Die Kirchenband Laetitia

"Glaube kann Spaß machen"

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Die Kirchenband Laetitia
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Foto: Katharina Westphal

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Konzert von Laetitia auf dem Katholikentag in Würzburg im Mai: Die Band verbreitet Freude und gute Stimmung in der Kirche.

Die Musikband Laetitia tritt regelmäßig in Gottesdiensten, bei Gemeindefesten und Hochzeiten auf, seit 1998 außerdem auf 16 Kirchen- und Katholikentagen. Auch in Würzburg waren sie wieder dabei. Was treibt die Musizierenden an?

Ihre Outfits sind schlicht. Schwarze Kapuzen-Sweatjacken. Ihre Musik ist es nicht: lebendig, funkig, rhythmisch. Bass, Keyboard, Gitarre, Schlagzeug, Sängerin. Bunte Lichtkreise an den Wänden und am Kreuz hinter ihnen: Das ist die Band Laetitia, die heute in einer Kirche ein Konzert gibt.

Laetitia – lateinisch für Freude – hat sich 1981 gegründet, als für den Mainzer Ministrantentag Musiker gesucht wurden. „Wir waren die erste Band, die im Mainzer Dom spielen durfte“, erinnert sich Bandmitglied Uwe Zahn. Seitdem ist sie zusammen, beheimatet in der Pfarrei Heilige Theresia von Avila, Mühlhausen-Obertshausen. Die aktuelle Besetzung besteht seit zwei Jahren: Uwe Zahn (Piano, Gesang), Brigitte Zahn (Bass, Gesang), Dominic Mann (Gesang, Keyboard, Saxofon), Ulrich Picard (Gitarre), Uli Griesenbruch (Schlagzeug, Cajon, Percussion) und Regina Lubezük (Gesang, Percussion). Laetita tritt in Gottesdiensten, bei Gemeindefesten und Hochzeiten auf und war seit 1998 auf 16 Kirchen- und Katholikentagen. So wie hier in Würzburg.

Beim Konzert in der Kirche St. Gertraud taucht man ab. Raus aus der Stadt, der belebten Kirchentagsmeile, hinein in die Musik. Ruhe. Aber auch: Freude. Laetitia bringt das Publikum zum Mitmachen und Mitsingen. Dazwischen nachdenkliche Töne: In ihren Liedern werden existenzielle Fragen nicht ausgespart. Sie geben keine simplen Versprechen auf Lösungen, aber sie geben Ausblicke. „Wenn du mir die Kraft gibst, kann alles geschehen“, heißt es, oder: „Hier ist der Ort, wo du mich willst, die Wirklichkeit, so hart wie Stein, hier kann der Himmel sie berühren.“

"Unser Glaube ist unser Fundament, auf dem wir singen und Lieder schreiben."

Über 200 Stücke haben sie selbst geschrieben, manche Texte wirken zunächst schlicht, aber bei genauem Hinhören sind sie das eben nicht. Die Texte konfrontieren die Zuhörenden auch mit schweren Lebensthemen. Sie setzen auf Inspiration durch Gott und sprechen aus, wie es sein kann, wenn es gut wird – verschweigen aber nicht, dass es Mut und Glauben braucht. Die Realität wird nicht schöngeredet. Das macht die Texte ehrlich.

Ein paar Wochen später im Wohnzimmer eines Bandmitglieds: Hier probt Laetitia seit vielen Jahren. Die Stimmung ist locker, aber schnell ist klar, dass alle einen hohen Anspruch haben. In den Proben tüfteln sie lange am Zusammenspiel der Stimmen und Instrumente, an Rhythmus und Melodien. Uwe Zahn schreibt die meisten Lieder selbst. Nach einer ersten Korrekturschleife durch seine Frau Brigitte wird die Rohfassung den anderen vorgestellt. „Die wird dann gemeinsam geschliffen“, beschreibt es Regina Lubezük.

Um sich bei Auftritten perfekt aufeinander abzustimmen, benutzen sie In-Ear-Monitoring-Kopfhörer. Die tragen Musiker, um sich auch bei Live-Auftritten klar hören zu können. Zudem haben alle Chorerfahrung. Das hilft, sich intuitiv aufeinander einzustimmen. „Als ich mal keine Stimme hatte, haben wir meine Stelle spontan aufgeteilt“, erinnert sich Uwe Zahn. „Sowas macht Spaß. Wir machen das schon so lange, dass wir uns aufeinander verlassen können“, ergänzt Griesenbruch.

Aber natürlich geht es beim Musizieren um noch mehr: Gefühl und Freude. „Wenn ich beim Auftritt Blickkontakt mit dem Publikum habe und sehe, da kommt was an, das macht mir dann richtig Spaß“, sagt Brigitte Zahn.

"Wir machen das schon so lange, dass wir uns aufeinander verlassen können."

Für die Band ist ihre christliche Botschaft zentral. „Wir sind Christen“, sagt Ulrich Picard. „Religiöses Engagement und unser Glaube sind unser Fundament, auf dem wir singen und Lieder schreiben.“ Es geht um Sinnfragen und Grundhaltung. „Achte auf deinen Nächsten und auf dich selbst“, sagt Picard. Sie wollen aber auch zeigen: Glaube kann Spaß machen. Gleichzeitig singen sie von Zweifeln. „Man sollte das schon aussprechen. Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, sagt Lubezük. Uwe Zahn hat ein Lied geschrieben zum Text eines Mitglieds der Initiative Out-in-Church, die sich für queere Menschen in der katholischen Kirche in Deutschland einsetzt. Es gebe Themen, die sich aufdrängen, sagt Zahn.

„Ich glaube, wir haben alle Zweifel durch manche Dinge, die in Kirche passieren. Aber durch Musik kann man Inhalte intensiver transportieren. Ich hätte vielleicht sonst schon die Hoffnung verloren“, sagt Griesenbruch. „Glaube entwickelt sich, mal ist man näher dran, mal weiter weg. Die Musik hilft mir, das zu verarbeiten“, sagt Uwe Zahn. „Ich erinnere mich an diesen Satz: Wer singt, betet doppelt“, ergänzt Dominic Mann. Das finde er treffend. Welche Geschichte das Lied transportiert, sei dann bei jedem anders. „Wir halten Interpretationsspielraum offen“, so Brigitte Zahn. „In unserem Lied ,Miteinander‘ kommt das Wort Gott nie vor, trotzdem kann es religiös sein.“

Die Band musiziert als Teil der Kirche nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Menschen und verarbeitet so ihren Glauben. „Da haben Glaube und Musik viel gemeinsam: Beides verbindet Menschen“, so Dominic Mann.

Katharina Westphal