Was die Arbeit im Foyer oder an der Pforte bedeutet

Das ist echte Gastfreundschaft

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Die Grafik zeigt zwei Menschen am Empfang
Nachweis

Grafik: Istockphoto/Amina Shakeela

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Sie beantworten Fragen, weisen den Weg, helfen weiter: die Frauen und Männer, die in vielen Einrichtungen im Foyer oder am Empfang arbeiten.

Sie sind oft das erste Gesicht in Pfarrbüros, Bildungshäusern oder Pflegeheimen: die Frauen und Männer, die am Empfang die Gäste begrüßen – mit einem freundlichen Lächeln und einem „Herzlich willkommen“. Wir stellen vier von ihnen vor – und wollen damit die Arbeit aller Menschen an einer Pforte würdigen.

Im Jugendkloster: Ein guter Platz für die Gäste

Wenn Christa Will an ihrem Schreibtisch im Jugendkloster Ahmsen sitzt, schaut sie auf eine Pinnwand mit einem Zitat: „Der wichtigste Mensch ist immer dein Gegenüber“. Dieser Spruch ist für die 56-Jährige das Leitmotiv ihrer Arbeit. Im Wechsel mit Heidi Gertken und Marlies Benten arbeitet Will in dem katholischen Bildungshaus am Empfang. Wer eintritt, sieht sie gleich vorne rechts in ihrem Büro – und bekommt mit einem freundlichen Lächeln alle notwendigen Infos, eine Führung und Tipps für den Aufenthalt. „Wir zeigen und erklären alles, damit die Leute bei uns einen guten Platz für sich finden“, sagt sie.

eine Frau am Schreibtisch
Christa Will

Seit fast 20 Jahren gehört Christa Will zum Team. Nach der Familienphase fängt die gelernte Bürokauffrau in Ahmsen an – das damals noch von den Maristen geführt wird. Jetzt betreibt ein Trägerverein das Jugendkloster und den Marstall Clemenswerth in Sögel. „Das war und ist ein besonderer Ort hier für mich“, sagt Will und spricht von der Ausstrahlung und der Kraft, die immer noch „von Ahmsen ausgeht“.

Ihre Arbeit ist für sie mehr als nur ein Job. Wie ihre Kolleginnen nimmt sie Anmeldungen entgegen, kümmert sich um die Hausbelegung, empfängt die Gäste, zeigt ihnen Zimmer und Ausstattung, bereitet Technik und Stuhlkreise vor, beantwortet Fragen von Gottesdiensten bis zur Rücksicht auf Nahrungsmittelallergien. „Jeder Tag ist irgendwie anders. Es passiert immer wieder Neues und es kommen viele unterschiedliche Menschen ins Haus.“ Mal sind es Jugendliche aus Schulen oder Firmlinge, dann Pfarrgemeinderäte oder angehende Doktoranden, in der Woche darauf vielleicht Familien oder Einzelgäste.

Was Christa Will bei allen Gästen wichtig ist? „Sie sollen sich hier willkommen fühlen, damit sie mit ihren Themen und Anliegen gut da sein können“, sagt sie. Dahinter steht eine zugewandte Haltung mit Wohlwollen und Wertschätzung, Freundlichkeit und Respekt. Und immer sollen die Besucherinnen und Besucher das gute Gefühl haben: „Ich bin richtig hier."

Petra Diek-Münchow

 

 

Im Pfarrbüro: Diese Arbeit ist mehr als nur ein Bürojob

Für Kerstin Engelke ist kein Montag wie der andere. „Ich weiß morgens nie, auf welche Menschen ich treffe, ob viel oder wenig los ist“, erzählt sie. Die 49-Jährige ist seit 15 Jahren Pfarrsekretärin und Rendantin in der Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt in Eggermühlen. Ihr Büro ist die Pforte und die einzige feste Anlaufstelle der Kirchengemeinde vor Ort. Das übrige Pfarrteam sitzt im sechs Kilometer entfernten Ankum, mit dem Eggermühlen und Kettenkamp eine Pfarreiengemeinschaft bilden.  

Ihre Arbeit ist für Kerstin Engelke mehr als nur ein Bürojob. „Hier ist es nie langweilig“, sagt sie. Denn obwohl im Pfarrbüro mittlerweile vieles digital, per Mail oder Telefon geregelt werden kann, suchen die Eggermühlener nach wie vor gerne den persönlichen Kontakt. Sie freuen sich, dass Kerstin Engelke montags vor Ort zu sprechen ist, und nutzen das. Freud und Leid liegen da oft eng beieinander. Gespräche mit Brautpaaren oder Eltern, die ihr Kind taufen lassen möchten, sowie mit Trauernden – manchmal ist an einem Vormittag alles dabei. Gerade bei Trauerfällen ist es der Pfarrsekretärin wichtig, da zu sein, sich Zeit zu nehmen, nachzufragen.

Eine Frau mit blonden Haaren
Kerstin Engelke

Als Rendantin kümmert sie sich um die Friedhofsverwaltung und Grabvergabe und hat so vielfältigen Kontakt mit Trauernden, ist manchmal auch ein wenig Seelsorgerin. Auch die Verwaltung der Konten und Kirchenbücher der 1060 Katholiken, die Termin-Koordination, Anmeldungen und Buchführung gehören zu ihren Aufgaben.

Vor Ort ist Kerstin Engelke zwar Einzelkämpferin, mit dem Team ist sie aber gut vernetzt. Sie liebt ihren Job, ist stets ruhig und zugewandt. Sie sagt: „Wenn die Leute gut zufrieden sind und ermutigt hier rausgehen, bin ich selbst auch zufrieden.

Astrid Fleute

Den ganzen Beitrag mit weiteren Beispielen lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe vom 18. Januar.