder auf, doch konnte er sich einen „beruflichen“ Platz in der Kirche nicht so recht vorstellen. So ging Meyer nach Abschluss der Schulzeit erst mal für ein Jahr mit den Steyler Missionaren nach Ghana.
Bis heute fasziniert von Architektur, Geschichte und Politik, schrieb er sich 2015 für Stadt- und Regionalplanung an der Bauhaus-Uni in Weimar ein. „Langsam und schrittweise habe ich gemerkt, dass etwas von wichtigem Interesse fehlt: Theologie.“ Nach Auslandsaufenthalten in Athen und Wien war Theodor Meyer klar: „Ich kann es nicht länger hinauszögern, ich muss es ausprobieren.“
Zurück in Deutschland begann er, parallel Theologie in Erfurt zu studieren und wußte bald: „Das habe ich vermisst. Hier bin ich richtig.“ Also beendete er das Studium in Weimar. 2021 zog Meyer in die Wohngemeinschaft des Priesterseminars ein. „Hier wollte ich erspüren, ob ich auf dem richtigen Weg bin – es hat sich bestätigt. Ich merkte, ich möchte Priester werden – aber in meiner Heimatregion, da komme ich her, da werde ich gebraucht.“ Am Ende des Studienjahres in Jerusalem schrieb er einen Brief ans Erzbistum Berlin, bat um Aufnahme als Priesterkandidat und kam 2024 in die Köpenicker Gemeinde.
Ängste und Sorgen um die Zukunft der Kirche kenne er, so Meyer, das habe ihn jedoch nie gelähmt, im Gegenteil: „Die Möglichkeit, mitzuwirken und sich auf das Abenteuer, das Gott für einen bereitet hat, einzulassen, motiviert mich.“ Herausforderungen sieht der zukünftige Priester in der Frage, wie Glauben gelebt werden könne, gerade in Orten ohne eigenen Priester oder Kirche. „Doch es schreckt mich nicht, mit Gottes Hilfe klappt alles! Ohne sie würde ich hier nicht stehen. Es gibt keinen Grund für Mutlosigkeit“, sagt er mit Bestimmtheit. Menschen verließen ja nicht nur die Kirche, viele fänden auch neu zu ihr. „Auf die Frage Jesu: ‚Wollt auch ihr weggehen?‘ antwortet Petrus: ‚Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens‘.“
Theodor Meyer hat diese Stelle aus dem Johannes-Evangelium (Joh 6,68) als Primizspruch gewählt. „Schlussendlich spiegelt diese Antwort auch meine Entscheidungsfindung wider“, sagt er, „ich gehöre dazu, ich möchte diesen Weg mit Christus gehen“.
Theodor Meyer wird am 30. Mai, 10 Uhr, in der Berliner Sankt Hedwigs-Kathedrale zum Priester geweiht.
Sehnsucht nach etwas, das anhält
„Ich war so trotzig Gott gegenüber – vermutlich hab ich damit andere Leute genervt“, Marco Marini lacht, „aber die Leute haben für mich geglaubt.“ Das sei ein bisschen wie beim Gleichnis von dem Gelähmten, der getragen wird. Marini ist froh, dass er Menschen hatte, die ihn getragen haben, denn seiner Berufung zum Priester hat der 39-Jährige lange getrotzt.

Der Gedanke, dass er Priester werden könnte, kam ihm das erste Mal 2002 beim Weltjugendtag in Toronto. Überrascht hatte ihn die Überlegung nicht, denn der damals 15-Jährige war in einer italienischen Familie in Quarrata, nahe Florenz, katholisch aufgewachsen und sozialisiert. „Ich habe den Gedanken dann aber verdrängt und wollte Lehrer werden“, erinnert er sich. Damals trat er dem Neokatechumenalen Weg bei, einer geistlichen Gemeinschaft, in der er sich bis heute mit seinen Mitbrüdern und -schwestern mit seinem Glauben auseinandersetzt.
