Ökumenische Kinderkirche Hasbergen gewinnt Ökumenepreis 2025

Ökumene beginnt im Kleinen

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Gewinner Ökumenepreis
Nachweis

Foto: Anton Kensbock

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Gemeindereferentin Jutta von Heine mit Angelika Marufke, Jennie Rellmann und Christina Wippich. Nicht fehlen darf Maskottchen Kiki.

Die „Ökumenische Kinderkirche Hasbergen“ bekommt den Osnabrücker Ökumenepreis 2025. Drei Mütter haben dieses Projekt ins Leben gerufen. Ihr Anliegen: Für Kinder Glauben und Gemeinschaft über Konfessionsgrenzen hinweg erlebbar machen.

Im August 2024 stehen drei Mütter vor der Kinderkrippe morgens noch kurz beieinander und kommen ins Gespräch. Jennie Rellmann und Christina Wippich kennen sich, beide sind evangelisch. Angelika Marufke ist katholisch. Alle drei eint der Wunsch, für ihre und andere Kinder einen Ort zu schaffen, an dem Ökumene lebendig wird. Zwischen Asphalt und Parkbuchten entsteht an diesem Sommertag eine Idee – größer, als sie in diesem Moment ahnen: eine ökumenische Kinderkirche, offen für alle.


Schon wenige Wochen später laden die drei Frauen zum ersten Treffen ein. Es gab zwar bereits eine offene Kinderkirche in Hasbergen, ausgerichtet von der evangelischen Gemeinde, doch „wenn nicht ökumenisch draufsteht, trauen sich nicht alle zu kommen“, erklärt Gemeindereferentin Jutta von Heine. Sie und Diakonin Maren Mittelberg waren sofort überzeugt von der Idee einer ökumenischen Kinderkirche. Insbesondere freut sie, dass die drei so engagiert sind: „Häufig denken sich Hauptamtliche eine Idee aus und suchen dann Leute, die sie umsetzen. Hier ist es andersherum.“


Die drei Mütter sind überzeugt: Ökumene beginnt im Kleinen. In der Hasbergener Kinderkirche sollen die Kinder erfahren, dass „Kirche größer ist als ein einzelnes Gebäude oder eine Konfession. Im Mittelpunkt steht, was uns eint – Jesus Christus“, erzählt Jennie Rellmann. Die Kinder sollen ohne Vorbehalte zusammenkommen und gemeinsam den Glauben leben, so die Idee des Angebots, das nun seit einem guten Jahr besteht und die Ökumene bereichert.
Die Kinderkirche ist bewusst kein ökumenischer Gottesdienst, sondern vielmehr eine Zeit für verschiedene Aktivitäten. So sind die Teilnehmenden schon gepilgert, haben Palmstöcke gebastelt oder Kerzen dekoriert. Im Mittelpunkt steht die Erfahrung, dass vor Gott jedes Kind gleich wertvoll ist, unabhängig von Können oder Leistung. So waren die gestalteten Kerzen „alle für uns wundervoll. Ob bunt geschmückt oder weiß und schlicht“, sagt Jennie Rellmann.


Im Wechsel in den verschiedenen Kirchen


Zu Beginn waren die drei Organisatorinnen unsicher, ob sie genug Teilnehmende finden. Diese Sorge war unbegründet: Knapp 30 Kinder mit ihren Eltern nehmen sich jeden dritten Sonntag im Monat Zeit für die Kinderkirche. Auch Großeltern sind regelmäßig dabei. Seit Oktober findet sie im Wechsel in der evangelischen Christuskirche und der katholischen St.-Josef-Kirche statt.


Der Ökumenepreis, den die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Osnabrück (ACKOS) jährlich vergibt, sorgt für Freude, „aber auch ohne Preis würden wir genauso weitermachen“, erzählen die drei. Sie freuen sich, gesehen zu werden, und möchten die 500 Euro Preisgeld nutzen, um etwas „Besonderes zu erschaffen, mit Wiedererkennungswert“, so Angelika Marufke. Maskottchen Kiki, das Schaf, ist schon jetzt stets dabei – „cool und kess, aber auch sensibel“.

Anton Kensbock

Die nächsten Termine sind jeweils um 10 Uhr am 16. November im Gemeindehaus der Christuskirche Hasbergen und am 21. Dezember im Gemeindehaus der St. Josef-Gemeinde. Weitere Informationen auf dem Instagram-Kanal der Kinderkirche Hasbergen.