Gründonnerstag der Männer und Karfreitag der Frauen
Hoffnung auf jedem Schritt
Symbolbild. Foto: Ruth Weinhold-Heße
Es ist eine Tradition, die schon mindestens fünfzehn Jahre alt ist – vermutlich noch älter: der Gründonnerstag der Männer im Dekanat Osnabrück-Süd. In diesem Jahr steht er unter einem Motto, das zur Aktualität passt: „Mutig sein – Veränderung wagen.“ Stefan Bange, Dekanatsreferent, erklärt die Absicht dahinter: „Wir haben das Motto aufgegriffen, weil wir im Transformationsprozess des Bistums sind. Veränderungen“, sagt Bange, „brauchen Mut, müssen aber auch sein.“
Der Abend beginnt am Gründonnerstag um 19 Uhr vor der Kirche St. Petrus in Gesmold. Die etwa 60 bis 70 Männer pilgern vier bis sechs Kilometer zu Fuß und halten unterwegs an Impulsstationen. Zusammen rücken sie beim Solidaritätsimpuls; sowohl metaphorisch als auch wörtlich. „Veränderung braucht Solidarität. Es ist einfacher, mutig zu sein, wenn man nicht allein dasteht“, erklärt Bange.
Beim Pilgern herrschen weder Stille noch Gesprächslärm. Zwischen den Stationen geben die Organisatoren den Impuls, miteinander ins Gespräch zu kommen – oder bewusst schweigend weiterzugehen. „Männer sind da ganz unkompliziert“, sagt Bange lachend. „Das klappt wirklich gut.“ Zurück im Pfarrheim wartet eine kurze Abschlussliturgie, danach feiert die Gruppe eine Agape im Saal des Pfarrheims. Gegen Mitternacht ist Schluss.
Auf die Frage, ob der neuere Karfreitag für Frauen den Männern Konkurrenz macht, antwortet Bange: „Überhaupt nicht. Das ist eine wunderbare Ergänzung.“ Tatsächlich hätten Frauen schon nachgefragt, warum es nur ein Angebot für Männer gibt. Kolleginnen hätten dann die Initiative ergriffen und ein ähnliches Angebot für Frauen geschaffen – nicht im Wettbewerb, sondern als Bereicherung. Der Impuls war, die Rollenverteilung zu hinterfragen: Während Frauen häufig Karfreitag mit Hausarbeit und Ostervorbereitung verbringen, sollte dieser Tag nun ihnen selbst gehören, sagt Beate Vennemann, Gemeindereferentin in Gellenbeck.
Aus dieser Überlegung entstand im Vorjahr der Karfreitag für Frauen – und die Teilnehmerinnenzahl wächst. Voriges Jahr waren sie knapp 20 Frauen, in diesem Jahr rechnet das Organisationsteam mit 30 Frauen.
An Stationen entlang des Weges erwartet die Teilnehmerinnen Impulse, die das Motto „Hope in every Prayer“ („Hoffnung in jedem Gebet“) mit Leben füllen. Am Anfang erhält jede Frau einen Pilgerstab, ein Zeichen für die Frage „Wo war Gott wirklich mit mir auf dem Weg? Fühle ich mich gestützt, so wie der Stab mich stützen kann?“ Es gibt Abschnitte, in denen die Frauen über Fragen ins Gespräch kommen. Auf anderen Passagen besteht jedoch die Einladung, schweigend zu pilgern.
Ist diese Veranstaltung ein Konkurrenzprodukt zum Gründonnerstag der Männer? „Nein, Konkurrenz ist es überhaupt nicht. Sie ist parallel, würde ich sagen“, sagt Gemeindereferentin Vennemann. Das funktioniert auch in der Praxis: Eine Frau zum Beispiel war vergangenes Jahr beim Karfreitag dabei – während ihr Mann zum Gründonnerstag der Männer geht.
Gründonnerstag der Männer, 2. April, 19 Uhr
Treffpunkt: Kirche St. Petrus, Am Wellenhaus 1, 49326 Melle-Gesmold
Anmeldung bis 31. März: s.bange@bistum-os.de
Karfreitag der Frauen, 3. April, 14 Uhr
Treffpunkt: Kirche St. Antonius, Am Boberg 10, 49124 Georgsmarienhütte
Anmeldung bis 27. März: s.klemm@bistum-os.de oder Tel. 0170 9364908
Kosten: 12 Euro (vor Ort zu begleichen)