Was uns diese Woche bewegt

Ein Tag im September, der die Welt veränderte

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Wie ein Projektil bohrte sich eine Boeing 767 in den nördlichen Tower des World Trade Centers in New York und explodierte. 18 Minuten später schlug ein weiteres Flugzeug in den südlichen Tower ein. Feuer, Rauch, Chaos – die Bilder, die am 11. September 2001 um die Welt gingen, vergisst wohl niemand. Rund 3000 Menschen starben an diesem Tag, beim bislang schwersten Terroranschlag der Geschichte.

Die ersten Fernsehbilder erreichten uns gegen 14.50 Uhr deutscher Zeit. Ich weiß noch, dass ich Urlaub hatte, auf dem Rückweg aus Österreich gerade bei meinen Eltern Station machte und regelrecht am Bildschirm klebte. An diesem Nachmittag musste ich aber in die Hausarztpraxis, weil ich mir eine heftige Erkältung eingefangen hatte. Dort verfolgte ich die Ereignisse zunächst im Radio weiter. 

Eine Woche später musste sich die Kibo-Redaktion erklären, denn einige Leser wunderten sich: Da schien die Welt unterzugehen, aber in der Zeitung war nichts davon zu lesen. Doch am 11. September 2001, einem Dienstag, war Redaktionsschluss und die letzte Seite auf dem Weg in die Druckerei, als in New York das erste Flugzeug ins World Trade Center raste. Es reichte noch für eine Meldung auf Seite 1, aber für einen Teil der Ausgabe war das schon zu spät. Rund 4000 Exemplare waren bereits gedruckt. Die Druckmaschine wurde angehalten, und so bekamen die übrigen 33.000 Zeitungen eine aktualisierte Seite 1. Nur für die Berliner Kirchenzeitung und die Ausgaben in den ostdeutschen Bistümern, die aus vertriebstechnischen Gründen etwas später gedruckt wurden, war noch genügend Zeit, auch noch ein aktuelles Foto und Reaktionen der dortigen Bischöfe zu besorgen. 

Die Welt hat sich seit diesem islamistischen Terroranschlag verändert. Sie ist nicht friedlicher geworden – im Gegenteil. Eher noch rauer, brutaler, extremistischer, obwohl sich die allermeisten Menschen nach Frieden sehnen. Um dieser Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, hatte die Bremer Künstlerin Regina Heygster vor 25 Jahren die Idee, den Rembertitunnel – ein zugiger, dunkler Bau in Bahnhofsnähe – zu einem Friedenstunnel umzugestalten. Für dieses Vorhaben wurde sie oft belächelt. Aber sie blieb hartnäckig. Im vergangenen Jahr wurde Heygster für ihr Projekt mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Mittlerweile wird Bremens Wahrzeichen für Frieden, Kunst und Kultur auf vielfältige Weise mit Leben gefüllt: als Bildungsort für Schulklassen, für Studierende der Universitäten Bremen und Oldenburg sowie durch das Musikformat „Friedensklänge im Friedenstunnel – jeden Sonntag um 12 Uhr“. 

Exakt 25 Jahre nach den Anschlägen von „9/11“ wird das 25-jährige Friedenstunnel-Jubiläum gefeiert. An diesem geschichtsträchtigen Tag verwandelt sich das gesperrte Tunnelbauwerk von 14 bis 18.30 Uhr in ein großes, buntes Bürger- und Kulturfest mit Café-Atmosphäre – einen Ort der Begegnung, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion miteinander ins Gespräch kommen können. 

Anja Sabel