Gast zur Misereor-Fastenaktion

Aus Kamerun in den Norden

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Porträtfoto eines Mannes aus Afrika
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Foto: Kathrin Harms/Misereor

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Leon Yanda aus Kamerun erzählt in Norddeutschland von seiner Arbeit für junge Menschen.

In der Fastenzeit 2026 lenkt die Misereor-Aktion die Aufmerksamkeit auf junge Menschen in Kamerun. Die Bistümer Hamburg und Osnabrück erwarten dazu Besuch aus der Millionenstadt Douala.

Gläubige aus den Bistümern Hamburg und Osnabrück können in den nächsten Tagen mit dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor Leon Yanda kennenlernen. Der Familienvater lebt in Douala, einer Millionenstadt an der Atlantikküste Afrikas – die größte Stadt des Landes. Kamerun liegt in Zentralafrika und grenzt an Nigeria, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Republik Kongo sowie Gabun und Äquatorialguinea. Yanda leitet eine Einrichtung, die für die Zukunftsperspektive junger Menschen von entscheidender Bedeutung ist.

Wer in Kamerun eine Ausbildung machen will, muss sie in der Regel selbst finanzieren – unerschwinglich vor allem für ärmere Bevölkerungsschichten. Das kirchliche Projekt Codas, das Yanda leitet, bietet deshalb verschiedene Maßnahmen an, um jungen Menschen berufliche Perspektiven und eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen. So wird ein Großteil der Ausbildungskosten übernommen, es gibt praxisorientierte Workshops und Unternehmertum wird gefördert. Misereor unterstützt dieses Projekt – und stellt es in den Mittelpunkt seiner Spendenkampagne 2026, die unter dem Leitwort „Hier fängt Zukunft an“ steht.

Besuche in den Bistümern Hamburg und Osnabrück

Von seiner Arbeit wird Leon Yanda unter anderem in Osnabrück, Bad Laer und Schwerin erzählen – diese Termine haben die örtlichen Misereor-Referenten mit der Bundeszentrale des Hilfswerks ausgemacht. Als Leiter von Codas ist Yanda unter anderem für die Repräsentation gegenüber Ministerien oder internationalen Organisationen verantwortlich. Er arbeitet bei dem Projekt, weil er einen sinnvollen Beitrag zur Bekämpfung der Jugend­arbeitslosigkeit und letztlich zu einer Umgestaltung der ärmsten Stadtviertel leisten kann. Es erfülle ihn mit Stolz, sagte er, wenn Absolventinnen und Absolventen ihren eigenen Weg gingen und beruflich erfolgreich seien – um dann wieder andere junge Menschen zu unterstützen. „Für mich ist die Arbeit mehr als ein Beruf“, sagt er. „Sie bedeutet, jungen Menschen zu begegnen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und ihnen zu helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“

Jugendarbeitslosigkeit weltweit ein Problem

Die Fastenaktion dient auch der Selbstreflexion: „Was brauche ich wirklich? Wie kann ich mich engagieren? Was kann ich teilen?“ Diese Fragen sollen helfen, auch in Deutschland wach zu machen für das global wachsende Problem der Jugendarbeitslosigkeit. Weltweit waren zuletzt mehr als 20 Prozent der 15- bis 24-Jährigen weder erwerbstätig, noch befanden sie sich in einer Aus- oder Weiterbildung. In Kamerun ist die Situation besonders prekär: In Douala sind 70 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner jünger als 35 Jahre. Viele von ihnen leben unterhalb der Armutsgrenze.

Seit 1959 gestaltet Misereor die Fastenzeit mit und bittet die Bevölkerung mit der Fastenaktion jedes Jahr um Solidarität und Unterstützung für benachteiligte Menschen in Asien und Ozeanien, Afrika und dem Nahen Osten, Lateinamerika und der Karibik. Die Fastenaktion steht jährlich unter einem anderen Leitwort und rückt damit ein Land des globalen Südens und einen ausgewählten Projektpartner von Misereor in den Fokus. 

Der Eröffnungsgottesdienst findet in Hofheim am Taunus statt und wird am Sonntag,22. Februar, um 10 Uhr im ARD-Fernsehen übertragen. Die Misereor-Kollekte wird am 21./22. März in allen Gottesdiensten gehalten.