Haushalt des Bistum Osnabrück

Konsolidierung fortsetzen

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Drei Journalisten mit Mikrofonen befragen zwei Mitarbeiter des Bistums
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Foto: Matthias Petersen

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Astrid Kreil-Sauer und Bruno Krenzel beantworten Fragen der Hörfunkjournalisten.

Das Bistum Osnabrück kann für das Jahr 2026 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Die Zahlen nannten Generalvikar Ulrich Beckwermert und Finanzdirektorin Astrid Kreil-Sauer in einer Pressekonferenz. Trotzdem muss das Bistum an seinem eingeschlagenen Kurs der Konsolidierung festhalten.

Der Konsolidierungsprozess soll dazu beitragen, dass die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht größer wird. Derzeit ist in allen zehn Dekanaten ein Prozess angestoßen worden, in dessen Rahmen überlegt werden soll, welche Gebäude und welche Personen vor Ort in den Gemeinden nötig sind, um auch für die kommenden Jahre Seelsorge zu gewährleisten.

Weil die Zahl der Kirchenmitglieder zum Teil demografisch bedingt weiter abnimmt, muss sich das Bistum von verschiedenen Gebäuden trennen, die sonst nicht mehr finanzierbar sind. Die Ausgabenentwicklung gehe nach oben, hieß es während der Pressekonferenz. Wenn nicht gegengesteuert werde, würde beispielswiese 2040 eine Unterdeckung von rund 70 Millionen Euro entstehen. 

"Wir denken nicht in Zentren"

Generalvikar Beckermert sagte: „Wir ringen um die Finanzierung wichtiger kirchlicher Einrichtungen, ob das Schulen sind, Bildungshäuser, Kranken- oder Altenpflegeeinrichtungen. Wir ringen aber auch um die Vielzahl unserer Gebäude.“ Das betreffe auch die Kirchen. Über allem stehe aber das Leitwort „verändert bleiben“, mit dem das Bistum im vergangenen Jahr den Transformationsprozess gestartet hatte. Soll heißen: „Wir denken nicht in Zentren, sondern wir wollen Kirche vor Ort erhalten, da, wo Menschen leben und auch da, wo sie wohnen, wo sie arbeiten und wo sie einkaufen.“ Für den Generalvikar ist klar, dass nicht alle personellen Angebote und Gebäude, die im Moment zur Verfügung stehen, auch in Zukunft vorgehalten werden können. „Das können wir nicht auf Dauer finanzieren“, sagte er. Manches werde sich verändern, „aber vielleicht entwickeln sich ganz neue Formen, auch von Zusammenleben, Zusammenarbeiten, über konfessionelle Grenzen hinweg“. Da gebe es immer wieder gute Ideen. 

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Kirchenmitglieder im Bistum Osnabrück unter die Grenze von 500.000 gesunken. „Das heißt aber auch, dass knapp 500.000 Gläubige zu unserem Bistum gehören, die auf ganz unterschiedliche Weise unser kirchliches Leben prägen“, sagte Beckermert, „die mit unserer Kirche verbunden sind und, ich sage das ausdrücklich, die durch ihre Mitgliedschaft auf ihre Weise mithelfen, unser kirchliches Leben zu gestalten.“ Das sei ein wichtiger Aspekt und er wolle deshalb auch allen denen einmal von Herzen danken. „Verändert bleiben“ heiße, „dass uns auch unsere Grundlage erhalten bleibt. Und das ist unser Glaube. Das ist der Glaube an einen lebendigen Gott, seine Botschaft, die uns ja in der Heiligen Schrift mitgeteilt wurde“. 

Die größte Einnahme kommt aus der Kirchensteuer

Mit 211 Millionen Euro rechnet das Bistum an Einnahmen, die gleiche Summe steht an Ausgaben gegenüber. Der größte Teil, nämlich 85 Prozent, wird durch die Kirchensteuer erwirtschaftet. Der größte Ausgabenbatzen steht für die Kirchengemeinden zur Verfügung, die 67 Millionen Euro erhalten. Hinter der Summe verbergen sich die Gehaltszahlungen für Pastorales Personal sowie für weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für Caritas und Soziale Dienste stehen 33 Millionen Euro zur Verfügung, für Bildung, Kunst und Medien sind es 34 Millionen, für Gottesdienst und Seelsorge 18 Millionen. Obwohl die Zahl der Kirchenmitglieder weiter abnimmt, rechnet das Bistum doch mit einer konstanten Einnahmesituation über die Kirchensteuer. Das ergibt sich aus den tariflichen Steigerungen der Löhne und Gehälter, mit denen auch in den kommenden Jahren zu rechnen ist. 

Hier gibt es weitere Informationen zu den Finanzen des Bistums

 

 

Matthias Petersen