Der für ihn entscheidende Moment kam Jahre später, als er Italianistik studierte, sagt er: „Mir ging es sehr gut und ich hatte viele gute Freundschaften – aber mir fehlte etwas.“ Abends, nach einem Bier mit Freunden, ins Auto zu steigen, den Schlüssel umzudrehen und nach Hause zu fahren, habe sich für ihn immer etwas bitter angefühlt. „Ich hatte Sehnsucht nach mehr. Nach etwas, das anhielt.“ Bei Einkehrtagen mit seiner Gemeinschaft hörte er in der Messe das Gleichnis des reichen Jünglings (Mk 10), der Jesus fragte, wie er das ewige Leben erlangen könne. „Da hab ich gedacht: Das ist meine Frage! Das bin ich!“, sagt Marco Marini, „und entscheidend war die Antwort von Jesus: ‚Verkaufe alles und folge mir nach.‘“
Das Los führte ihn dann ins Bistum Berlin. Die Neokatechumenale Gemeinschaft sei zur Mission berufen, erzählt Marini, und: „Den Ruf zur Mission trage ich in mir.“ Ein Mal pro Jahr treffen sich dann die jungen Männer, die ins Priesterseminar eintreten wollen, in Italien. Das Los entscheidet, wer wohin geht. Nun ist er in St. Jakobus in Berlin, Umland Ost, einer typischen Ost-Pfarrei, wie er sagt: „Sie ist sehr lebendig, und die Stamm-Familien haben den Glauben an die jeweils nächste Generation weitergegeben.“ Missionarisch kann er hier wirken, indem er den Geist Jesu Christi zu den Menschen bringt, hofft er. Besonders freut er sich über Erwachsene, die sich auf die Taufe vorbereiten wollen. „Die haben richtig Durst. Das zu sehen, ist krass“, sagt Marini, „da hat der Heilige Geist den Boden bereitet.“
Außerdem freut Marco Marini sich darauf, die Beichte und Lossprechung spenden zu dürfen: „Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich sie selbst immer erlebt habe als einen tiefen Moment mit Gott.“ Das darf er nun weitergeben. Gleichzeitig weiß er, dass mit der leitenden Rolle, die er als Priester einnehmen wird, auch Verantwortung einhergeht. „Ich frage mich, ob ich damit richtig umgehen werde“, sagt er. Doch er ist sich sicher: „Wenn ich nach so vielen Jahren des Ringens mit Gott noch hier stehe, wird es schon gut werden.“ Und dann lacht er noch mal: „Gott sei dank ist Gott anders als ich und hat Geduld mit mir gehabt.“
Marco Marini wird am 30. Mai, 10 Uhr, in der Berliner Sankt Hedwigs-Kathedrale zum Priester geweiht.
Die Frohe Botschaft zu verkünden, ist niemals umsonst
„Viele Menschen haben die Befürchtung, dass der Glaube ihnen etwas wegnimmt. Meine Erfahrung ist das Gegenteil – Gott schenkt mir viel mehr. Das gebe ich anderen Menschen weiter.“ Senad Mrkaljevics Weg zur Priesterweihe war steinig. Geboren 1984 in Brčko in der bosnischen Teilrepublik Jugoslawien, wuchs er in einer muslimisch geprägten Familie auf. Religion spielte eine Rolle, ohne zu sehr im Vordergrund zu sein, wie er selbst sagt. „Katholiken, Orthodoxe und Muslime lebten zu der Zeit friedlich miteinander“, erinnert sich Mrkaljevic. Bis der Krieg kam. 1992, zu Beginn der Kämpfe in Bosnien, flüchtete die Familie nach Deutschland. Über Friedrichshafen ging es nach Berlin. „Als Kind war es schwer, die Flucht als solche überhaupt zu begreifen, und in Deutschland fühlte ich mich schnell als Fremder.“
Der junge Senad lernte Deutsch in einer Schule mit anderen Flüchtlingen und Russlanddeutschen. Eine angeborene Sehbehinderung erschwerte das Leben in der Fremde zusätzlich, er kam auf eine Sonderschule. Mit 20 schaffte er seinen Abschluss und startete eine Ausbildung.

2007 begann Mrkaljevics Suche nach dem Glauben. Immer öfter ging er in die Rosenkranz-Basilika in Berlin-Steglitz. „Die Atmosphäre hat mich fasziniert und tief im Inneren angesprochen“, erinnert er sich. Irgendwann traute er sich auch, eine heilige Messe zu besuchen und merkte: „Hier gehöre ich hin. Das ist meine Heimat.“ Er meldete sich zur Taufe an und erhielt in der Osternacht 2009 dieses Sakrament – ein Wendepunkt in seinem Leben. „Es war ein tolles Gefühl, dieses ‚Jetzt gehörst du zur Kirche‘.“ Die eigene Familie kam damit nicht so gut klar. Sein damaliger Pfarrer Karl-Heinz Hoefs tröstete ihn, baute ihn auf und ermutigte ihn später sogar, sich einer weiteren Frage zu stellen: Möchtest du nicht Priester werden?
