Bilder werden an Kirchenmauer projiziert

Licht in die Osnabrücker Neustadt

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Eine Frau hält mehrere Flyer in der Hand
Nachweis

Foto: Matthias Petersen

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Rose Scholl will mit ihrem Projekt die Osnabrücker Neustadt beleben.

„Die Osnabrücker Neustadt wird nach und nach vergessen“, sagt Rose Scholl. Dagegen will die 68-Jährige etwas tun. Wie sie Licht ins Johannis-Quartier bringen will.

Als Rose Scholl vor einigen Jahren in ihre Wahlheimat Osnabrück zurückkehrt, hat sie eigentlich vor, ihren Ruhestand zu genießen. Zurück in ihrem Viertel hat sie jedoch das Gefühl, der Stadtteil Neustadt gerät immer mehr in Vergessenheit. Das fordert die 68-Jährige heraus. Sie sei nicht bereit, als Rentnerin nur noch Socken zu stricken, sagt sie mit einem Lächeln. Mit ihrem Projekt "Johannis.Licht.Bilder" will sie Licht in den vergessenen Stadtteil bringen.

Die studierte Volkskundlerin arbeitete fast drei Jahrzehnte im Stadtarchiv Garbsen (Region Hannover). Geschichte war ihr Beruf und ist – bis heute – ihre Leidenschaft. 2025 bietet sie bei einem Nachbarschaftsfest im Johannis-Quartier eine Diashow historischer Fotos in der Johanneskirche an. Die positive Resonanz bringt sie dazu, es größer zu denken. Die Erinnerungen sollen sichtbarer werden. Raus aus der Kirche – rein in die Stadt. So entsteht die Idee, die Bilder an die Außenmauern der Kirche zu projizieren.

Rahmenprogramm aus Vorträgen und Führungen

Was als persönliche Idee beginnt, wird schnell zu einem Gemeinschaftsprojekt. Scholl ist sichtlich gerührt, als sie davon spricht, wie schnell sich Türen für das Projekt öffneten. Die Senator-Fridrich-Lehmann-Stiftung gewährt ihr die Mittel, um das Vorhaben umzusetzen. Das Stadtteilbüro Johannis-Quartier und die Kirchengemeinde St. Johann entwickeln gemeinsam ein Rahmenprogramm aus Vorträgen und Führungen, welches von Unternehmen aus dem Johannis-Quartier finanziert wird. Die Caritas ist ebenfalls an dem Projekt beteiligt. Sie stellt einen Raum gegenüber der Johanniskirche für den Projektor zur Verfügung. Das passt auch gut zu ihrem Jahresmotto „Generationen verbinden“. Denn genau das passiert hier. Menschen aller Generationen kommen ins Gespräch.

Dass die Bilderprojektion an der Kirche stattfindet, ist kein Zufall. Eine Kirche ist ein Ort der Erinnerung – hier wird geheiratet, getauft, Abschied genommen. Aber sie ist mehr als das. St. Johann stellt nicht nur die Wand des Gebäudes zur Verfügung. Die Kirchengemeinde gestaltet das Projekt mit. Unter anderem mit einer Führung durch die Kirche, den Kreuzgang und die Schatzkammer. Gemeindereferentin Andrea Stuckenberg-Egbers sagt, ihr sei bei diesem Projekt wieder einmal bewusst geworden, dass gerade St. Johann immer noch in die Mitte der sich verändernden Gesellschaft präsent ist.

Anita von Zelewski

Die offizielle Eröffnung der "Johannis.Licht.Bilder" findet am Samstag, 28. Februar, um 19 Uhr statt. Nach der Begrüßung durch Gemeindepfarrer Martin Schomaker eröffnet Oberbürgermeisterin Katharina Pötter die Diashow. Der Abend wird musikalisch begleitet – eine Kooperation mit der städtischen Kunst- und Musikschule. Auch am letzten Abend, Samstag, 14. März, wird die letzte Projektion des Projektes von Musik umrahmt. Die Bilder werden vom 28. Februar bis 14. März jeden Abend von 19 bis 23 Uhr an der Johanneskirche gezeigt. Die Veranstaltung ist Open Air, kostenfrei und ohne Anmeldung.

Ein siebenteiliges Rahmenprogramm ist kostenfrei zugänglich, jedoch ist eine Anmeldung erforderlich. Über das Pfarrbüro St. Johann, Telefon 0541 350630 während der Öffnungszeiten (Dienstag und Donnerstag 9 bis 12 Uhr; Mittwoch 14.30 bis 16.30 Uhr) oder per E-Mail: st.johann@bistum-os.de

Hier geht es zur Homepage des Projekts.