Was uns diese Woche bewegt
Im Notfall: einfach funktionieren
Wann haben Sie zuletzt einen Erste-Hilfe-Kurs belegt? Bei mir war es gestern – für betriebliche Ersthelfer – und davor im Juni 2025 für den Führerschein.
Ja, ich gehörte zur „Führerscheinfraktion“. Sie auch? Bei einigen Kollegen hier im Medienhaus war der letzte Kurs jedoch mehr als 30 Jahre her – nicht nur acht Monate – damals auch für den „Lappen“.
Normalerweise freut man sich, Wissen aus einem Kurs anwenden zu können. Hier nicht. Nicht, weil man die Hilfe verweigert, sondern weil das Ersthelfen eine Ausnahmesituation darstellt. Wer möchte schon bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung dem Betroffenen mehrere Rippen brechen?
Trotzdem: Eine Auffrischung tat gut und ich kann sie jedem empfehlen. Nicht nur, um Routine in die Abläufe zu bekommen, sondern auch, weil sich die Welt drumherum verändert hat. Autos wählen selbst den Notruf, Smartphones schicken ihren Standort, sogar Uhren rufen um Hilfe, wenn man stürzt. Der Notfallpass auf meinem Handy speichert meine Vorerkrankungen und Notfallkontakte – selbst wenn das Display gesperrt ist.
Am Ende des Kurses war ich platt. Von den Abläufen, den Simulationen, der Verantwortung. Ob ich im Ernstfall das „Ersthelfer-Programm“ im Kopf abspielen könnte? Ich weiß es nicht. Unsere Kursleiterin hat uns beruhigt: „Keine Sorge, im Notfall funktioniert man einfach.“ Hoffentlich hat sie recht.