Kunstaktion „Ein Stück Holz“ gefeiert

„In allen von uns steckt ein Franz von Assisi“

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Schülerinnen stehen vor einem Baum
Nachweis

Foto: Leonie Schwarz

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Anlässlich des Aktionstages für Franz von Assisi gestalteten Schülerinnen der BBS im Marienheim einen „Baum der guten Taten".

Franz von Assisi und seine Werte in den Alltag bringen, das ist das Ziel der Aktion „Ein Stück Holz“ des Künstlers Volker-Johannes Trieb. Dafür müsse die Kirche aus ihrer Blase heraus, ins echte Leben. Wie das funktionieren kann, wird beim Aktionstag zum Abschluss des Schulprojekts in Osnabrück-Sutthausen deutlich.

Bemalte Holzscheiben in bunten Farben
„Franz von Assisi sieht in einem Stück Holz etwas Einzigartiges", meint Schülerin Zoey Luna Garcia Lopez. Foto: Leonie Schwarz

Im Sportunterricht ab in den Wald? Eine willkommene Abwechslung für die Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule (BBS) im Marienheim in Osnabrück-Sutthausen. Wäre da nicht diese Aufgabe, die sie mit auf den Weg bekommen haben: Totholz sammeln. „Erstmal dachte ich: Das ist Unsinn! Warum totes Holz?“, erzählt Faysal Özkaplan auf dem Aktionstag zum 800. Todestag von Franz von Assisi. Doch mit der Zeit beginnt es, Spaß zu machen, besonders als Gemeinschaftsaktion. „Wir sind richtig in den Busch reingegangen“, erzählt Madlene Neubert und lacht. In der Schule wurden die Holzstücke dann von anderen Jugendlichen mit Magneten beklebt, damit sie an Laternenpfosten, Schildern oder an Zäunen für Aufsehen sorgen konnten. 

Die Schöpfung in den Alltag holen

Eine Schulklasse und ihre Lehrerinnen stehen neben einer Metallwand, auf der ein Baum aus Holzstücken befestigt wurde. Ein Schüler trägt ein Schild mit der Aufschrift "Baum der Vielfalt"
Schülerinnen und Schüler der BBS im Marienheim gestalteten einen „Baum der Vielfalt" auf einer Metallskulptur im Park von Gut Sutthausen. Foto: Leonie Schwarz 

„Ein Stück Holz“ heißt diese Aktion, die in den Städten auf Natur und Schöpfung aufmerksam machen soll. Der Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb startete das Projekt im April 2026 mit Blick auf den 800. Todestag von Franz von Assisi am 3. Oktober. Seitdem verteilen er und Jugendliche aus ganz Deutschland gesammelte Holzstücke im städtischen Raum. So soll die Schöpfung in den Alltag geholt werden. „Ein Stück Holz irgendwo anzupinnen, ob mit einem Magneten oder mit einem Strick, ist ja eine ganz einfache Geste. Und das macht es auch so franziskanisch“, erklärt der Künstler. 

Einfachheit, Naturverbundenheit und Gemeinschaft – Themen, die Franz von Assisi beschäftigten und auch die Jugendlichen in unterschiedlichen Schulen der Schulstiftung im Bistum Osnabrück während der Projektwochen begleiteten. Manche haben dadurch auch neue Impulse mitgenommen. „Wenn ich sonst den Weg zur Bushaltestelle gehe, dann laufe ich einfach da lang, achte gar nicht darauf, was neben mir ist“, erzählt Zoey Luna Garcia Lopez. Wenn sie jetzt spazieren geht, achtet sie mehr auf ihre Umgebung: „Man guckt: Was sind da für Bäume? Was gibt es hier alles?“

Im Einklang mit der Natur

Ein junger Mann steht vor einem alten Mercedes-Kleinbus , der mit Holzstücken beklebt wurde
Leo Haarmann vor seinem Zuhause, das zur Feier des Tages mit Holzstücken geschmückt ist. Foto: Leonie Schwarz

Diesen wertschätzenden Blick auf die Natur hielt Franz von Assisi im „Sonnengesang“ fest. Nicht nur Christen und Christinnen können damit etwas anfangen. Leo Haarmann steht der Kirche kritisch gegenüber. Und doch findet er Franz von Assisi interessant. Der Heilige hat im Einklang mit der Natur gelebt, etwas, was auch der Student wertschätzt. Deshalb wohnt er seit zwei Wochen in seinem umgebauten Van, der heute zur Unterstützung der Kunst-Aktion mit Holzstücken geschmückt im Park des Guts Sutthausen steht. „Ich hätte mich sehr gerne mal mit Franz von Assisi unterhalten, weil ich glaube, dass er ein sehr, sehr guter Mensch gewesen ist.“ 

Für den Künstler Volker-Johannes Trieb ist das Projekt eine Möglichkeit, Glaube und Kirche im Alltag sichtbar zu machen. „Dieser zivile Ungehorsam, mit Hölzern die Schöpfung und sakrale Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen, das ist eine schöne Form, wie die Kirche auch aus ihrer Blase heraustreten kann.“ Besonders in Zeiten, die von Kriegen, Armut und der Klimakrise geprägt sind, brauche es eine selbstbewusste und empathische Kirche – und außerdem viele gute Taten, ganz im Sinne von Franz von Assisi.

Der Künstler Volker-Johannes Trieb sitzt auf einem selbstgebauten Fahrradanhänger  und schaut in die Kamera. Im Hintergrund ist eine Kirche zu sehen.
Künstler Volker-Johannes Trieb wünscht sich, dass die Aktion weiter geht. Foto: Leonie Schwarz

Das ist eine schöne Form, wie die Kirche auch aus ihrer Blase heraustreten kann.

Die Aktion ging nun mit der Abschlussveranstaltung im Park von Gut Sutthausen zu Ende – oder doch nicht? Für Volker-Johannes Trieb ist es erst der Beginn des Projektes, sich um die Schöpfung wieder mehr Gedanken zu machen. Das Motto der Aktion kann dabei eine Inspiration sein: „In allen von uns steckt ein Franz von Assisi“.

Leonie Schwarz