Mit der Zeit spürte er, dass das Interesse, Priester zu werden, tatsächlich immer stärker wurde. Mrkaljevic begann in Bamberg und Lantershofen, dem Priesterseminar für Spätberufene, sein Theologiestudium, das er 2023 abschloss. Seit vergangenem Jahr ist er Diakon in der Pfarrei Heilige Edith Stein, Neukölln-Süd. „Diese Berliner Ecke passt gut zu mir, wegen seiner Menschen“, sagt er mit leisem Lächeln. In der Gemeinde freue man sich, dass er Priester werde. Und er gibt gern zurück: „Ich bin mit Gemeindemitgliedern auch schon zum Fußball zu Hertha BSC gegangen.“ Seelsorge durch und durch, so nennt der 41-Jährige das. Selbst, wenn Kirchen leerer würden, wenn Gewohntes verschwinde: „Menschen zu begleiten, die Frohe Botschaft zu verkünden, ist niemals umsonst – egal, wie wenige wir werden“, ist er überzeugt. „Ich habe das erfahren, mich hat es sehr bereichert. Das möchte ich anderen mitgeben.“ Senad Mrkaljevic ist sich sicher, dass er durch seine Biographie für viele ein guter Ansprechpartner sein kann.
Von Papst Benedikt XVI. stammt sein Primizspruch: „Gott nimmt nichts weg, er gibt nur hinzu.“ Der deutsche Papst hatte dies vor allem zu Beginn seiner Amtszeit mehrfach gesagt.
Senad Mrkaljevic wird am 30. Mai, 10 Uhr, in der Berliner Sankt Hedwigs-Kathedrale zum Priester geweiht.
Handeln für und mit Gott
In der vierten Klasse schrieb Karim Gehrmann in die Abschlusszeitung seiner Schule, was er werden möchte, wenn er mal groß ist: Kellner, Pfarrer oder Fußballer. Dass nun seine Priesterweihe ansteht, verdankt er in erster Linie seiner Familie, aber auch zahlreichen Ordensleuten und Priestern, denen er in seinem Leben begegnet ist. „Die haben mich beeindruckt und waren mir Vorbilder“, sagt der 28-jährige Diakon.
Mit vier Jahren kam er zu seiner Pflegefamilie in Bautzen und wuchs dort katholisch auf. Der Sonntagsgottesdienst und die Ministranten gehörten ganz selbstverständlich zum Leben dazu. „Wenn Kinder die Feuerwehr sehen, wollen sie sich anziehen wie ein Feuerwehrmann“, sagt Gehrmann, „und so ging es mir mit der Kirche und den Priestern. Ich identifizierte mich mit dieser Berufung und empfand Bewunderung für diesen ‚Job‘.“

Den Wunsch, Priester zu werden, musste er aber verwerfen, als er in der zehnten Klasse plötzlich versetzungsgefährdet war. „Es war halt leider alles andere wichtiger als Schule“ erinnert er sich, „um Priester zu werden, hätte ich studieren müssen. Das schien mir mehr als aussichtslos.“ Stattdessen machte er eine Ausbildung zum Sozialassistenten und Erzieher.
Doch der Wunsch, Priester zu werden, blieb bestehen. „Zum Weltjugendtag in Krakau 2016 habe ich gedacht, dass ich die Frage meiner Berufung noch mal mitnehme“, sagt er. Am Ende der Fahrt stand für ihn fest, dass er Priester werden wolle, doch wie das ohne Abitur gelingen könnte, war nicht klar. „Ich habe dann gesagt: Lieber Gott, dann musst du mir aber auch ein Zeichen geben, wie das gehen soll“, sagt Karim Gehrmann.
Dann fängt er an zu lachen und erzählt: Als er kurz darauf seine Schwester in Braunschweig besuchte und sie nach dem Gottesdienst die Kirche verließen, hing dort ein Plakat: „Priesterseminar Lantershofen – Priester werden ohne Studium“: „Der liebe Gott hat Humor“, schmunzelt Gehrmann.
Auch sein Weihespruch aus dem Korintherbrief ist ihm beinahe zugefallen: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ Auf Plakaten und in den Sozialen Medien ist ihm der Vers immer wieder begegnet. „Die Hoffnung ist das Markenzeichen des Christseins“, sagt Gehrmann, „und das eine bedingt das andere: Wenn ich ein liebender Mensch bin, bin ich gleichzeitig glaubend und hoffend.“
Voller Dankbarkeit schaut Karim Gehrmann auf seine ersten seelsorglichen Dienste in der Pfarrei Heilige Mutter Teresa in Chemnitz: „Ich darf viel lernen, aber auch in der Kinder- und Jugendarbeit viele eigene Akzente setzen. Ich kannte mal einen Diakon, der bei der Kommunion die Namen der Kinder erfragt hat und diese dann persönlich gesegnet hat. Diese Geste finde ich so wertvoll und wichtig, dass ich sie für mich übernommen habe.“ Die konkrete Seelsorge, das Spenden der Sakramente, das Zuhören, aber auch das Zugehen auf Menschen, so erzählt Gehrmann, habe ihn geprägt und Kirche als ein Zuhause erleben lassen. „Dieses Gefühl von Geborgenheit in der Liebe Gottes und der Kirche möchte ich auch gern als Priester weitergeben.“
Karim Gehrmann wird am 30. Mai, 10 Uhr, in der Dresdener Kathedrale Sanctissimae Trinitatis (ehemalige Hofkirche) zum Priester geweiht.
Diaspora heißt, auf Mission zu sein
Dennis Jonneilys Castillo Jimenez hat schon als Kind frühzeitig Entscheidungen treffen müssen. Er stammt aus Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. „Ich komme aus einer speziellen Familie“, sagt der 31-Jährige. Die Mutter katholisch, der Vater Atheist. Der junge Dennis ist zwar getauft; für den Weg mit Gott entschied er sich jedoch noch einmal ganz bewusst: „Denn ich habe ein Wunder gesehen.“ Als er acht war, bekam die Mutter, die dem Neokatechumenalen Weg angehört, Krebs. Der Ortspriester besuchte sie, betete für sie und die Krankheit verschwand. „Das hat mich geprägt.“ Ein Jahr später bekehrte sich auch der Vater. „Er war immer distanziert und zeigte plötzlich Liebe zu uns Kindern, denn auch ihn hat die Heilung beeindruckt“, erinnert sich Castillo. Als Kind habe er viel Schlechtes und Misshandlung erlebt, aber auch die Person des Priesters, der sich um ihn gekümmert habe. „Das und Mutters Heilung sowie Vaters Bekehrung ließen mich selbst Priester werden.“
Mit dem Eintritt in das Priesterseminar des Neokatechumenalen Wegs in seiner Heimatstadt begann 2013 Castillos langer Weg, gesäumt von unterschiedlichsten Stationen. Er führte ihn bis an die deutsche Ostseeküste, wo er nun als Diakon in der Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin tätig ist. Denn 2014 entschied bei einem Berufenenseminar in Italien das Los, dass ihn seine Reise nach Deutschland führen werde. Im Jahr darauf trat Castillo ins Redemptoris Mater-Seminar in Berlin ein.
Die deutsche Hauptstadt empfing ihn auf ihre Weise: „Es war ein kleiner Schock. Das Januarwetter war eine große Herausforderung“, meint der in der Karibik Geborene. Schnell lernte er Deutsch und wurde, so sagt er selbst, überall gut aufgenommen. Auf drei Jahre Philosophiestudium folgten zwei Jahre Theologie. „Das habe ich an der Gregoriana in Rom abgeschlossen“, sagt Castillo nicht ohne Stolz. 2022 begleitete er einen italienischen Priester zwölf Monate lang auf Mission in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. „Wir haben Familien des Neokatechumenalen Wegs besucht und ich habe für ihn übersetzt.“ Dann folgte ein Jahr Familienmission in Meran in Südtirol. Hier gab er sogar schon Deutschunterricht für Kinder.
2024 startete sein Pastoralkurs in Stralsund unter seinem Mentor Pfarrer Johannes Schaan. Schnell machte er eine Erfahrung: „In Berlin waren die Leute verschlossener als an der Küste“, so Castillo. „Hier sind sie froh, dass ich zu ihnen geschickt wurde. Das nimmt ihnen die Angst, dass sie vergessen würden.“
In der Diaspora zu wirken, bedeute für ihn, auf Mission zu sein. „Wenn ich 100 Kilometer fahre und dann sind da fünf Leute, ist das egal.“ Vor Jahren hätte ihn das vielleicht noch geängstigt, nun habe er keine Furcht, meint Diakon Castillo. „Gott hat meine Wünsche erfüllt. Wir sind gerufen, für alle da zu sein, wenn wir gebraucht werden.“ Sein Primizspruch zitiert den heiligen Johannes „Don“ Bosco: „Gib mir die Seelen, nimm alles andere.“
Dennis Jonneilys Castillo Jimenez wird am 30. Mai, 10 Uhr, in der Berliner Sankt Hedwigs-Kathedrale zum Priester geweiht.